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Hybrider Keramikaufbau auf Zirkonoxid: Ein komplexer Ansatz

Von ZT Dumitru Leahu

 

 

EINLEITUNG

Komplexe Rehabilitationen im Frontzahnbereich erfordern eine sorgfältige Kontrolle von Form, Farbe und optischen Eigenschaften. Bei dieser implantatgetragenen Restauration wurde ein Gerüst aus KATANA™ Zirconia YML mit CERABIEN™ ZR und CERABIEN™ MiLai (alle Kuraray Noritake Dental Inc.) kombiniert, um das gewünschte ästhetische Ergebnis zu erzielen.

 

 

 

GERÜSTDESIGN

In das Gerüstdesign wurden ein vestibuläres Cut-back von 1mm und ein freies inzisales Drittel aus Zirkonoxid integriert, um ausreichend Platz für die Keramikschichten zu schaffen. Für die implantatgetragene Restauration wurde KATANA™ Zirconia YML verwendet (Abb. 1). Die Sintertemperatur betrug 1.550 °C.

 

Fig. 1. Gerüstdesign mit einem vestibulären Cut-back von 1mm und einem freien inzisalen Drittel aus Zirkonoxid.

 

MATERIAL:

KATANA™ Zirconia YML

 

BASISAUFBAU MIT CERABIEN™ ZR

Der erste Keramikbrand mit der hochschmelzenden CERABIEN™ ZR Keramik diente dazu, klar definierte und stabile Konkavitäten mit ausreichender Helligkeit und Leuchtkraft zu erzeugen (Abb. 2). Verwendet wurden 0.5 NW Body, Enamel 1, LTx, Tissue 3 und Tissue 4. Die Brenntemperatur betrug 940 °C.

 

Fig. 2. Basisaufbau mit CERABIEN™ ZR unter Verwendung von 0.5 NW Body, Enamel 1, LTx, Tissue 3 und Tissue 4.

 

MATERIAL:

CERABIEN™ ZR

 

INTERNE CHARAKTERISIERUNG

Die interne Charakterisierung erfolgte mit CERABIEN™ MiLai Internal Stains (Abb. 3). Cervical 2 + Bright (im Verhältnis 40/60 gemischt), White + (A+) + Bright (50/10/40) und Tissue Red + Bright (60/40) wurden wie angegeben aufgetragen. Die Brenntemperatur betrug 700 °C. Die Internal Stains wurden eingesetzt, um die interne Anatomie und Charakterisierung der Restauration nachzubilden und die Farbanpassung an die natürlichen Zähne zu unterstützen (Abb. 4 bis 6).

 

Fig. 3. Interne Charakterisierung mit CERABIEN™ MiLai Internal Stains.

 

Fig. 4. Detail der inzisalen Charakterisierung. (links)

Fig. 5. Detail der zervikalen Charakterisierung. (rechts)

 

Fig. 6. Intraorale Referenz zur Anpassung der Restauration an die natürlichen Zähne.

 

FINALER AUFBAU MIT CERABIEN™ MiLai

Die Brücke wurde mit der niedrigschmelzenden CERABIEN™ MiLai Keramik fertiggestellt. Für den finalen Aufbau wurden LT1, LTx und ELT1 verwendet (Abb. 7). Die Brenntemperatur betrug 780 °C. Anschließend wurde Tissue 1 aufgetragen, um die endgültige Gingivaform zu gestalten (Abb. 8). Bei diesem Brand betrug die Temperatur 740 °C. Die Abbildungen 9, 10 und 11 zeigen die fertiggestellte Restauration extraoral, bei der intraoralen Einprobe und nach der definitiven Eingliederung auf den Implantaten.

 

Fig. 7. Finaler Keramikaufbau mit LT1, LTx und ELT1.

 

Fig. 8. Gingivaaufbau mit Tissue 1

 

Fig. 9. Fertiggestellte implantatgetragene Brücke

 

Fig. 10. Finale Restauration bei der Einprobe.

