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Postendodontische Restauration: Substanz erhalten, Workflow konsequent denken

Postendodontische Restauration: Substanz erhalten, Workflow konsequent denken

Wie lässt sich ein umfangreich vorbehandelter, endodontisch versorgter Zahn restaurieren, ohne mehr Zahnhartsubstanz zu opfern als notwendig?

Der klinische Fall von Jotautas Kaktys, DDS, zeigt einen biomimetisch orientierten Ansatz, bei dem endodontische, adhäsive und restaurative Schritte eng aufeinander abgestimmt werden. Ausgangspunkt ist ein bereits endodontisch behandelter Molar mit großflächiger insuffizienter Kompositrestauration und deutlich reduzierter Restzahnsubstanz. Im Verlauf der Behandlung wird deutlich, dass eine endodontische Revision erforderlich ist. Der ursprünglich geplante restaurative Ablauf muss entsprechend angepasst werden.

Gerade darin liegt die Besonderheit des Falls: Die einzelnen Maßnahmen werden nicht isoliert betrachtet. Präendodontische Dentinversiegelung, adhäsiver Kompositaufbau, digitale Konstruktion und die definitive indirekte Versorgung greifen ineinander. Für die CAD/CAM-Restauration kommt KATANA™ AVENCIA™ Block 2 ML zum Einsatz. Die Multi-Layer-Variante unterstützt mit ihrem Farbverlauf die optische Integration der Restauration; im vorliegenden Fall fügte sich das Onlay (Farbe A2) harmonisch in die umgebende Zahnhartsubstanz ein. 

Der dokumentierte Workflow reicht von der Präparation und endodontischen Revision über den postendodontischen Aufbau bis zur adhäsiven Befestigung mit CLEARFIL™ CERAMIC PRIMER PLUS und PANAVIA™ Veneer LC. Besonders interessant ist dabei auch die Frage, wie sich direkte und indirekte restaurative Schritte sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Die klinischen Aufnahmen zeigen das Ergebnis unmittelbar nach der Eingliederung, nach zwei Wochen sowie nach neun Monaten. Zu diesem Zeitpunkt präsentierte sich die Restauration klinisch unauffällig, mit intakten Rändern und stabiler optischer Integration. 

Den vollständigen klinischen Fall mit allen Behandlungsschritten und Bildern finden Sie hier:

 

Hybrider Keramikaufbau auf Zirkonoxid: Ein komplexer Ansatz

Von ZT Dumitru Leahu

 

 

EINLEITUNG

Komplexe Rehabilitationen im Frontzahnbereich erfordern eine sorgfältige Kontrolle von Form, Farbe und optischen Eigenschaften. Bei dieser implantatgetragenen Restauration wurde ein Gerüst aus KATANA™ Zirconia YML mit CERABIEN™ ZR und CERABIEN™ MiLai (alle Kuraray Noritake Dental Inc.) kombiniert, um das gewünschte ästhetische Ergebnis zu erzielen.

 

 

 

GERÜSTDESIGN

In das Gerüstdesign wurden ein vestibuläres Cut-back von 1mm und ein freies inzisales Drittel aus Zirkonoxid integriert, um ausreichend Platz für die Keramikschichten zu schaffen. Für die implantatgetragene Restauration wurde KATANA™ Zirconia YML verwendet (Abb. 1). Die Sintertemperatur betrug 1.550 °C.

 

Fig. 1. Gerüstdesign mit einem vestibulären Cut-back von 1mm und einem freien inzisalen Drittel aus Zirkonoxid.

 

MATERIAL:

KATANA™ Zirconia YML

 

BASISAUFBAU MIT CERABIEN™ ZR

Der erste Keramikbrand mit der hochschmelzenden CERABIEN™ ZR Keramik diente dazu, klar definierte und stabile Konkavitäten mit ausreichender Helligkeit und Leuchtkraft zu erzeugen (Abb. 2). Verwendet wurden 0.5 NW Body, Enamel 1, LTx, Tissue 3 und Tissue 4. Die Brenntemperatur betrug 940 °C.

 

Fig. 2. Basisaufbau mit CERABIEN™ ZR unter Verwendung von 0.5 NW Body, Enamel 1, LTx, Tissue 3 und Tissue 4.

 

MATERIAL:

CERABIEN™ ZR

 

INTERNE CHARAKTERISIERUNG

Die interne Charakterisierung erfolgte mit CERABIEN™ MiLai Internal Stains (Abb. 3). Cervical 2 + Bright (im Verhältnis 40/60 gemischt), White + (A+) + Bright (50/10/40) und Tissue Red + Bright (60/40) wurden wie angegeben aufgetragen. Die Brenntemperatur betrug 700 °C. Die Internal Stains wurden eingesetzt, um die interne Anatomie und Charakterisierung der Restauration nachzubilden und die Farbanpassung an die natürlichen Zähne zu unterstützen (Abb. 4 bis 6).

 

Fig. 3. Interne Charakterisierung mit CERABIEN™ MiLai Internal Stains.

 

Fig. 4. Detail der inzisalen Charakterisierung. (links)

Fig. 5. Detail der zervikalen Charakterisierung. (rechts)

 

Fig. 6. Intraorale Referenz zur Anpassung der Restauration an die natürlichen Zähne.

 

FINALER AUFBAU MIT CERABIEN™ MiLai

Die Brücke wurde mit der niedrigschmelzenden CERABIEN™ MiLai Keramik fertiggestellt. Für den finalen Aufbau wurden LT1, LTx und ELT1 verwendet (Abb. 7). Die Brenntemperatur betrug 780 °C. Anschließend wurde Tissue 1 aufgetragen, um die endgültige Gingivaform zu gestalten (Abb. 8). Bei diesem Brand betrug die Temperatur 740 °C. Die Abbildungen 9, 10 und 11 zeigen die fertiggestellte Restauration extraoral, bei der intraoralen Einprobe und nach der definitiven Eingliederung auf den Implantaten.

 

Fig. 7. Finaler Keramikaufbau mit LT1, LTx und ELT1.

 

Fig. 8. Gingivaaufbau mit Tissue 1

 

Fig. 9. Fertiggestellte implantatgetragene Brücke

 

Fig. 10. Finale Restauration bei der Einprobe.

 

Fig. 11. Finales intraorales Ergebnis

 

FAZIT

Der vorgestellte hybride Ansatz verbindet die Vorteile hoch- und niedrigschmelzender Keramiken für die ästhetische Individualisierung von Zirkonoxidrestaurationen im Frontzahnbereich. Mit der hochschmelzenden CERABIEN™ ZR Keramik können zunächst die Grundmorphologie und die optische Basis geschaffen werden, bevor die Charakterisierung und die finale Schichtung bei niedrigeren Temperaturen erfolgen. Da die zuvor gebrannten CERABIEN™ ZR Schichten während der anschließenden CERABIEN™ MiLai Brände stabil bleiben, kann die Restauration weiter individualisiert werden, ohne die bereits geschaffenen Strukturen zu verändern.

 

 

KOMPROMISSLOS.
UNÜBERTROFFEN.
DEINS.

 

 

Kuraray Noritake Award 2026: Identische Parameter, individuelle Handschriften

Kuraray Noritake Award 2026: Identische Parameter, individuelle Handschriften

Die Förderung des zahntechnischen Nachwuchses hat bei Kuraray Noritake Tradition. In diesem Jahr initiierte das Unternehmen bereits zum sechsten Mal den Kuraray Noritake Award. Mehr als 50 Auszubildende und junge Zahntechniker nahmen teil. 

Die Ausgangslage für die Qualifikation war für alle gleich: vorgegebene Datensätze, identische Aufgabenstellung, derselbe Werkstoff. Die Arbeiten wurden aus KATANA™ Zirconia STML gefräst und anschließend von den Teilnehmenden in Form, Oberfläche und Charakterisierung ausgearbeitet. Am Ende sah keine Arbeit aus wie die andere. Wer mit seiner Umsetzung am meisten überzeugte, reiste Mitte September zum Finale. Dieses begann mit einem Get-together in Kelsterbach. Am nächsten Tag ging es im CreativLab von Kuraray Noritake (Hattersheim) an den Arbeitstisch. Gemeinsam mit ZTM Jochen Peters arbeiteten die Finalistinnen und Finalisten mit CERABIEN™ ZR und vertieften die keramische Schichttechnik. Dabei konnten sie direkt sehen, wie andere an dieselbe Aufgabe herangehen: Welche Lösungen wählen sie? Was lässt sich für die eigene Arbeit mitnehmen?

Die drei Bestplatzierten

Am Ende des Finaltages wurden die drei besten Wettbewerbsarbeiten ausgezeichnet. Laura Leier belegte den ersten Platz, gefolgt von Annabell Ritter auf Platz zwei und Marvin Matschke auf Platz drei. Mustafa Alzemo von Kuraray Noritake bringt auf den Punkt, was den Wettbewerb ausmacht: „Spannend ist, wie unterschiedlich dieselbe Aufgabe gelöst wird. Genau das macht diesen Award für mich besonders: Die Teilnehmenden sehen, wie andere arbeiten, können die eigene Arbeit besser einordnen und nehmen neue Ideen mit.“

Kuraray Noritake Dental Inc. stellt den KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vor

Kuraray Noritake Dental Inc. stellt den KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vor

Kuraray Noritake Dental stellt den KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vor – eine neue Generation von Hochleistungsblöcken für die Chairside-CAD/CAM-Verarbeitung

Kuraray Noritake Dental Inc. gibt die Markteinführung von KATANA™ AVENCIA™ Block 2 bekannt, einem Hochleistungsblock der zweiten Generation, der für effiziente, hochwertige Einzelzahnrestaurationen im Chairside-CAD/CAM-Workflow entwickelt wurde.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 wurde für Inlays, Onlays, Veneers und Kronen entwickelt und ist in zwei optimierten Varianten erhältlich. Die Variante „Multi-Layered“ (ML) bietet einen nahtlosen Farbverlauf für Kronen mit natürlichem Erscheinungsbild, während die Variante „High-Translucent“ (HT) für Teilrestaurationen wie Inlays und Onlays konzipiert ist. Beide Varianten enthalten hochkonzentrierte, ultrafeine Partikelfüllstoffe, die für zuverlässige mechanische Eigenschaften und gleichbleibende Ästhetik sorgen.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vereint Festigkeit mit optischer Integration. Sein firmeneigenes Herstellungsverfahren ermöglicht eine gleichmäßige Kunststoffimprägnierung, eine hohe Füllstoffdichte und glatte Oberflächen, was zu zuverlässigen Restaurationen und langfristiger Verschleißfestigkeit beiträgt. Das Material lässt sich schnell auf Hochglanz polieren, was dazu beiträgt, die Behandlungszeit zu verkürzen, ohne die Ästhetik zu beeinträchtigen.

Die Blöcke sind für unkomplizierte klinische Arbeitsabläufe konzipiert. Sie lassen sich mit gängigen CAD/CAM-Systemen bearbeiten, ermöglichen das Nass- oder Trockenfräsen und erfordern kein Brennen. Die Befestigungsprotokolle sind sowohl mit selbstadhäsiven als auch mit konventionellen Befestigungskompositen kompatibel und bieten somit Flexibilität je nach klinischer Präferenz.

Als Teil des 360°-Workflows von Kuraray Noritake lässt sich der KATANA™ AVENCIA™ Block 2 nahtlos in etablierte restaurative Lösungen wie PANAVIA™ SA Cement Universal, PANAVIA™ V5 und CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2 integrieren und unterstützt so vorhersagbare Ergebnisse bei einem breiten Spektrum klinischer Indikationen. Die Restaurationen bleiben mit Kompositmaterialien modifizierbar und reparierbar, was eine langfristige Pflege ermöglicht.

Mit KATANA™ AVENCIA™ Block 2 erhalten Zahnärzte eine zeitsparende Lösung, die sowohl funktionelle Zuverlässigkeit als auch natürliche Ästhetik in der täglichen restaurativen Zahnmedizin gewährleistet. 

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 ist in den Ausführungen „Multi-Layered“ (ML) und „High-Translucent“ (HT) erhältlich, in verschiedenen Farbtönen und Größen sowie mit zwei Mandrel-Optionen: „Universal“ und „CEREC“, was die Kompatibilität mit bevorzugten CAD/CAM-Systemen gewährleistet.

7 Fehler, die für ein natürliches Ergebnis vermieden werden sollten - mit KATANA Zirconia YML und CERABIEN MiLai

 

Von Jade Sidou Trabuc, CDT

 

Lebensechte Ergebnisse: Restauration eines mikrogeschichteten lateralen Schneidezahns mit CERABIEN™ MiLai Keramik. Innencharakterisierung und minimale Schichtung wurden eingesetzt, um eine natürliche Form, harmonische Transluzenz und realistische Oberflächentextur zu reproduzieren. Verwendete Pulver: CCV2 und LTx, Internal Stains für Effekte sowie Oberflächenmalfarben, um Details nachzubilden und das Lächeln harmonisch einzugliedern.

 

7 FEHLER, DIE FÜR EIN NATÜRLICHES ERGEBNIS VERMIEDEN WERDEN SOLLTEN

Ästhetische Misserfolge bei keramischen Restaurationen sind nahezu nie auf das Material selbst zurückzuführen. In zehn Jahren Laborpraxis habe ich nur selten erlebt, dass eine Restauration aufgrund des Zirkonoxids oder der Verblendkeramik gescheitert ist. Was ich stattdessen beobachte, ist eine Reihe wiederkehrender Fehler, die während des Herstellungsprozesses häufig kaum sichtbar sind und das finale Ergebnis unter natürlichen Lichtbedingungen oder bei der intraoralen Bewertung letztlich beeinträchtigen.

 

KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai (Kuraray Noritake Dental Inc.) sind Materialien mit bemerkenswerten optischen Eigenschaften. Ihr Lichtverhalten ähnelt stark dem natürlicher Zähne, vorausgesetzt, der gesamte Herstellungsprozess wird konsequent umgesetzt. Die Qualität einer Restauration wird nicht durch die Anzahl der eingesetzten Effekte bestimmt. Entscheidend ist vielmehr das Verständnis der Prinzipien, die die Wahrnehmung von Farbton, Transluzenz und Oberflächentextur steuern.

 

Aus meiner täglichen Erfahrung im Labor heraus zeigt dieser Artikel die sieben häufigsten Fehler, die ich bei der Herstellung von Micro-Layering-Restaurationen beobachtet habe, sowohl in meiner eigenen Arbeit als auch bei Kolleginnen und Kollegen. Für jeden dieser Fehler erläutere ich, warum er entsteht, welche optischen Konsequenzen er hat und welche praktische Lösung unmittelbar umgesetzt werden kann.

 

 

  • Fehler Nr. 1: Von Anfang an die falsche Transluzenz wählen
  • Fehler Nr. 2: Ein Foto kopieren, statt den natürlichen Zahn zu verstehen
  • Fehler Nr. 3: Den Einfluss der klinischen Präparation vernachlässigen
  • Fehler Nr. 4: Versuchen, den Farbton ausschließlich mit Keramik zu korrigieren
  • Fehler Nr. 5: Übermäßige Kontraste zwischen keramischen Effekten erzeugen
  • Fehler Nr. 6: Die Bedeutung von Politur und Oberflächenfinish unterschätzen
  • Fehler Nr. 7: Die Arbeit unter nur einer Lichtquelle beurteilen

 

GERÜST, OPTISCHE INTERPRETATION UND KLINISCHE PRÄPARATION

Fehler Nr. 1 – Von Anfang an die falsche Transluzenz wählen

 

Warum es passiert: Die Auswahl von KATANA Zirconia YML erfolgt häufig aus Gewohnheit oder als Standardlösung aufgrund seiner herausragenden Vielseitigkeit im Hinblick auf die mechanische Festigkeit, ohne die tatsächliche klinische Situation zu berücksichtigen, insbesondere die Farbe des darunterliegenden Untergrunds (heller oder dunkler Stumpf, gegossener Stiftaufbau/Inlay-Core). Der Transluzenz-/Opazitätsgrad von KATANA Zirconia (UTML, STML oder HTML PLUS) sollte entsprechend dem Farbton des präparierten Stumpfs, der verfügbaren Reduktionsstärke und der Helligkeit der Nachbarzähne ausgewählt werden.

 

Konsequenzen: Ein zu transluzentes Gerüst auf einem dunklen Stumpf erzeugt einen tiefen gräulichen Effekt, der sich nachträglich nicht durch keramische Schichtung korrigieren lässt. Umgekehrt blockiert ein zu opakes Gerüst die Lichttransmission und führt zu einem stumpfen, kreidigen und leblosen Erscheinungsbild.

 

Lösung: Beurteilen Sie vor der Bestellung der Disc immer den Farbton des präparierten Stumpfs. Nutzen Sie die KATANA Zirconia YML Auswahlhilfen, die Stumpfhelligkeit, verfügbare Reduktionsstärke und Zielfarbe miteinander in Beziehung setzen. Bei Arbeiten mit Lithiumdisilikat auf C3- oder D4-Stümpfen sollten ML- oder HT-Blöcke bevorzugt werden, um die Helligkeit zu erhalten, ohne dass die darunterliegende Dunkelheit das finale Oberflächenerscheinungsbild beeinflusst.

 

Fehler Nr. 2 – Ein Foto kopieren, statt den natürlichen Zahn zu verstehen

 

Warum es passiert: Die Versuchung ist groß, das vom Behandler bereitgestellte Farbfoto exakt zu reproduzieren. Ein Foto ist jedoch eine Interpretation von Licht, nicht das Licht selbst. Es flacht Volumina ab, verstärkt bestimmte Reflexionen und lässt feine Übergänge verschwinden.

 

Konsequenzen: Effekte werden reproduziert, ohne ihren Ursprung zu verstehen. Ein auf einem Foto sichtbarer inzisaler Halo kann lediglich eine optische Täuschung sein, die durch den Winkel des Blitzes entsteht. Der Versuch, ihn keramisch nachzubilden, kann zu einem künstlichen und statischen Erscheinungsbild führen.

 

Lösung: Lernen Sie, einen Zahn zu lesen, statt ihn zu kopieren. Analysieren Sie die Verteilung der Entwicklungsloben und die Lichtrichtung im Foto und unterscheiden Sie echte transluzente Bereiche von einfachen Reflexionen. Mit CERABIEN MiLai arbeiten wir unter Berücksichtigung dessen, wie Licht innerhalb der Restauration zirkuliert, statt uns ausschließlich auf das Oberflächenerscheinungsbild zu konzentrieren.

 

Fehler Nr. 3 – Den Einfluss der klinischen Präparation vernachlässigen

 

Warum es passiert: Der Zahntechniker arbeitet auf Basis der Abformung oder des digitalen Modells, das vom Behandler bereitgestellt wurde. Insbesondere bei engen Zeitvorgaben ist es nicht immer möglich, eine unterreduzierte oder unregelmäßige Präparation zurückzuweisen.

 

Konsequenzen: Eine unzureichende Zahnreduktion zwingt den Techniker dazu, ein zu dünnes Gerüst herzustellen, wodurch nicht genügend Raum für die keramische Schichtung mit CERABIEN MiLai bleibt. Eine verfärbte Präparation oder ein nicht opaker Stiftaufbau beeinträchtigt die gesamte optische Kette: Selbst die feinste Keramik kann einen opaken, gräulichen darunterliegenden Untergrund nicht kompensieren.

 

Lösung: Etablieren Sie ein systematisches Kommunikationsprotokoll mit dem Behandler, einschließlich eines Formulars zur Beurteilung des verfügbaren Raums (vestibuläre, okklusale und approximale Platzverhältnisse), Fotos der Stumpffarbe unter natürlichem Licht und, wenn möglich, unter polarisiertem Licht. Zögern Sie nie, Präparationsanpassungen schriftlich anzufordern. Ein gut dokumentierter Herstellungsbericht schützt den Zahntechniker und trägt zu einem besseren klinischen Ergebnis bei.

 

Tipp: Vor Beginn eines komplexen Falls ermöglicht die Beurteilung von Stumpffarbe, verfügbarem restaurativem Raum und Lichtbedingungen, die meisten ästhetischen Herausforderungen vorauszusehen.

 

KERAMIK KANN NICHT ALLES KOMPENSIEREN

Fehler Nr. 4 – Versuchen, den Farbton ausschließlich mit Keramik zu korrigieren

 

Dies ist einer der häufigsten und zeitaufwendigsten Fehler. Er beruht auf einem Missverständnis: dass Schichtkeramik ein universelles Werkzeug zur Farbkorrektur sei. In Wirklichkeit ist die finale Farbe einer mikrogeschichteten Restauration das Ergebnis einer Gleichung mit vier Variablen, Gerüst, Stumpf, Befestigungszement und Keramik, und die Veränderung einer Komponente ohne Berücksichtigung der übrigen führt zwangsläufig zum Scheitern.

 

Praktisch bedeutet das: Ist das ausgewählte KATANA Zirconia YML Gerüst für einen C4-Stumpf zu hell, führt das Auftragen einer stärker gesättigten CERABIEN MiLai Keramik an der Oberfläche zu einer Restauration mit zwei unterschiedlichen Erscheinungsbildern: zu warm im reflektierten Licht und zu grau im transmittierten Licht. Lichtreflexion und Lichttransmission verhalten sich nicht gleich, und das menschliche Auge nimmt beides gleichzeitig wahr.

 

Lösung: Legen Sie das gesamte optische Konzept bereits vor Beginn der Arbeit fest. Kennen Sie die vom Behandler geplante Zementfarbe oder fragen Sie gezielt danach, beurteilen Sie das Gerüst vor der Schichtung im Durchlicht und bauen Sie die Restauration mit Blick auf den Gesamtwert auf, statt sich ausschließlich auf den Oberflächenfarbton zu konzentrieren.

 

Fehler Nr. 5 – Übermäßige Kontraste zwischen keramischen Effekten erzeugen

 

Die Versuchung, jeden verfügbaren Effekt einzusetzen, ist verständlich. CERABIEN MiLai Keramiken bieten eine außergewöhnlich umfangreiche Auswahl an opaleszenten, fluoreszierenden, Mamelon- und Inzisaleffektmassen. Gerade aufgrund dieser Vielfalt kann es leicht zu einer Übercharakterisierung kommen.