 

Fig. 11. Finales intraorales Ergebnis

 

FAZIT

Der vorgestellte hybride Ansatz verbindet die Vorteile hoch- und niedrigschmelzender Keramiken für die ästhetische Individualisierung von Zirkonoxidrestaurationen im Frontzahnbereich. Mit der hochschmelzenden CERABIEN™ ZR Keramik können zunächst die Grundmorphologie und die optische Basis geschaffen werden, bevor die Charakterisierung und die finale Schichtung bei niedrigeren Temperaturen erfolgen. Da die zuvor gebrannten CERABIEN™ ZR Schichten während der anschließenden CERABIEN™ MiLai Brände stabil bleiben, kann die Restauration weiter individualisiert werden, ohne die bereits geschaffenen Strukturen zu verändern.

 

 

KOMPROMISSLOS.
UNÜBERTROFFEN.
DEINS.

 

 

Bio-inspirierte Weiß-Rosa-Ästhetik mit einem Micro-Layering-Konzept

von ZT Roberto Rossi

 

BIOINSPIRIERT

Rehabilitationen der Weiß-Rosa-Ästhetik erfordern einen Workflow, der präzises Gerüstdesign mit kontrollierter keramischer Schichtung kombiniert. Wenn jeder Schritt sorgfältig geplant wird, können die optischen Eigenschaften des Gerüstmaterials vollständig genutzt werden, wodurch der Bedarf an umfangreicher keramischer Schichtung reduziert wird. Der folgende Fall veranschaulicht diesen Workflow anhand eines bioinspirierten Ansatzes.

 

In diesem Fall wurde eine Micro-Layering-Technik eingesetzt, um die vestibuläre Ästhetik zu reproduzieren und gleichzeitig die Morphologie des Zirkonoxidgerüsts zu erhalten. KATANA™ Zirconia YML wurde mit der niedrigschmelzenden Keramik CERABIEN™ MiLai (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) kombiniert, wodurch sich diese Kombination sehr gut für diese Art von Restauration eignet.

 

 

GERÜSTDESIGN

Um den Bio-Design-Effekt zu verstärken, bei dem die Gerüstmorphologie die natürliche Verteilung von Dentin und Schmelz reproduziert, ist eine präzise Frässtrategie entscheidend. Die geplante Gerüstmorphologie sollte detailgetreu wiedergegeben werden, ohne Details in den Approximalbereichen oder am Übergang zwischen Weiß- Rosa-Ästhetik zu verlieren (Abb. 1). Die optischen Eigenschaften des gefrästen Gerüsts (Abb. 2) und die Präzision der gefrästen Oberfläche (Abb. 3) bilden die Grundlage für ein vorhersagbares ästhetisches Ergebnis.

 

Abb. 1: Gefräste Restauration innerhalb der Disc.

 

Abb. 2: Gefrästes Zirkonoxidgerüst, das das Cut-back-Design reproduziert.

 

Abb. 3: Detailansicht der präzise gefrästen Gerüstoberfläche.

 

Nach korrektem Sintern des Gerüsts lassen sich die optischen Eigenschaften des Multilayer-Zirkonoxids und der Effekt der kubischen Zirkonoxidphase vollständig beurteilen. Vor dem Sintern sollte der Gerüstoberfläche jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Alle Anpassungen sollten die im CAD-Design angelegte ursprüngliche Morphologie erhalten oder sogar verbessern. Das Gerüst sollte eine glatte, dichte Oberfläche ohne Rauigkeiten und Porositäten aufweisen und damit die ideale Grundlage für die anschließenden Charakterisierungsschritte bieten (Abb. 4).

 

Abb. 4: Gerüstoberfläche nach Sintern, Oberflächentexturierung und Finish.

 

Die Farbe der KATANA™ Zirconia YML Disc sollte in der Regel eine Nuance heller als die gewünschte finale Farbe gewählt werden. Dies hilft, übermäßiges Chroma und ein niedriges Value-Erscheinungsbild in Bereichen mit stärkerem Zirkonoxidanteil zu vermeiden und gleichzeitig Flexibilität bei den anschließenden Charakterisierungsund Schichtschritten zu bewahren (Abb. 5).