 

Natürliche Zähne zeigen subtile optische Phänomene. Interne Merkmale wie Mamelons, Halos und transluzente Bereiche sind in der Regel dezent und werden erst aus kurzer Distanz sichtbar. Das natürliche Erscheinungsbild einer Restauration hängt nicht von der Intensität dieser Effekte ab, sondern vielmehr von der Kontinuität und Harmonie der Übergänge zwischen den verschiedenen Keramikmassen.

 

Eine Restauration mit zu stark ausgeprägten Kontrasten wird selbst von einem ungeübten Betrachter sofort als künstlich wahrgenommen, da sie die Aufmerksamkeit auf sich zieht, anstatt sich harmonisch in die natürliche Bezahnung einzufügen.

 

Praktische Empfehlung: Setzen Sie Mamelon-Charakterisierungen sparsam ein und beurteilen Sie die Restauration während der Schichtung regelmäßig aus einer Mindestdistanz von etwa 50 cm. Diese makroskopische Beurteilung hilft, die Gesamtbalance der optischen Effekte zu überprüfen und übermäßige Kontraste zu vermeiden, die das natürliche Erscheinungsbild der Restauration beeinträchtigen könnten.

 

 

POLITUR, OBERFLÄCHENTEXTUR UND LICHTMANAGEMENT

Fehler Nr. 6 – Die Bedeutung von Politur und Oberflächenfinish unterschätzen

 

Der Oberflächenzustand einer keramischen Restauration ist einer der kritischsten Faktoren für ihr finales optisches Erscheinungsbild und einer der am häufigsten unterschätzten. Die Oberflächentextur wirkt als Schnittstelle zwischen einfallendem Licht und Betrachter.

 

Eine übermäßig glatte Oberfläche reflektiert Licht spiegelnd und erzeugt helle Glanzlichter, die subtile Farbabweichungen sichtbar machen können. Umgekehrt streut eine zu raue Oberfläche Licht unkontrolliert, senkt den wahrgenommenen Value und verstärkt chromatische Unregelmäßigkeiten. Bei CERABIEN MiLai Keramiken spielt der Glanzbrand eine besondere Rolle: Er homogenisiert die während der Schichtung entstandenen Mikrotexturen und trägt zur Tiefenwirkung bei. Eine zu dicke oder zu dünne Glasurschicht verändert die optische Wirkung und das Zusammenspiel der einzelnen Schichten. Bei korrekter Anwendung kann die manuelle Politur nach dem Brand den Glanzbrand hinsichtlich Natürlichkeit sogar übertreffen, da sie die Reproduktion differenzierter anatomischer Texturen ermöglicht, glatter im zervikalen Bereich und stärker texturiert in der Inzisalregion.

 

Praktische Empfehlung: Stimmen Sie die Politur sequenziell auf die verschiedenen anatomischen Bereiche ab. Verwenden Sie Silikonpolierer mit progressiv feineren Körnungen und halten Sie dabei einen leichten, konstanten Druck ein. Bei monolithischen Restaurationen aus KATANA Zirconia YML sollte das Politurprotokoll mit einer 1-μm-Diamantpaste abgeschlossen werden, um eine Oberflächenglätte zu erzielen, die natürlichem Schmelz vergleichbar ist. Bei geschichteten Restaurationen mit CERABIEN MiLai wird die Oberflächentextur vor dem Glanzbrand mit einem feinen rotierenden Instrument angelegt und der Oberflächenzustand vor dem finalen Brand überprüft.

 

Politur-Tipp: Ich bewahre stets einen unbehandelten extrahierten natürlichen Zahn als Referenz für die Oberflächentextur auf meiner Werkbank auf. Bevor ich die finale Politur freigebe, vergleiche ich die Restauration unter Streiflicht mit diesem Zahn. Es ist eine einfache, kostenfreie und bemerkenswert effektive Methode, um Qualität und Natürlichkeit des Oberflächenfinishs zu beurteilen.

 

 

Fehler Nr. 7 – Die Arbeit unter nur einer Lichtquelle beurteilen

 

Dentallabore sind häufig mit kaltweißer Leuchtstoffbeleuchtung ausgestattet, praktisch für die tägliche Arbeit, aber irreführend bei der Beurteilung einer Restauration. Kühles Licht neigt dazu, den Value (Helligkeit) zu überschätzen, Rot- und Gelbtöne zu unterdrücken und die Wahrnehmung von Transluzenz zu reduzieren. Eine Restauration, die unter diesen Bedingungen ideal erscheint, kann bei natürlichem Tageslicht grau oder stumpf wirken und unter der in Wohnbereichen üblichen Glühlampenbeleuchtung übermäßig warm erscheinen.

 

Dieses als Metamerie bekannte Phänomen ist bei stark fluoreszierenden Keramiken wie CERABIEN MiLai besonders kritisch. Fluoreszierende Pigmente reagieren je nach spektraler Zusammensetzung der Lichtquelle unterschiedlich: Eine stark fluoreszierende Restauration kann unter UV-reichem natürlichem Licht oder ultravioletter Beleuchtung außergewöhnlich vital wirken, unter gefiltertem Kunstlicht jedoch deutlich unauffälliger.

 

Wird dieses optische Verhalten ignoriert, können Restaurationen entstehen, deren Erscheinungsbild sich nach der intraoralen Eingliederung unerwartet verändert.

 

Praktische Empfehlung: Implementieren Sie ein Drei-Licht-Beurteilungsprotokoll bestehend aus natürlichem Tageslicht (diffuses Nordlicht), warmem Kunstlicht (3000 K) und neutraler Leuchtstoff- oder LED-Beleuchtung (4000 K).

 

Beurteilen Sie die Restauration unter jeder Lichtbedingung zunächst isoliert und anschließend im Kontext, auf dem Modell positioniert und neben den Nachbarzähnen.

 

Die unter diesen verschiedenen Lichtquellen beobachteten Unterschiede im optischen Verhalten sagen mehr über Qualität und Integration der Restauration aus als jede andere Beurteilungsmethode.

 

Licht-Tipp: In meinem Labor habe ich ein kleines nach Norden ausgerichtetes Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung. Es dient mir als primäre Lichtreferenz. Jede Restauration wird vor Verlassen des Labors unter diesem natürlichen diffusen Licht beurteilt. Diese zwei Minuten Kontrolle haben mich vor vielen unnötigen Neuanfertigungen und Korrekturen bewahrt.

 

Dieses Drei-Licht-Beurteilungsprotokoll ermöglicht es, Metamerie vor der Auslieferung zu erkennen, das Verhalten der Restauration unter den unterschiedlichen Lichtbedingungen vorherzusehen, denen der Patient begegnet, und die Fluoreszenz der Keramik unter verschiedenen spektralen Bedingungen zu validieren.

 

FAZIT: OPTISCHE KONTROLLE VOR OPTISCHEN EFFEKTEN

Nach Jahren der Arbeit mit KATANA Zirconia YML und CERABIEN MiLai bleibt eine Überzeugung unverändert: Nicht die Materialien begrenzen das Ergebnis, sondern unser Verständnis dafür, wie wir sie einsetzen. Diese sieben Fehler sind keine beruflichen Niederlagen, sondern logische Stolperfallen, denen jeder Zahntechniker auf dem Weg zur Exzellenz begegnet. Sie zu erkennen, zu benennen und zu verstehen, ist bereits die halbe Miete.

 

Was eine durchschnittliche Restauration von einer außergewöhnlichen unterscheidet, ist selten die Komplexität ihrer Schichtung. Häufiger ist es die Konsequenz der dahinterstehenden Entscheidungen: die Auswahl der passenden Zirkonoxid-Transluzenz und -Opazität entsprechend der klinischen Situation; die präzise Beurteilung der optischen Eigenschaften der natürlichen Zähne; ein effektiver Austausch mit dem Behandler zu Präparation und Zementauswahl; Zurückhaltung beim Einsatz von Effekten; die Anwendung sorgfältiger Politurprotokolle und die Einhaltung eines disziplinierten Lichtbeurteilungsverfahrens. Es sind einfache Prinzipien, doch ihre systematische Anwendung kann die Gesamtqualität und Konsistenz der Laborarbeit deutlich steigern.

 

Optisches Verständnis

Studieren Sie Licht, Morphologie und Übergangsbereiche, bevor Sie zum Pinsel greifen. Eine erfolgreiche Restauration beginnt mit Beobachtung, nicht mit Schichtung.

Workflow-Konsistenz

Gerüst, darunterliegendes Zahnsubstrat, Befestigungszement und keramische Restauration müssen als integriertes System betrachtet werden. Jede Komponente beeinflusst das optische und mechanische Verhalten der anderen, und keine einzelne Korrekturmaßnahme kann ein schwaches Glied innerhalb der restaurativen Kette vollständig kompensieren.

Zurückhaltung bei optischen Effekten

Interne Effekte sollten die Natürlichkeit unterstützen, statt Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. In der keramischen Ästhetik sind subtile Übergänge wichtiger als die Intensität einzelner Charakterisierungen.

Strenge Evaluation

Beurteilen Sie die Restauration unter mehreren Lichtbedingungen, aus unterschiedlichen Betrachtungsabständen und innerhalb ihres klinischen Umfelds. Ein strenges Validierungsprotokoll bildet die letzte Absicherung vor Auslieferung und definitiver Eingliederung.

 

Nach Jahren der Erfahrung habe ich festgestellt, dass CERABIEN MiLai mit seinem außergewöhnlichen Farbreichtum und seinem optischen Verhalten, das dem natürlichen Zahngewebe sehr nahekommt, sein volles Potenzial nur bei gezieltem Einsatz entfaltet. Es verzeiht keine Übertreibung, belohnt meisterhafte Kontrolle jedoch großzügig. Genau deshalb ist es aus meiner Sicht eines der naturgetreuesten Schichtsysteme, die heute verfügbar sind, und eignet sich gleichermaßen für Einzelzahn- und mehrgliedrige Restaurationen. Seine Vielseitigkeit und optische Konstanz ermöglichen es dem Keramiker, hochgradig natürliche Ergebnisse zu erzielen und gleichzeitig die vollständige Kontrolle über den restaurativen Prozess zu behalten.

 

"Eine natürliche Restauration sollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sollte sich einfach richtig anfühlen. Es sind optische Prinzipien, nicht die Menge der Effekte, die die Illusion von Leben erzeugen."

– Jade Sidou Trabuc

 

 

KOMPROMISSLOS.
UNERREICHT.
DEINS.

 

 

Zwei Inlays. Eine Sitzung.

Zwei Inlays. Eine Sitzung.

CAD/CAM-Komposit: Wie KATANA™ AVENCIA™ Block 2 einen effizienten Workflow ermöglicht

Dr. Daniel Ospina-Klinck

Eine Neuversorgung, ein klarer Patientenwunsch und ein vollständig digitaler Ablauf: Das Fallbeispiel zeigt, wie sich Seitenzahnrestaurationen mit einem CAD/CAM-Komposit chairside realisieren lassen – von der digitalen Erfassung über die Fertigung bis zur adhäsiven Eingliederung innerhalb einer Sitzung.

 

Ausgangssituation: Funktionelle Defizite erfordern neue Lösung

Eine Patientin stellte sich mit insuffizienten Kompositrestaurationen an den Zähnen 17 und 47 vor. Die bestehenden Füllungen zeigten deutliche Verschleißerscheinungen und waren insbesondere im okklusalen Bereich stark abgenutzt. Zunehmende Beschwerden unter Kaubelastung führten zum Wunsch nach einer stabilen und langlebigen Neuversorgung. Zusätzlich bestand aufgrund beruflicher Verpflichtungen der ausdrückliche Wunsch nach einer Behandlung innerhalb eines Termins.

Die klinische Situation wurde als geeignet für eine indirekte Versorgung mittels Inlays bewertet. Aufgrund der funktionellen Belastung im Seitenzahnbereich und der Defektgröße fiel die Entscheidung auf eine adhäsiv befestigte CAD/CAM-Versorgung.

Abb. 1 Ausgangssituation: Die vorhandene Kompositrestauration zeigt deutliche funktionelle Defizite und okklusale Abnutzung

 

Materialentscheidung: Chairside-Workflow ohne zusätzlichen Sinterprozess

Für die Herstellung der Inlays wurde KATANA™ AVENCIA™ Block 2 eingesetzt. Das CAD/CAM-Komposit ermöglicht eine direkte Weiterverarbeitung nach der Fertigung. Ein zusätzlicher Kristallisations- oder Sinterprozess entfällt – ein wichtiger Vorteil, wenn eine Versorgung innerhalb einer Sitzung umgesetzt werden soll. Gleichzeitig bietet das Material durch seine Zusammensetzung ein weniger sprödes Verhalten als klassische keramische Werkstoffe. Gerade bei funktionell belasteten Seitenzahnrestaurationen kann diese Materialcharakteristik eine interessante Option darstellen.

Dabei bleibt die Indikation entscheidend: Für umfangreichere Versorgungen oder stark belastete Bereiche können hochfeste keramische Materialien weiterhin Vorteile hinsichtlich Langzeitstabilität und Verschleißresistenz bieten. Im vorliegenden Fall überzeugte jedoch die Kombination aus effizientem Chairside-Workflow und materialgerechtem Einsatz.

 

Digitaler Workflow: Vom Scan zur definitiven Eingliederung

Nach Entfernung der insuffizienten Restaurationen und Präparation der Kavitäten erfolgte die digitale Abformung mit Primescan 2. Die Konstruktion der beiden Inlays wurde chairside vorgenommen. Nach dem Fräsen mit der Primemill folgte ohne weiteren Zwischenschritt die abschließende Politur mit diamantierten Polierinstrumenten.

Für die adhäsive Eingliederung wurde ein abgestimmter Workflow aus dem Hause Kuraray Noritake genutzt: Nach Reinigung der Restaurationsoberflächen mit KATANA™ Cleaner und entsprechender Vorbehandlung der Zahnhartsubstanz erfolgte die definitive Befestigung mit PANAVIA™ V5.

Abb. 2, 3 Die CAD/CAM-Kompositrestauration zeigt eine anatomisch ausgeformte Okklusalfläche und ohne weiteren Individualisierungsprozess eine natürliche Ästhetik

 

Ergebnis: Funktionell integriert – in einer Sitzung abgeschlossen

Die fertigen Inlays zeigten eine gute Passung und konnten harmonisch in die bestehende Okklusion integriert werden. Die Versorgung wurde vollständig innerhalb einer Sitzung abgeschlossen. Bei der anschließenden Kontrolle traten weder postoperative Sensibilitäten noch funktionelle Einschränkungen auf. Der Fall zeigt, dass Chairside-Konzepte heute mehr bedeuten als eine reine Zeitersparnis. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus digitalem Workflow, passender Materialwahl und einem abgestimmten adhäsiven Konzept. Werden diese Faktoren miteinander verbunden, entsteht eine effiziente restaurative Lösung, die sich an den klinischen Anforderungen und den Bedürfnissen der Patienten orientiert.

Abb. 4 Klinisches Ergebnis nach Eingliederung des CAD/CAM-gefertigten Inlays

 

Fazit

Die chairside gefertigte Versorgung mit KATANA™ AVENCIA™ Block 2 erweitert das Spektrum digitaler Restaurationsmöglichkeiten insbesondere bei Patienten, die eine effiziente Behandlung in nur einer Sitzung wünschen. Der klinische Erfolg basiert dabei auf einer konsequenten Abstimmung aller Prozessschritte – von der Indikation über die digitale Fertigung bis zur adhäsiven Befestigung.

 

Dr. Daniel Ospina-Klinck: „Die Stärke des Chairside-Workflows liegt nicht allein in der Geschwindigkeit, sondern in der Möglichkeit, einen vollständig digitalen und kontrollierten restaurativen Prozess umzusetzen.“

 

Dr. Daniel Ospina-Klinck verbindet als Zahnarzt, Zahntechniker und Implantologe klinische Erfahrung mit einem konsequent digitalen Behandlungskonzept. Sein Schwerpunkt liegt auf modernen CAD/CAM- und Chairside-Workflows.

Bio-inspirierte Weiß-Rosa-Ästhetik mit einem Micro-Layering-Konzept

von ZT Roberto Rossi

 

BIOINSPIRIERT

Rehabilitationen der Weiß-Rosa-Ästhetik erfordern einen Workflow, der präzises Gerüstdesign mit kontrollierter keramischer Schichtung kombiniert. Wenn jeder Schritt sorgfältig geplant wird, können die optischen Eigenschaften des Gerüstmaterials vollständig genutzt werden, wodurch der Bedarf an umfangreicher keramischer Schichtung reduziert wird. Der folgende Fall veranschaulicht diesen Workflow anhand eines bioinspirierten Ansatzes.

 

In diesem Fall wurde eine Micro-Layering-Technik eingesetzt, um die vestibuläre Ästhetik zu reproduzieren und gleichzeitig die Morphologie des Zirkonoxidgerüsts zu erhalten. KATANA™ Zirconia YML wurde mit der niedrigschmelzenden Keramik CERABIEN™ MiLai (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) kombiniert, wodurch sich diese Kombination sehr gut für diese Art von Restauration eignet.

 

 

GERÜSTDESIGN

Um den Bio-Design-Effekt zu verstärken, bei dem die Gerüstmorphologie die natürliche Verteilung von Dentin und Schmelz reproduziert, ist eine präzise Frässtrategie entscheidend. Die geplante Gerüstmorphologie sollte detailgetreu wiedergegeben werden, ohne Details in den Approximalbereichen oder am Übergang zwischen Weiß- Rosa-Ästhetik zu verlieren (Abb. 1). Die optischen Eigenschaften des gefrästen Gerüsts (Abb. 2) und die Präzision der gefrästen Oberfläche (Abb. 3) bilden die Grundlage für ein vorhersagbares ästhetisches Ergebnis.

 

Abb. 1: Gefräste Restauration innerhalb der Disc.

 

Abb. 2: Gefrästes Zirkonoxidgerüst, das das Cut-back-Design reproduziert.

 

Abb. 3: Detailansicht der präzise gefrästen Gerüstoberfläche.

 

Nach korrektem Sintern des Gerüsts lassen sich die optischen Eigenschaften des Multilayer-Zirkonoxids und der Effekt der kubischen Zirkonoxidphase vollständig beurteilen. Vor dem Sintern sollte der Gerüstoberfläche jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Alle Anpassungen sollten die im CAD-Design angelegte ursprüngliche Morphologie erhalten oder sogar verbessern. Das Gerüst sollte eine glatte, dichte Oberfläche ohne Rauigkeiten und Porositäten aufweisen und damit die ideale Grundlage für die anschließenden Charakterisierungsschritte bieten (Abb. 4).

 

Abb. 4: Gerüstoberfläche nach Sintern, Oberflächentexturierung und Finish.

 

Die Farbe der KATANA™ Zirconia YML Disc sollte in der Regel eine Nuance heller als die gewünschte finale Farbe gewählt werden. Dies hilft, übermäßiges Chroma und ein niedriges Value-Erscheinungsbild in Bereichen mit stärkerem Zirkonoxidanteil zu vermeiden und gleichzeitig Flexibilität bei den anschließenden Charakterisierungsund Schichtschritten zu bewahren (Abb. 5).

 

Durch die unterschiedliche Lichttransmission in den verschiedenen Schichtstärken des bio-designten Inzisalbereichs wird der Dentinkerneffekt nach dem Sintern deutlich sichtbar (Abb. 6). Statt diese optischen
Eigenschaften zu maskieren, sind die folgenden Schritte darauf ausgelegt, sie durch interne Charakterisierung und selektives Micro-Layering zu verstärken.

 

Abb. 5: Gesintertes Gerüst auf dem Modell.

 

Abb. 6: Unterschiedliche Lichttransmission des Gerüsts.

 

INTERNAL STAINING

Der erste Schritt der Gerüstindividualisierung erfolgt mit der Internal Live Stain (ILS)-Technik (Chroma map 1). In dieser Phase wird das Zirkonoxidgerüst als Dentinkern der Restauration betrachtet. Die Technik ist einfach anzuwenden, erzeugt einen unmittelbaren visuellen Effekt und eignet sich besonders für spiegelbildliche Zahngruppen sowie Rehabilitationen der weißen und rosa Ästhetik (Abb. 7 und 8).

 

Chroma map 1: Geplantes initiales Internal Staining.

 

Abb. 7: Punkte aus Internal Stains zur Visualisierung des geplanten ILS-Verfahrens.

 

Abb. 8: Geplante Verteilung der Internal Stains.

 

Die initiale Applikation zielt darauf ab, das Chroma des Zirkonoxids zu erhöhen und gleichzeitig im inzisalen Drittel einen hohen Value zu erhalten. Der hohe Value von KATANA™ Zirconia YML trägt dazu bei, die Gesamthelligkeit der Restauration nach dem anschließenden Micro-Layering mit CERABIEN™ MiLai zu bewahren.

 

Die verwendete Globule-Painting-Technik besteht aus drei Schritten: Applikation, Schattierung und Kontrolle. Sie bietet zudem einen modularen Ansatz, der zusätzliche Applikationen ermöglicht, wenn ein höherer Individualisierungsgrad erforderlich ist.

 

In dieser Phase sollten ausschließlich die tieferliegenden optischen Effekte mit Internal Stains reproduziert werden. Incisal Blue 2 wird zur Erzeugung von Opaleszenz eingesetzt, A+ zur Erhöhung des Chromas und Salmon Pink zusammen mit Tissue Red zur Charakterisierung des Gingivagewebes (Abb. 9a bis c). Die internen Effekte werden anschließend vor dem Brand beurteilt. Nach dem Brand behalten die Farben
ihr Erscheinungsbild bei (Abb. 10), sodass der Techniker direkt mit dem Micro-Layering fortfahren kann.

 

Abb. 9a: Incisal Blue 2 im Inzisalbereich appliziert.
Abb. 9b: A+ zur Erhöhung des Chromas appliziert.
Abb. 9c: Salmon Pink und Tissue Red zur Charakterisierung der Gingivagewebe appliziert.

 

Abb. 10: Gerüst nach dem Brand im Anschluss an das initiale Internal Staining.