 

Durch die unterschiedliche Lichttransmission in den verschiedenen Schichtstärken des bio-designten Inzisalbereichs wird der Dentinkerneffekt nach dem Sintern deutlich sichtbar (Abb. 6). Statt diese optischen
Eigenschaften zu maskieren, sind die folgenden Schritte darauf ausgelegt, sie durch interne Charakterisierung und selektives Micro-Layering zu verstärken.

 

Abb. 5: Gesintertes Gerüst auf dem Modell.

 

Abb. 6: Unterschiedliche Lichttransmission des Gerüsts.

 

INTERNAL STAINING

Der erste Schritt der Gerüstindividualisierung erfolgt mit der Internal Live Stain (ILS)-Technik (Chroma map 1). In dieser Phase wird das Zirkonoxidgerüst als Dentinkern der Restauration betrachtet. Die Technik ist einfach anzuwenden, erzeugt einen unmittelbaren visuellen Effekt und eignet sich besonders für spiegelbildliche Zahngruppen sowie Rehabilitationen der weißen und rosa Ästhetik (Abb. 7 und 8).

 

Chroma map 1: Geplantes initiales Internal Staining.

 

Abb. 7: Punkte aus Internal Stains zur Visualisierung des geplanten ILS-Verfahrens.

 

Abb. 8: Geplante Verteilung der Internal Stains.

 

Die initiale Applikation zielt darauf ab, das Chroma des Zirkonoxids zu erhöhen und gleichzeitig im inzisalen Drittel einen hohen Value zu erhalten. Der hohe Value von KATANA™ Zirconia YML trägt dazu bei, die Gesamthelligkeit der Restauration nach dem anschließenden Micro-Layering mit CERABIEN™ MiLai zu bewahren.

 

Die verwendete Globule-Painting-Technik besteht aus drei Schritten: Applikation, Schattierung und Kontrolle. Sie bietet zudem einen modularen Ansatz, der zusätzliche Applikationen ermöglicht, wenn ein höherer Individualisierungsgrad erforderlich ist.

 

In dieser Phase sollten ausschließlich die tieferliegenden optischen Effekte mit Internal Stains reproduziert werden. Incisal Blue 2 wird zur Erzeugung von Opaleszenz eingesetzt, A+ zur Erhöhung des Chromas und Salmon Pink zusammen mit Tissue Red zur Charakterisierung des Gingivagewebes (Abb. 9a bis c). Die internen Effekte werden anschließend vor dem Brand beurteilt. Nach dem Brand behalten die Farben
ihr Erscheinungsbild bei (Abb. 10), sodass der Techniker direkt mit dem Micro-Layering fortfahren kann.

 

Abb. 9a: Incisal Blue 2 im Inzisalbereich appliziert.
Abb. 9b: A+ zur Erhöhung des Chromas appliziert.
Abb. 9c: Salmon Pink und Tissue Red zur Charakterisierung der Gingivagewebe appliziert.

 

Abb. 10: Gerüst nach dem Brand im Anschluss an das initiale Internal Staining.

 

Chroma map 2: Vergleich des geplanten und ausgeführten Internal Staining.

 

MICRO-LAYERING

Nach dem Internal Staining ist die Restauration bereit für das Micro-Layering mit CERABIEN™ MiLai. Je nach zu reproduzierenden Effekten und dem durch das CAD-Design vorgegebenen Platzangebot können transluzente, opaleszente und Luster-Massen eingesetzt werden, um die Schmelzschicht nachzubilden. Opake Dentinmassen können einzeln oder in Kombination im zervikalen und mittleren Drittel appliziert werden oder zur Erzeugung eines opakeren Mameloneffekts dienen.

 

Der Aufbau folgt einer definierten Sequenz (Layering map 1). CCV2 wird appliziert, um die Transluzenz zu erhalten und gleichzeitig das Chroma zu erhöhen (Abb. 11). LT1 dient als zentrale Luster-Masse im mittleren Drittel (Abb. 12), während E2 als Übergangsdentin im Inzisalbereich verwendet wird und die Grundlage für die nachfolgenden Effekte bildet (Abb. 13).

 

Schichtschema 1: Übersicht des geplanten Micro-Layering-Verfahrens.

 

Abb. 11: CCV2 zur Erhaltung der Transluzenz und gleichzeitigen Erhöhung des Chromas im zervikalen Bereich appliziert.

 

Abb. 12: LT1 als zentrale Luster-Masse im mittleren Drittel appliziert.

 

Abb. 13: E2 als Übergangsdentin im Inzisalbereich appliziert.

 

Zur Verstärkung der Opaleszenz bei gleichzeitiger Erhaltung der Transluzenz wird Aqua Blue 2 im Inzisalbereich appliziert (Abb. 14). Anschließend wird Value Liner 1 innerhalb der E2-Schicht appliziert, während Aqua Blue 2 über der Inzisalkante platziert wird, um den Kontrast der Mamelons zu erhöhen (Abb. 15).

 

Abb. 14: Aqua Blue 2 zur Verstärkung der Opaleszenz appliziert.

 

Abb. 15: Value Liner 1 und Aqua Blue 2 zur Erhöhung des Mamelonkontrasts appliziert.

 

Die Grundmorphologie wird durch eine weitere Applikation von LT1 vervollständigt, die den Übergang zwischen zervikalem und inzisalem Bereich auffüllt (Abb. 16). Für den gingivalen Anteil der Restauration
wird Tissue 5 verwendet, um die tieferen rötlichen Bereiche zu reproduzieren, während Tissue 6 auf die oberflächlichen alveolären Gewebebereiche appliziert wird (Abb. 17). Nach dem Brand werden die durch
Internal Staining und Micro-Layering erzeugten optischen Effekte deutlich sichtbar (Abb. 18).

 

Abb. 16: LT1 zur Vervollständigung des Übergangs zwischen zervikalem und inzisalem Bereich appliziert.

 

Abb. 17: Tissue 5 und Tissue 6 zur Reproduktion des Gingivagewebes appliziert.

 

Abb. 18: Restauration nach dem Brand im Anschluss an das Micro-Layering-Verfahren.

 

ILS-ANPASSUNG

Eine der Stärken der ILS-Technik ist ihre Modularität. Mehrere Effekte können bereits während der initialen Charakterisierung appliziert werden, oder die Brennzyklen können getrennt werden, um später zusätzliche Effekte zu ergänzen. Da die Internal Stains darauf ausgelegt sind, während des Brands stabil zu bleiben, und keine internen Flussmittel enthalten, kann eine weitere Charakterisierung erfolgen, ohne die vorherige Applikation zu beeinträchtigen.

 

Ein weiterer Vorteil ist das unmittelbare Erscheinungsbild der applizierten Effekte. Dadurch kann der Techniker die Farbverteilung direkt während der Applikation beurteilen und das Ergebnis mit dem gewünschten Resultat vergleichen. Die Farbstabilität der Internal Stains nach dem Brand bietet zudem eine hervorragende Kontrolle während des gesamten Verfahrens. Das vor dem Brand beobachtete Erscheinungsbild entspricht dem gebrannten Ergebnis sehr genau, wodurch die Charakterisierung überprüft werden kann, bevor die Restauration erneut in den Ofen gegeben wird. Dies kann besonders
hilfreich sein, wenn digitale Farbbestimmungssysteme wie Fotografie oder Spektralphotometrie eingesetzt werden.

 

Vor dem Auftragen einer zweiten Schicht Internal Stains sollte die gebrannte Oberfläche mit feinen Diamantinstrumenten überarbeitet werden, um eine glatte Oberfläche für die Malfarben zu erhalten (Abb. 19). In dieser Phase werden die oberflächlichen Schmelzeffekte verfeinert, indem ausgewählte Charakterisierungseffekte verstärkt, die Opaleszenz erhöht und lokalisierte Spots ergänzt werden (Chroma map 3).