 

Chroma map 2: Vergleich des geplanten und ausgeführten Internal Staining.

 

MICRO-LAYERING

Nach dem Internal Staining ist die Restauration bereit für das Micro-Layering mit CERABIEN™ MiLai. Je nach zu reproduzierenden Effekten und dem durch das CAD-Design vorgegebenen Platzangebot können transluzente, opaleszente und Luster-Massen eingesetzt werden, um die Schmelzschicht nachzubilden. Opake Dentinmassen können einzeln oder in Kombination im zervikalen und mittleren Drittel appliziert werden oder zur Erzeugung eines opakeren Mameloneffekts dienen.

 

Der Aufbau folgt einer definierten Sequenz (Layering map 1). CCV2 wird appliziert, um die Transluzenz zu erhalten und gleichzeitig das Chroma zu erhöhen (Abb. 11). LT1 dient als zentrale Luster-Masse im mittleren Drittel (Abb. 12), während E2 als Übergangsdentin im Inzisalbereich verwendet wird und die Grundlage für die nachfolgenden Effekte bildet (Abb. 13).

 

Schichtschema 1: Übersicht des geplanten Micro-Layering-Verfahrens.

 

Abb. 11: CCV2 zur Erhaltung der Transluzenz und gleichzeitigen Erhöhung des Chromas im zervikalen Bereich appliziert.

 

Abb. 12: LT1 als zentrale Luster-Masse im mittleren Drittel appliziert.

 

Abb. 13: E2 als Übergangsdentin im Inzisalbereich appliziert.

 

Zur Verstärkung der Opaleszenz bei gleichzeitiger Erhaltung der Transluzenz wird Aqua Blue 2 im Inzisalbereich appliziert (Abb. 14). Anschließend wird Value Liner 1 innerhalb der E2-Schicht appliziert, während Aqua Blue 2 über der Inzisalkante platziert wird, um den Kontrast der Mamelons zu erhöhen (Abb. 15).

 

Abb. 14: Aqua Blue 2 zur Verstärkung der Opaleszenz appliziert.

 

Abb. 15: Value Liner 1 und Aqua Blue 2 zur Erhöhung des Mamelonkontrasts appliziert.

 

Die Grundmorphologie wird durch eine weitere Applikation von LT1 vervollständigt, die den Übergang zwischen zervikalem und inzisalem Bereich auffüllt (Abb. 16). Für den gingivalen Anteil der Restauration
wird Tissue 5 verwendet, um die tieferen rötlichen Bereiche zu reproduzieren, während Tissue 6 auf die oberflächlichen alveolären Gewebebereiche appliziert wird (Abb. 17). Nach dem Brand werden die durch
Internal Staining und Micro-Layering erzeugten optischen Effekte deutlich sichtbar (Abb. 18).

 

Abb. 16: LT1 zur Vervollständigung des Übergangs zwischen zervikalem und inzisalem Bereich appliziert.

 

Abb. 17: Tissue 5 und Tissue 6 zur Reproduktion des Gingivagewebes appliziert.

 

Abb. 18: Restauration nach dem Brand im Anschluss an das Micro-Layering-Verfahren.

 

ILS-ANPASSUNG

Eine der Stärken der ILS-Technik ist ihre Modularität. Mehrere Effekte können bereits während der initialen Charakterisierung appliziert werden, oder die Brennzyklen können getrennt werden, um später zusätzliche Effekte zu ergänzen. Da die Internal Stains darauf ausgelegt sind, während des Brands stabil zu bleiben, und keine internen Flussmittel enthalten, kann eine weitere Charakterisierung erfolgen, ohne die vorherige Applikation zu beeinträchtigen.

 

Ein weiterer Vorteil ist das unmittelbare Erscheinungsbild der applizierten Effekte. Dadurch kann der Techniker die Farbverteilung direkt während der Applikation beurteilen und das Ergebnis mit dem gewünschten Resultat vergleichen. Die Farbstabilität der Internal Stains nach dem Brand bietet zudem eine hervorragende Kontrolle während des gesamten Verfahrens. Das vor dem Brand beobachtete Erscheinungsbild entspricht dem gebrannten Ergebnis sehr genau, wodurch die Charakterisierung überprüft werden kann, bevor die Restauration erneut in den Ofen gegeben wird. Dies kann besonders
hilfreich sein, wenn digitale Farbbestimmungssysteme wie Fotografie oder Spektralphotometrie eingesetzt werden.

 

Vor dem Auftragen einer zweiten Schicht Internal Stains sollte die gebrannte Oberfläche mit feinen Diamantinstrumenten überarbeitet werden, um eine glatte Oberfläche für die Malfarben zu erhalten (Abb. 19). In dieser Phase werden die oberflächlichen Schmelzeffekte verfeinert, indem ausgewählte Charakterisierungseffekte verstärkt, die Opaleszenz erhöht und lokalisierte Spots ergänzt werden (Chroma map 3).

 

Im vorliegenden Fall wurde eine Mischung aus White und Mamelon Orange 2 (4:1) appliziert, um die Mamelons zu verstärken. Anschließend wurde Incisal Blue 2 angrenzend an die Mamelons platziert, um den Kontrast zu verstärken.

 

Chroma map 3: Darstellung der geplanten ILS-Anpassung.

 

Abb. 19: Überarbeitung der Gerüstoberfläche vor der zweiten Applikation von Internal Stains.

 

FINALE SCHICHTUNG

Die finale Schichtphase dient dazu, sowohl die Morphologie als auch die Schmelzeffekte mit Luster- und Schmelzmassen zu verfeinern. In diesem Schritt sollten alle mit ILS charakterisierten Bereiche mit Keramik bedeckt werden.

ELT1

LT1

LT1 kann verwendet werden, um das zervikale und mittlere Drittel zu vervollständigen, sofern keine weitere Erhöhung des Chromas erforderlich ist, während der Value der Restauration erhalten bleibt. Im selben Schritt wird LTx vom mittleren Drittel in Richtung Inzisalbereich appliziert, um die Transluzenz zu erhöhen und im Inzisalbereich einen niedrigeren Value-Effekt zu erzeugen (Abb. 20). Anschließend wird ELT1 eingesetzt, um die Morphologie zu verfeinern und durch den Eindruck größerer Schmelzstärke in den Approximalbereichen den natürlichen Schmelzkontrast zu reproduzieren. Für das Gingivagewebe wird Tissue 5 appliziert, um Schrumpfung zwischen den Zähnen und in den tieferen Bereichen zu kompensieren, während Tissue 1 verwendet wird, um das transluzente Erscheinungsbild der oberflächlichen Gingivagewebe zu reproduzieren (Abb. 21).

 

Abb. 20: Applikation von LT1 und LTx während der finalen Schichtphase.

 

Abb. 21: Abgeschlossene Schmelz- und Gingivaschichtung.

 

OBERFLÄCHENTEXTUR UND FINISHING

Nach dem Brand der Schmelzschicht wird die Oberflächentextur mit Diamantinstrumenten unterschiedlicher Formen verfeinert, um eine natürliche Oberflächenmorphologie zu reproduzieren (Abb. 22). Vor dem Self-Glazing kann Goldpuder aufgetragen werden, um die Oberflächentextur hervorzuheben und ihre Beurteilung zu erleichtern (Abb. 23).

 

Abb. 22: Mit rotierenden Instrumenten reproduzierte Oberflächentextur.

 

Abb. 23: Goldpuder zur Hervorhebung der Oberflächentextur vor dem Self-Glazing aufgetragen.

 

Abb. 24: Durchlichtaufnahme zur Darstellung der optischen Eigenschaften der Restauration.

 

Self-Glazing verbessert die Qualität und Kompaktheit der Keramik und erhält gleichzeitig die natürlichen Konkavitäten und Konvexitäten der Oberflächentextur. Nach dem Glanzbrand kann die Oberfläche mechanisch mit Keramikpolierern verfeinert werden, um die finale Politur zu erzielen.

 

Die Restauration kann unter verschiedenen Lichtbedingungen beurteilt werden, um die optischen Eigenschaften von KATANA™ Zirconia YML (Abb. 24), die Micro-Layering-Effekte (Abb. 25) und die Oberflächentextur zu bewerten. Das finale Ergebnis zeigt die Harmonie zwischen Weiß-Rosa-Ästhetik (Abb. 26).

 

Abb. 25: Micro-Layering-Effekte in der fertigen Restauration sichtbar.

 

Abb. 26: Finales Ergebnis der weiß-rosa-Ästhetik.

 

FAZIT

Dieser Fall zeigt, wie kontrollierte Innencharakterisierung und selektives Micro-Layering eingesetzt werden können, um die optischen Eigenschaften eines Zirkonoxidgerüsts zu erhalten und zu verstärken. Durch die Kombination aus präzisem Gerüstdesign und minimaler Keramikapplikation lässt sich eine hochgradig natürliche Weiß-Rosa-Ästhetik in einem vorhersagbaren und effizienten Workflow erzielen.

 

 

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All-in-One: 360°-Workflow – wenn alles zusammenspielt

All-in-One: 360°-Workflow – wenn alles zusammenspielt

Moderne restaurative Zahnmedizin besteht aus vielen einzelnen Schritten. Entscheidend ist, wie gut sie ineinandergreifen. Genau hier setzt der „All-in-One: 360°-Workflow“ von Kuraray Noritake an. Das Konzept verbindet Produkte, Wissen und klinische Erfahrung zu einem durchgängigen Behandlungsweg für direkte und indirekte Restaurationen.

Im Mittelpunkt des Konzeptes steht nicht das einzelne Material, sondern das Zusammenspiel entlang des gesamten Workflows – von der Reinigung und Vorbehandlung über die Adhäsivtechnik und das Restaurationsmaterial bis hin zur Befestigung und Politur.

Was dieser Systemgedanke im Praxisalltag bedeutet, zeigen die Erfahrungen von Christian Wentzel und Dr. Wojtek Libecki. Beide arbeiten mit Komponenten aus dem 360°-Workflow und beschreiben vor allem einen Vorteil: klare, vertraute Abläufe, die das gesamte Team unterstützen und dabei helfen, Behandlungsschritte sicher und reproduzierbar umzusetzen.

Christian Wentzel, Zahnarzt in Kiel, nutzt das System sowohl für direkte als auch für indirekte Versorgungen. Für ihn liegt der besondere Wert darin, unterschiedliche klinische Situationen innerhalb eines vertrauten Adhäsiv- und Befestigungskonzepts lösen zu können. Das reduziert Materialwechsel und erleichtert die Standardisierung im Team. Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Für uns ist das der echte Gamechanger: weniger Fläschchen, solide klinische Daten und Ergebnisse auf Goldstandard-Niveau.“ Anhand eines direkten Restaurationsfalls zeigt er zudem, wie sich CLEARFIL MAJESTY™ ES-2 Universal nach der Ausarbeitung natürlich in die umgebende Zahnsubstanz integriert.