 

Im vorliegenden Fall wurde eine Mischung aus White und Mamelon Orange 2 (4:1) appliziert, um die Mamelons zu verstärken. Anschließend wurde Incisal Blue 2 angrenzend an die Mamelons platziert, um den Kontrast zu verstärken.

 

Chroma map 3: Darstellung der geplanten ILS-Anpassung.

 

Abb. 19: Überarbeitung der Gerüstoberfläche vor der zweiten Applikation von Internal Stains.

 

FINALE SCHICHTUNG

Die finale Schichtphase dient dazu, sowohl die Morphologie als auch die Schmelzeffekte mit Luster- und Schmelzmassen zu verfeinern. In diesem Schritt sollten alle mit ILS charakterisierten Bereiche mit Keramik bedeckt werden.

ELT1

LT1

LT1 kann verwendet werden, um das zervikale und mittlere Drittel zu vervollständigen, sofern keine weitere Erhöhung des Chromas erforderlich ist, während der Value der Restauration erhalten bleibt. Im selben Schritt wird LTx vom mittleren Drittel in Richtung Inzisalbereich appliziert, um die Transluzenz zu erhöhen und im Inzisalbereich einen niedrigeren Value-Effekt zu erzeugen (Abb. 20). Anschließend wird ELT1 eingesetzt, um die Morphologie zu verfeinern und durch den Eindruck größerer Schmelzstärke in den Approximalbereichen den natürlichen Schmelzkontrast zu reproduzieren. Für das Gingivagewebe wird Tissue 5 appliziert, um Schrumpfung zwischen den Zähnen und in den tieferen Bereichen zu kompensieren, während Tissue 1 verwendet wird, um das transluzente Erscheinungsbild der oberflächlichen Gingivagewebe zu reproduzieren (Abb. 21).

 

Abb. 20: Applikation von LT1 und LTx während der finalen Schichtphase.

 

Abb. 21: Abgeschlossene Schmelz- und Gingivaschichtung.

 

OBERFLÄCHENTEXTUR UND FINISHING

Nach dem Brand der Schmelzschicht wird die Oberflächentextur mit Diamantinstrumenten unterschiedlicher Formen verfeinert, um eine natürliche Oberflächenmorphologie zu reproduzieren (Abb. 22). Vor dem Self-Glazing kann Goldpuder aufgetragen werden, um die Oberflächentextur hervorzuheben und ihre Beurteilung zu erleichtern (Abb. 23).

 

Abb. 22: Mit rotierenden Instrumenten reproduzierte Oberflächentextur.

 

Abb. 23: Goldpuder zur Hervorhebung der Oberflächentextur vor dem Self-Glazing aufgetragen.

 

Abb. 24: Durchlichtaufnahme zur Darstellung der optischen Eigenschaften der Restauration.

 

Self-Glazing verbessert die Qualität und Kompaktheit der Keramik und erhält gleichzeitig die natürlichen Konkavitäten und Konvexitäten der Oberflächentextur. Nach dem Glanzbrand kann die Oberfläche mechanisch mit Keramikpolierern verfeinert werden, um die finale Politur zu erzielen.

 

Die Restauration kann unter verschiedenen Lichtbedingungen beurteilt werden, um die optischen Eigenschaften von KATANA™ Zirconia YML (Abb. 24), die Micro-Layering-Effekte (Abb. 25) und die Oberflächentextur zu bewerten. Das finale Ergebnis zeigt die Harmonie zwischen Weiß-Rosa-Ästhetik (Abb. 26).

 

Abb. 25: Micro-Layering-Effekte in der fertigen Restauration sichtbar.

 

Abb. 26: Finales Ergebnis der weiß-rosa-Ästhetik.

 

FAZIT

Dieser Fall zeigt, wie kontrollierte Innencharakterisierung und selektives Micro-Layering eingesetzt werden können, um die optischen Eigenschaften eines Zirkonoxidgerüsts zu erhalten und zu verstärken. Durch die Kombination aus präzisem Gerüstdesign und minimaler Keramikapplikation lässt sich eine hochgradig natürliche Weiß-Rosa-Ästhetik in einem vorhersagbaren und effizienten Workflow erzielen.