Auch Dr. Wojtek Libecki, Oralchirurg in Kiel, hebt die klare Struktur des Systems hervor. In seiner täglichen Arbeit nutzt er den 360°-Workflow sowohl bei direkten Kompositrestaurationen als auch bei indirekten Versorgungen. Wie er selbst formuliert: „Für mich bedeutet das weniger Materialvielfalt, klar definierte Protokolle und reproduzierbare Ergebnisse – eine echte Vereinfachung des Praxisalltags, die spürbar Zeit spart und gleichzeitig höchste Qualität für den Patienten gewährleistet.“

Genau darin liegt der Gedanke hinter dem „All-in-One: 360°-Workflow“: Einzelne Produkte entfalten ihren Nutzen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit den jeweils vor- und nachgelagerten Behandlungsschritten. So entsteht ein System, das Orientierung gibt, ohne die klinische Flexibilität einzuschränken. Direkte oder indirekte Versorgung, selbstadhäsive oder adhäsive Befestigung, Komposit oder Zirkonoxid – je nach Indikation bleibt die Wahl bestehen, während der übergeordnete Workflow vertraut ist.

Wie Christian Wentzel und Dr. Wojtek Libecki diesen Ansatz konkret in der Praxis umsetzen, welche Materialien sie dabei einsetzen und welche klinischen Fälle sie zeigen, lesen Sie im vollständigen Beitrag.

 

TEILVERBLENDUNG AUF ZIRKONOXID: MINIMALE SCHICHTEN, MAXIMALE ÄSTHETIK

von ZT Ghaith Alousi

 

Verwendete Materialien

KATANA Zirconia YML

ZIRCONIA BLANK

Hochästhetischer Multilayer-Zirkonoxid-Rohling mit natürlichem Farbverlauf von zervikal nach inzisal. Kombiniert hohe Biegefestigkeit mit exzellenter Transluzenz. Ideal für Teilverblendungen geeignet.

 

CERABIEN MiLai

VERBLENDKERAMIK

Eine speziell für Zirkonoxid-Restaurationen entwickelte Verblendkeramik der neuen Generation. Hervorragende Haftung auf Zirkonoxid, natürliche Lichtoptik, große Auswahl an Massen für detaillierte Schichttechniken.

 

CERABIEN MiLai Internal Stains

STAIN COLORS

Incisal Blue 1, Mamelon Orange 2, A+, Tissue Pink, Salmon Pink, White – alle mit Bright angemischt, für optimale Konsistenz und präzise Applikation.

 

CERABIEN MiLai Massen

KERAMIKASSEN

Tx, Creamy Enamel, LTx, CCV-2, ELT1 für den Zahnbereich. Tissue 1, 4, 6 für die Gingiva.

 

 

EINLEITUNG

Die Technik steht für einen modernen, effizienten Ansatz in der zahntechnischen Ästhetik: Statt voluminöser keramischer Aufbauten werden minimale, jedoch präzise aufgetragene Schichten verwendet, die in Kombination mit der intrinsischen Ästhetik des Zirkonoxidgerüsts ein außergewöhnliches Ergebnis erzielen.

In diesem Fallbericht dokumentiert Zahntechniker Ghaith Alousi Schritt für Schritt die Herstellung einer vestibulär verblendeten Zirkonoxidrestauration im Oberkiefer-Frontzahnbereich auf Basis von KATANA™ Zirconia YML und der neuartigen Verblendkeramik CERABIEN™ MiLai. Das Besondere: Die Palatinalfläche bleibt monolithisches Zirkonoxid, während ausschließlich die vestibuläre/labiale Fläche mit  CERABIEN™ MiLai verblendet wird. So wird die Stabilität von Zirkonoxid mit der unvergleichlichen Ästhetik einer handgeschichteten Keramik kombiniert.

 

 

SCHRITT 1: ZIRKONOXIDGERÜST VOR DEM SINTERN

CAD/CAM-Fräsen · KATANA™ Zirconia YML · Weißlingzustand

Das Gerüst wurde bewusst für eine labiale Teilverblendung konstruiert: Die vestibuläre/labiale Fläche bietet ausreichend Raum für die CERABIEN™ MiLai Keramik. Während die Palatinalflächen vollständig monolithisch bleiben, liegen die okklusalen Kontaktpunkte weiterhin auf dem mechanisch überlegenen Zirkonoxid.

 

Abb. 1. Gerüst vor dem Sintern.

 

MATERIAL:

KATANA Zirconia YML
KURARAY NORITAKE · ZIRCONIA BLANK

 

SCHRITT 2: NACH DEM SINTERN

Sintern · Multilayer-Ästhetik · Sandstrahlen

Nach dem Sinterzyklus bei 1550 °C zeigt das KATANA™ Zirconia YML Gerüst seinen vollständigen Multilayer-Charakter. Der eindrucksvolle Farbverlauf – von einem warmen, gelblich-cremefarbenen Ton zervikal bis hin zur kühlen, transluzenten Inzisalkante – ist das direkte Ergebnis der in den Rohling integrierten Pigmentschichtung.

 

Das Gerüst wurde direkt nach dem Sintern ausschließlich durch Sandstrahlen gereinigt (110 μm, 1,5 bar), ohne weitere Bearbeitung.

 

Abb. 2. Gesintertes Gerüst, vestibuläre/labiale Ansicht – Multilayer-Farbverlauf nach dem Sintern.

 

Abb. 3. Gesintertes Gerüst – palatinale Ansicht – monolithische Zirkonoxidstruktur.

 

VERARBEITUNG:

  • Sintern (1550 °C)
  • Sandstrahlen

 

SCHRITT 3: ERSTE MALFARBENSCHICHT

CERABIEN™ MiLai Internal Stains · Farbliche Grundlage · Interne Charakterisierung

Vor dem keramischen Schichten wird eine differenzierte Malfarbenschicht direkt auf das gesinterte Zirkonoxidgerüst aufgetragen. Diese Schicht dient als farbliche Grundlage und interne Charakterisierung – sie definiert Tiefenwirkung und Individualität.

 

Farbverteilung nach Zonen:

Inzisal: Incisal Blue 1 + Bright 20 % – zur Simulation des natürlichen Opaleszenzeffekts.
Mittlerer Inzisalbereich: Mamelon Orange 2 + Bright 20 % – zur Nachbildung der charakteristischen Mamelonstruktur.
Zervikalbereich & approximal: A+ + Bright 20 % – für erhöhte Chroma- und Sättigungswirkung im zervikalen Drittel.
Gingivabereich: Tissue Pink + Salmon Pink – für eine natürliche Gingivacharakterisierung.

 

Abb. 4. Aufgetragene CERABIEN™ MiLai Internal Stains – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAINS:

  • Incisal Blue 1 + Bright 20 % (Inzisalbereich)
  • Mamelon Orange 2 + Bright 20 % (Mamelons)
  • A+ + Bright 20 % (zervikale & approximale Bereiche)
  • Tissue Pink (Gingiva)
  • Salmon Pink (Gingiva)

 

SCHRITT 4: ERSTE KERAMIKSCHICHT & WASHBRAND

TX + Tissue 1 · Bonding-Brand · Verbundoptimierung

Nach dem Brennen der Malfarben wird die erste Keramikschicht aufgetragen: CERABIEN™ MiLai Tx für die Zahnanteile und Tissue 1 für die Gingiva. Ziel ist es, einen optimalen Verbund zwischen Keramik und Zirkonoxid herzustellen.

 

Es wird ein gezielter Washbrand durchgeführt: Die Brenntemperatur wird über den normalen Referenzwert angehoben, damit die keramische Masse besser fließt und sich optimal mit der Zirkonoxidoberfläche verbindet. Auf einen Liner- bzw. separaten Washbrand wird dabei bewusst verzichtet.

 

Abb. 5. Erste Keramikschicht – ungebrannt, Frontansicht.

 

Abb. 6. Frontansicht – rohe erste Schicht.

 

CERABIEN MiLai MASSEN:

  • Tx (Translucent) – Zahnanteile
  • Tissue 1 – Gingivabereich
  • Brennmodus: Washbrand (erhöhte Temperatur)

 

SCHRITT 5: ERGEBNIS NACH DEM WASHBRAND

Verbundprüfung · Vorbereitung auf die zweite Malfarbenschicht

Das Ergebnis nach dem Washbrand zeigt eine fest mit dem Zirkonoxid verbundene Keramikschicht. Die Oberfläche wirkt glatt und gleichmäßig glänzend. Die Tx-Schicht verstärkt die intrinsische Transluzenz von KATANA™ Zirconia YML und lässt den Multilayer-Farbverlauf harmonisch durchscheinen.

 

Abb. 7. Nach dem Washbrand – Tx und Tissue 1 perfekt mit dem Zirkonoxid verbunden.

 

SCHRITT 6: ZWEITE MALFARBENSCHICHT – DETAILCHARAKTERISIERUNG

Schmelzrisse/Craquelé-Strukturen · White · Oberflächenindividualisierung

Bei der zweiten Malfarbenschicht liegt der Fokus auf maximaler Präzision und Detailgenauigkeit. Mit CERABIEN™ MiLai Internal Stain White werden feine, natürlich wirkende Schmelzrisse bzw. Craquelé-Strukturen (Natural Cracks) auf die Zahnoberfläche aufgetragen.

 

Diese dezenten weißlichen Schmelzrisse entstehen bei natürlichen Zähnen durch Spannungen im Zahnschmelz und verleihen ihnen ihren unverwechselbaren, vitalen Charakter. Sie verlaufen anatomisch korrekt vertikal und variieren in Intensität und Länge – genau wie in der Natur

 

Abb. 8. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

Abb. 9. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAIN:

  • White – Natural Cracks / Craquelé-Strukturen

 

SCHRITT 7: ZWEITE KERAMIKSCHICHT – HAUPTSCHICHTUNG

Morphologie · Schmelzmassen · Gingivadesign

Die zweite Keramikschicht erfordert gleichzeitig höchste Konzentration auf Farbe, Morphologie und Oberflächentextur. Dies ist die Hauptschichtung, bei der die endgültige Form der Restauration festgelegt wird.

 

Zahnmassen – Zonenkonzept:

Creamy Enamel legt den warmen Body-/Dentin-Grundton fest. LTx (Luster Translucent) verleiht opaleszente Vitalität. CCV-2 (Clear Cervical 2) sorgt zervikal für transparente Chroma-Wirkung. ELT1 (Enamel Luster 1) vervollständigt die Inzisalzone mit einem feinen Schmelzglanz.

 

Gingivalmassen:

Tissue 1, 4, and 6 erzeugen ein differenziertes Gingivabild mit hellen, mittleren und tiefen Farbtönen.

 

Abb. 10.Hauptschichtung – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai MASSEN – FÜR DEN ZAHNBEREICH:

  • Creamy Enamel – Body-/Dentinbereich
  • LTx (Luster Translucent) – opaleszente Vitalität
  • CCV-2 (Clear Cervical 2) – zervikale Chroma-Wirkung
  • ELT1 (Enamel Luster 1) – inzisaler Schmelzglanz

 

Abb. 11. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

Abb. 12. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

CERABIEN™ MiLai MASSEN – GINGIVA:

  • Tissue 1 – helle, zarte Gingivabereiche
  • Tissue 4 – mittlerer Gingivaton
  • Tissue 6 – Tiefe, Schatten, Interdentalpapillen

 

SCHRITT 8: ERGEBNIS NACH DEM ZWEITEN KERAMIKBRAND

Noch nicht finalisiert · Zustand direkt nach dem Brand

Das Ergebnis nach dem zweiten Keramikbrand überzeugt bereits in seiner Rohform. Die gebrannten Mamelonstrukturen, die feinen Schmelzrisse und das differenzierte Gingivadesign sind deutlich sichtbar. Die
endgültige Oberflächentextur und Form werden im nächsten Schritt durch mechanische Ausarbeitung verfeinert.

 

Abb. 13. Nach dem zweiten Brand – noch nicht finalisiert.

 

SCHRITT 9: MECHANISCHE AUSARBEITUNG

Morphologieverfeinerung · Vor dem Self-Glaze-Brand

Die mechanische Ausarbeitung erfordert handwerkliche Expertise und ein geschultes ästhetisches Auge. Mit Diamantinstrumenten werden Form, Proportionen und Oberflächentextur auf ihr finales Niveau gebracht.

 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Oberflächentextur: Perikymata, vertikale Lobenstrukturen und der zervikogingivale Übergang werden individuell eingearbeitet. Die Palatinalseite bleibt vollständig unberührt.

 

Abb. 14. Nach der Ausarbeitung.

 

Abb. 15. Ausarbeitung, Perikymata und Oberflächentextur.

 

SCHRITT 10: FINALES ERGEBNIS

Self-Glaze-Brand & mechanische Politur

Der Self-Glaze-Brand unterscheidet sich grundlegend von einem konventionellen Glanzbrand: Es wird keine Glasurmasse aufgetragen. Die Restauration wird knapp unter die Erweichungstemperatur der Keramik erhitzt – die Oberfläche beginnt von selbst zu fließen und erzeugt einen äußerst natürlichen, vitalen Glanz, während die eingearbeitete Textur vollständig erhalten bleibt.

 

 

Abb. 16 & 17. Finales Ergebnis.

 

Eine aufgetragene Glasurmasse würde die feinen Perikymata und Schmelzrisse teilweise einebnen. Der Self-Glaze-Brand bewahrt hingegen genau jene Individualität, die bei der Ausarbeitung so präzise eingearbeitet wurde. Die abschließende mechanische Politur vollendet den Hochglanz und betont die Transluzenz der Gingiva.

 

Abb. 18. Zervikogingivaler Übergang.

 

Fig. 19. Finales Ergebnis – Nahaufnahme.

 

AUSARBEITUNGSSCHRITTE:

  • Self-Glaze-Brand (keine aufgetragene Glasurmasse)
  • Mechanische Politur der keramischen Oberflächen

 

FAZIT

KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai von Kuraray Noritake Dental Inc. eröffnen neue Dimensionen in der ästhetischen Zahntechnik. Die Kombination eines intrinsisch hochästhetischen Multilayer-Zirkonoxid-Rohlings mit CERABIEN™ MiLai, einem Verblendkeramiksystem für Micro-Layering auf Zirkonoxid- sowie Lithiumdisilikat-Restaurationen, ermöglicht hochgradig natürliche ästhetische Ergebnisse bei minimalem Materialeinsatz. Der bewusste Verzicht auf einen Linerbrand, der gezielte Einsatz des Washbrands für optimalen Verbund und die Entscheidung für den Self-Glaze-Brand anstelle konventionellem Glaze verdeutlichen eine durchdachte, materialorientierte Philosophie. Die dokumentierten Schritte machen deutlich, dass ästhetische Exzellenz nicht das Ergebnis von Komplexität ist. Sie ist das Ergebnis von Präzision, Materialverständnis und einem sicheren Blick für Details.

 

Die
Backlight-Aufnahme macht es eindrucksvoll sichtbar: Licht durchströmt die Restauration wie einen natürlichen Zahn – ein Beleg für das harmonische Zusammenspiel von KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai.

 

 

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CERABIEN™ MiLai wächst mit: mehr Möglichkeiten für individuelles Micro-Layering

CERABIEN™ MiLai wächst mit: mehr Möglichkeiten für individuelles Micro-Layering

Mit 20 zusätzlichen Farbtönen und zwei neuen Kits wird CERABIEN™ MiLai noch vielseitiger. Das System wurde speziell für das Micro-Layering auf Zirkonoxid sowie Lithiumdisilikat entwickelt und verbindet die vertraute Verarbeitung einer Pulverkeramik mit den Anforderungen moderner Dünnschichtverblendungen.

Moderne Zirkonoxide und Lithiumdisilikate ermöglichen Restaurationen, die häufig nur noch minimal reduziert werden müssen. Damit verändert sich auch die Aufgabe der Verblendkeramik: Statt großvolumiger Schichtungen geht es darum, Farbe, Transluzenz, Lichtwirkung und individuelle Charakteristika in einer dünnen keramischen Schicht zu ergänzen.

Dafür wurde CERABIEN™ MiLai entwickelt. Die niedrigschmelzende Pulverkeramik lässt sich in ihrer Konsistenz individuell einstellen und ermöglicht dadurch ein vertrautes, kontrolliertes Schichtverhalten – auch bei feinen Strukturen und geringen Schichtstärken. Die Brenntemperatur von 740 °C macht das System sowohl für Zirkonoxid als auch für Lithiumdisilikat einsetzbar.

20 neue Farbtöne für mehr Individualisierung

Das kompakte Sortiment wird nun um 20 zusätzliche Farbtöne erweitert. Sie ergänzen die Bereiche Opacious Body, Body, Enamel, Luster, Clear Cervical und Mamelon. Dadurch stehen Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern mehr Möglichkeiten zur Verfügung, Helligkeit, Transluzenz, Farbtiefe und individuelle Effekte gezielt zu steuern. Die Erweiterung richtet sich nicht nur an erfahrene Keramiker. Vielmehr lässt sich das System je nach Arbeitsweise und gewünschtem Individualisierungsgrad unterschiedlich nutzen.

Zwei neue Kits für unterschiedliche Anforderungen

Das Advanced Layering-Kit enthält die 20 zusätzlichen Farbtöne und ergänzt das bestehende Micro-Layering-Kit. Es richtet sich an Anwender, die ihre Möglichkeiten beim Schichten und bei der Charakterisierung weiter ausbauen möchten.

 

Das Powder Starter-Kit kombiniert sieben Verblendkeramiken mit fünf Internal Stains. Die übersichtliche Zusammenstellung erleichtert den Einstieg ins Micro-Layering und bietet eine kompakte Basis, um die Technik systematisch kennenzulernen.

Ein System, verschiedene Wege

CERABIEN™ MiLai lässt unterschiedliche Herangehensweisen zu: von der Charakterisierung mit Internal Stains bis zur weitergehenden keramischen Individualisierung. Dabei bleibt das Grundprinzip gleich – mit möglichst geringem Materialeinsatz gezielt dort zu ergänzen, wo Farbe, Lichtwirkung und Morphologie es erfordern. Grundlage bildet die synthetische Feldspatkeramik-Technologie von Kuraray Noritake. Sie ist auf konstante Verarbeitungseigenschaften und stabile optische Eigenschaften auch über mehrere Brennzyklen hinweg ausgelegt.

Mit der Portfolioerweiterung wird CERABIEN™ MiLai damit zu einem noch flexibleren System für unterschiedliche Erfahrungsstufen und Arbeitsweisen – vom Einstieg in das Micro-Layering bis zur differenzierten ästhetischen Individualisierung.

Indirekte Restauration im Seitenzahnbereich mit Katana™ Avencia™ Block 2

Indirekte Restauration im Seitenzahnbereich mit Katana™ Avencia™ Block 2

KLINISCHER FALLBERICHT VON VÍCTOR HENAREJOS DOMINGO – DDS, MSC

Moderne indirekte restaurative Behandlungskonzepte entwickeln sich zunehmend hin zu effizienteren, digital gestützten und vereinfachten Workflows. Die Integration von CAD/CAM-Technologien in Kombination mit universell einsetzbaren Materialien ermöglicht eine Optimierung klinischer Abläufe, reduziert die Komplexität der Behandlung und erhöht die Vorhersagbarkeit restaurativer Therapien. Moderne CAD/CAM-Hybridmaterialien auf Kompositbasis bieten in Verbindung mit selbstadhäsiven Befestigungskompositen und Universaladhäsiven hervorragende mechanische und ästhetische Eigenschaften. Gleichzeitig erlauben sie im Vergleich zu konventionellen restaurativen Verfahren vereinfachte und weniger techniksensitive Befestigungsprotokolle.

Der vorliegende klinische Fallbericht demonstriert den kombinierten Einsatz von CLEARFIL MAJESTY™ ES Flow Universal Dark (Low Flow), KATANA™ Cleaner, CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2, KATANA™ AVENCIA™ Block 2, PANAVIA™ SA Cement Universal sowie dem TWIST™ DIA Poliersystem für Komposite (alle Produkte: Kuraray Noritake Dental Inc.) bei der adhäsiven Versorgung eines endodontisch behandelten zweiten Molaren.

ABB. 1: AUSGANGSSITUATION ZAHN 47. DEUTLICHE ZERSTÖRUNG DER KLINISCHEN ZAHNKRONE.
ABB. 2: KLINISCHE UND RÖNTGENOLOGISCHE SITUATION NACH ABSCHLUSS DER ENDODONTISCHEN BEHANDLUNG UND VOR DER REKONSTRUKTION DER VERBLIEBENEN ZAHNHARTSUBSTANZ.
ABB. 3: SOFORTIGER STUMPFAUFBAU MIT CLEARFIL MAJESTY™ ES FLOW UNIVERSAL DARK LOW. DIE REKONSTRUKTION SCHAFFT EINE GLEICHMÄßIGE AUSGANGSBASIS FÜR DIE PRÄPARATION ZUR AUFNAHME DES OVERLAYS.

FALLBESCHREIBUNG

Eine 48-jährige Patientin stellte sich mit einer ausgeprägten koronalen Zerstörung des unteren rechten zweiten Molaren vor. Der Zahn war symptomatisch; eine endodontische Behandlung war bereits in einer anderen Praxis begonnen worden. Nach klinischer und röntgenologischer Befundung wurde beschlossen, die Wurzelkanalbehandlung abzuschließen und den Zahn mit einem CAD/CAM-gefertigten adhäsiv befestigten Overlay zu versorgen (Abb. 1).

Nach Abschluss der endodontischen Behandlung musste die verbliebene Zahnhartsubstanz stabilisiert werden, um eine belastbare Grundlage für das Overlay zu schaffen (Abb. 2). Hierzu erfolgte eine selektive Schmelzätzung mit K-ETCHANT Syringe, einem 35%igen Phosphorsäuregel mit guter Applizierbarkeit und standfester Konsistenz, gefolgt von der Applikation von CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2. Der anschließende Stumpfaufbau erfolgte mit CLEARFIL MAJESTY™ ES Flow Universal Dark Low, einem hochgefüllten, universell einsetzbaren fließfähigen Komposit mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften, das sich insbesondere für funktionell hoch belastete Restaurationen im Seitenzahnbereich eignet (Abb. 3).