 

 

KOMPROMISSLOS.
UNERREICHT.
DEINS.

 

 

TEILVERBLENDUNG AUF ZIRKONOXID: MINIMALE SCHICHTEN, MAXIMALE ÄSTHETIK

von ZT Ghaith Alousi

 

Verwendete Materialien

KATANA Zirconia YML

ZIRCONIA BLANK

Hochästhetischer Multilayer-Zirkonoxid-Rohling mit natürlichem Farbverlauf von zervikal nach inzisal. Kombiniert hohe Biegefestigkeit mit exzellenter Transluzenz. Ideal für Teilverblendungen geeignet.

 

CERABIEN MiLai

VERBLENDKERAMIK

Eine speziell für Zirkonoxid-Restaurationen entwickelte Verblendkeramik der neuen Generation. Hervorragende Haftung auf Zirkonoxid, natürliche Lichtoptik, große Auswahl an Massen für detaillierte Schichttechniken.

 

CERABIEN MiLai Internal Stains

STAIN COLORS

Incisal Blue 1, Mamelon Orange 2, A+, Tissue Pink, Salmon Pink, White – alle mit Bright angemischt, für optimale Konsistenz und präzise Applikation.

 

CERABIEN MiLai Massen

KERAMIKASSEN

Tx, Creamy Enamel, LTx, CCV-2, ELT1 für den Zahnbereich. Tissue 1, 4, 6 für die Gingiva.

 

 

EINLEITUNG

Die Technik steht für einen modernen, effizienten Ansatz in der zahntechnischen Ästhetik: Statt voluminöser keramischer Aufbauten werden minimale, jedoch präzise aufgetragene Schichten verwendet, die in Kombination mit der intrinsischen Ästhetik des Zirkonoxidgerüsts ein außergewöhnliches Ergebnis erzielen.

In diesem Fallbericht dokumentiert Zahntechniker Ghaith Alousi Schritt für Schritt die Herstellung einer vestibulär verblendeten Zirkonoxidrestauration im Oberkiefer-Frontzahnbereich auf Basis von KATANA™ Zirconia YML und der neuartigen Verblendkeramik CERABIEN™ MiLai. Das Besondere: Die Palatinalfläche bleibt monolithisches Zirkonoxid, während ausschließlich die vestibuläre/labiale Fläche mit  CERABIEN™ MiLai verblendet wird. So wird die Stabilität von Zirkonoxid mit der unvergleichlichen Ästhetik einer handgeschichteten Keramik kombiniert.

 

 

SCHRITT 1: ZIRKONOXIDGERÜST VOR DEM SINTERN

CAD/CAM-Fräsen · KATANA™ Zirconia YML · Weißlingzustand

Das Gerüst wurde bewusst für eine labiale Teilverblendung konstruiert: Die vestibuläre/labiale Fläche bietet ausreichend Raum für die CERABIEN™ MiLai Keramik. Während die Palatinalflächen vollständig monolithisch bleiben, liegen die okklusalen Kontaktpunkte weiterhin auf dem mechanisch überlegenen Zirkonoxid.

 

Abb. 1. Gerüst vor dem Sintern.

 

MATERIAL:

KATANA Zirconia YML
KURARAY NORITAKE · ZIRCONIA BLANK

 

SCHRITT 2: NACH DEM SINTERN

Sintern · Multilayer-Ästhetik · Sandstrahlen

Nach dem Sinterzyklus bei 1550 °C zeigt das KATANA™ Zirconia YML Gerüst seinen vollständigen Multilayer-Charakter. Der eindrucksvolle Farbverlauf – von einem warmen, gelblich-cremefarbenen Ton zervikal bis hin zur kühlen, transluzenten Inzisalkante – ist das direkte Ergebnis der in den Rohling integrierten Pigmentschichtung.