Anschließend erfolgte unter Kofferdam die Präparation für ein adhäsiv befestigtes Overlay nach einem defektorientierten, minimalinvasiven Konzept (Abb. 4). Im Anschluss wurden die intraoralen Scans mit einem TRIOS 5 Intraoralscanner (3Shape) angefertigt (Abb. 5). Nach computergestützter Konstruktion der Restauration wurde das Overlay aus einem KATANA™ AVENCIA™ Block 2 in der hochtransluzenten Variante (HT) gefertigt. Der transluzente CAD/CAM-Verbundwerkstoff ist speziell für indirekte Teilrestaurationen im Seitenzahnbereich indiziert und zeichnet sich durch eine hohe mechanische Festigkeit, eine hervorragende ästhetische Integration sowie eine schnelle Hochglanzpolitur aus (Abb. 6).

Abb. 4 Defektorientierte, anatomisch geführte Präparation für ein Overlay. Die gesunde Zahnhartsubstanz bleibt weitestgehend erhalten; zugleich entstehen klar definierte Präparationsgrenzen für die anschließende digitale Abformung.
Abb. 5 Digitale Abformung und CAD-Konstruktion der Restauration.
Abb. 6 CAD/CAM-gefertigtes Overlay aus KATANA™ AVENCIA™ Block 2 HT. Die anatomische Gestaltung unterstützt eine harmonische ästhetische Integration in die natürliche Zahnsubstanz.
Abb. 7 Unter Kofferdam isoliertes Operationsfeld vor der adhäsiven Befestigung des angefertigten Overlays.
Abb. 8 Vorbehandlung der Innenfläche des Overlays durch Aluminiumoxidstrahlen mit anschließender Dekontamination mittels KATANA™ Cleaner.

Eine Woche später erfolgte die definitive Befestigung des Overlays (Abb. 7). Sowohl die Innenfläche der Restauration als auch die Zahnhartsubstanz wurden zuvor mit KATANA™ Cleaner dekontaminiert. Der Universalreiniger enthält MDP-Salz (auf Basis der MDP-Technologie), das Speichel- und Blutkontaminationen sowohl intraoral als auch extraoral innerhalb von zehn Sekunden zuverlässig entfernt (Abb. 8). Ziel dieser Vorbehandlung war die Optimierung der Haftbedingungen für eine dauerhaft sichere und vorhersagbare adhäsive Befestigung.

Anschließend erfolgte erneut eine selektive Schmelzätzung mit K-ETCHANT Syringe, gefolgt von der Applikation von CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2. Das Universaladhäsiv der neuesten Generation zeichnet sich durch ein vereinfachtes Anwendungsprotokoll mit kurzer Einwirkzeit und ohne anschließende Wartephase aus. Gleichzeitig gewährleistet es eine ausgezeichnete Benetzung sowie eine dauerhafte Haftung an Schmelz und Dentin (Abb. 9).

Abb. 9 Dekontamination der Zahnhartsubstanz mit KATANA™ Cleaner, gefolgt von selektiver Schmelzätzung und Applikation von CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2. Das vereinfachte Adhäsivprotokoll reduziert die Zahl der Arbeitsschritte.
Abb. 10 Definitive adhäsive Befestigung des Overlays mit PANAVIA™ SA Cement Universal Automix in der Farbe Universal (A2). Die präzise Passung der Restauration sowie die kontrollierte Applikation des Befestigungskomposits während des Einsetzens sind gut erkennbar.
Abb. 11 Entfernung überschüssigen Befestigungskomposits nach der kurzen Lichthärtung (Tack-Cure) von PANAVIA™ SA Cement Universal Automix.
Abb. 12 Übersicht der im restaurativen Workflow eingesetzten Produkte gemäß dem „Universal Excellence“-Konzept von Kuraray Noritake Dental Inc.

Die definitive Befestigung des Overlays erfolgte mit PANAVIA™ SA Cement Universal Automix (Farbe Universal, A2). Das universelle selbstadhäsive Befestigungskomposit enthält sowohl das funktionelle MDP-Monomer als auch das innovative LCSi-Silan und ermöglicht dadurch eine dauerhafte chemische Haftung an Zirkonoxid, Kompositen und Keramiken, ohne den Einsatz zusätzlicher Primer. Das Material zeichnet sich durch eine einfache Handhabung sowie eine komfortable Überschussentfernung aus: Eine kurze Lichthärtung von zwei bis fünf Sekunden (Tack-Cure) ermöglicht die schnelle, saubere und kontrollierte Entfernung überschüssigen Befestigungskomposits und erleichtert so den klinischen Arbeitsablauf (Abb. 10–12).

Die Kombination aus KATANA™ Cleaner, CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2 und PANAVIA™ SA Cement Universal ermöglicht einen vereinfachten, effizienten und hochvorhersagbaren Workflow. Gleichzeitig werden sowohl die Anzahl der verwendeten Materialien als auch die klinischen Arbeitsschritte reduziert, ohne Kompromisse hinsichtlich Haftfestigkeit oder Langlebigkeit der Restauration einzugehen. Abschließend erfolgten die Okklusionskontrolle und die Politur der Restaurationsoberfläche mit TWIST™ DIA für Komposit. Das zweistufige Diamant-Poliersystem ermöglicht sowohl bei direkten als auch bei indirekten Restaurationen innerhalb kurzer Zeit einen natürlichen, lang anhaltenden Hochglanz (Abb. 13–15).

Abb. 13: Endpolitur der Restauration mit dem TWIST™ DIA for Composite
Abb. 14: Seitenansicht unmittelbar nach der adhäsiven Befestigung des Hybridwerkstoff-Overlays. Die Restauration zeigt eine exzellente marginale Passung sowie eine harmonische anatomische und ästhetische Integration.
Abb. 15: Klinische und röntgenologische Kontrolle einen Monat nach der adhäsiven Befestigung.

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND KLINISCHE AUSWIRKUNGEN

Die Integration universell einsetzbarer Materialien in digitale restaurative Workflows vereinfacht indirekte adhäsive Versorgungen, steigert die klinische Effizienz und reduziert die Technikempfindlichkeit des Behandlungsablaufs. Die Kombination aus CAD/CAM-gefertigten Restaurationen, Universaladhäsiven und universellen Befestigungskompositen ermöglicht minimalinvasive, effiziente und hochvorhersagbare Behandlungskonzepte, die den Anforderungen der modernen restaurativen Zahnheilkunde in besonderem Maße gerecht werden.

Quellenangaben:

Tian F, Jett K, Flaugher R, Arora S, Bergeron B, Shen Y, Tay F. Effects of dentine surface cleaning on bonding of a self-etch adhesive to root canal sealer-contaminated dentine. J Dent 2021;112:103766.

Breschi L, Van Meerbeek B. Editorial: Universal adhesives – to etch or not to etch? J Adhes Dent 2021;23(4):283.

Breschi L, Maravic T, Mazzitelli C, Josic U, Mancuso E, Cadenaro M, Pfeifer CS, Mazzoni A. The evolution of adhesive dentistry: From etch-and-rinse to universal bonding systems. Dent Mater 2025;41(2):141–158.

Maravić T, Mazzitelli C, Mancuso E, Del Bianco F, Josić U, Cadenaro M, Breschi L, Mazzoni A. Resin composite cements: Current status and a novel classification proposal. J Esthet Restor Dent 2023;35(7):1085–1097.

Sulaiman TA, Abdulmajeed AA, Altitinchi A, Ahmed SN, Donovan TE. Mechanical properties of resin-based cements with different dispensing and mixing methods. J Prosthet Dent 2018;119(6):1007–1013.

Über den Autor

Dr. Victor Henarejos-Domingo, DDS, MSc, ist Prothetiker in Barcelona (Spanien) und außerordentlicher Professor am Lehrstuhl für Restaurative Zahnmedizin der Universitat Internacional de Catalunya. Er verfügt über einen Masterabschluss in Ästhetischer Restaurativer Zahnmedizin sowie ein postgraduales Diplom in Endodontie der Universität Barcelona. Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert er sich intensiv in der Forschung und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen in internationalen Fachzeitschriften mit den Schwerpunkten restaurative und digitale Zahnmedizin. Als Gastreferent und Kursleiter hält er national und international Fortbildungsveranstaltungen für Zahnärztinnen und Zahnärzte ab. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der restaurativen Zahnmedizin, digitalen Workflows und Adhäsivtechniken.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2

Kuraray Noritake Dental Inc. stellt den KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vor

Kuraray Noritake Dental stellt den KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vor – eine neue Generation von Hochleistungsblöcken für die Chairside-CAD/CAM-Verarbeitung

Kuraray Noritake Dental Inc. gibt die Markteinführung von KATANA™ AVENCIA™ Block 2 bekannt, einem Hochleistungsblock der zweiten Generation, der für effiziente, hochwertige Einzelzahnrestaurationen im Chairside-CAD/CAM-Workflow entwickelt wurde.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 wurde für Inlays, Onlays, Veneers und Kronen entwickelt und ist in zwei optimierten Varianten erhältlich. Die Variante „Multi-Layered“ (ML) bietet einen nahtlosen Farbverlauf für Kronen mit natürlichem Erscheinungsbild, während die Variante „High-Translucent“ (HT) für Teilrestaurationen wie Inlays und Onlays konzipiert ist. Beide Varianten enthalten hochkonzentrierte, ultrafeine Partikelfüllstoffe, die für zuverlässige mechanische Eigenschaften und gleichbleibende Ästhetik sorgen.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 vereint Festigkeit mit optischer Integration. Sein firmeneigenes Herstellungsverfahren ermöglicht eine gleichmäßige Kunststoffimprägnierung, eine hohe Füllstoffdichte und glatte Oberflächen, was zu zuverlässigen Restaurationen und langfristiger Verschleißfestigkeit beiträgt. Das Material lässt sich schnell auf Hochglanz polieren, was dazu beiträgt, die Behandlungszeit zu verkürzen, ohne die Ästhetik zu beeinträchtigen.

Die Blöcke sind für unkomplizierte klinische Arbeitsabläufe konzipiert. Sie lassen sich mit gängigen CAD/CAM-Systemen bearbeiten, ermöglichen das Nass- oder Trockenfräsen und erfordern kein Brennen. Die Befestigungsprotokolle sind sowohl mit selbstadhäsiven als auch mit konventionellen Befestigungskompositen kompatibel und bieten somit Flexibilität je nach klinischer Präferenz.

Als Teil des 360°-Workflows von Kuraray Noritake lässt sich der KATANA™ AVENCIA™ Block 2 nahtlos in etablierte restaurative Lösungen wie PANAVIA™ SA Cement Universal, PANAVIA™ V5 und CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2 integrieren und unterstützt so vorhersagbare Ergebnisse bei einem breiten Spektrum klinischer Indikationen. Die Restaurationen bleiben mit Kompositmaterialien modifizierbar und reparierbar, was eine langfristige Pflege ermöglicht.

Mit KATANA™ AVENCIA™ Block 2 erhalten Zahnärzte eine zeitsparende Lösung, die sowohl funktionelle Zuverlässigkeit als auch natürliche Ästhetik in der täglichen restaurativen Zahnmedizin gewährleistet.

KATANA™ AVENCIA™ Block 2 ist in den Ausführungen „Multi-Layered“ (ML) und „High-Translucent“ (HT) erhältlich, in verschiedenen Farbtönen und Größen sowie mit zwei Mandrel-Optionen: „Universal“ und „CEREC“, was die Kompatibilität mit bevorzugten CAD/CAM-Systemen gewährleistet.