 

Das Gerüst wurde direkt nach dem Sintern ausschließlich durch Sandstrahlen gereinigt (110 μm, 1,5 bar), ohne weitere Bearbeitung.

 

Abb. 2. Gesintertes Gerüst, vestibuläre/labiale Ansicht – Multilayer-Farbverlauf nach dem Sintern.

 

Abb. 3. Gesintertes Gerüst – palatinale Ansicht – monolithische Zirkonoxidstruktur.

 

VERARBEITUNG:

  • Sintern (1550 °C)
  • Sandstrahlen

 

SCHRITT 3: ERSTE MALFARBENSCHICHT

CERABIEN™ MiLai Internal Stains · Farbliche Grundlage · Interne Charakterisierung

Vor dem keramischen Schichten wird eine differenzierte Malfarbenschicht direkt auf das gesinterte Zirkonoxidgerüst aufgetragen. Diese Schicht dient als farbliche Grundlage und interne Charakterisierung – sie definiert Tiefenwirkung und Individualität.

 

Farbverteilung nach Zonen:

Inzisal: Incisal Blue 1 + Bright 20 % – zur Simulation des natürlichen Opaleszenzeffekts.
Mittlerer Inzisalbereich: Mamelon Orange 2 + Bright 20 % – zur Nachbildung der charakteristischen Mamelonstruktur.
Zervikalbereich & approximal: A+ + Bright 20 % – für erhöhte Chroma- und Sättigungswirkung im zervikalen Drittel.
Gingivabereich: Tissue Pink + Salmon Pink – für eine natürliche Gingivacharakterisierung.

 

Abb. 4. Aufgetragene CERABIEN™ MiLai Internal Stains – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAINS:

  • Incisal Blue 1 + Bright 20 % (Inzisalbereich)
  • Mamelon Orange 2 + Bright 20 % (Mamelons)
  • A+ + Bright 20 % (zervikale & approximale Bereiche)
  • Tissue Pink (Gingiva)
  • Salmon Pink (Gingiva)

 

SCHRITT 4: ERSTE KERAMIKSCHICHT & WASHBRAND

TX + Tissue 1 · Bonding-Brand · Verbundoptimierung

Nach dem Brennen der Malfarben wird die erste Keramikschicht aufgetragen: CERABIEN™ MiLai Tx für die Zahnanteile und Tissue 1 für die Gingiva. Ziel ist es, einen optimalen Verbund zwischen Keramik und Zirkonoxid herzustellen.

 

Es wird ein gezielter Washbrand durchgeführt: Die Brenntemperatur wird über den normalen Referenzwert angehoben, damit die keramische Masse besser fließt und sich optimal mit der Zirkonoxidoberfläche verbindet. Auf einen Liner- bzw. separaten Washbrand wird dabei bewusst verzichtet.

 

Abb. 5. Erste Keramikschicht – ungebrannt, Frontansicht.

 

Abb. 6. Frontansicht – rohe erste Schicht.

 

CERABIEN MiLai MASSEN:

  • Tx (Translucent) – Zahnanteile
  • Tissue 1 – Gingivabereich
  • Brennmodus: Washbrand (erhöhte Temperatur)

 

SCHRITT 5: ERGEBNIS NACH DEM WASHBRAND

Verbundprüfung · Vorbereitung auf die zweite Malfarbenschicht

Das Ergebnis nach dem Washbrand zeigt eine fest mit dem Zirkonoxid verbundene Keramikschicht. Die Oberfläche wirkt glatt und gleichmäßig glänzend. Die Tx-Schicht verstärkt die intrinsische Transluzenz von KATANA™ Zirconia YML und lässt den Multilayer-Farbverlauf harmonisch durchscheinen.

 

Abb. 7. Nach dem Washbrand – Tx und Tissue 1 perfekt mit dem Zirkonoxid verbunden.

 

SCHRITT 6: ZWEITE MALFARBENSCHICHT – DETAILCHARAKTERISIERUNG

Schmelzrisse/Craquelé-Strukturen · White · Oberflächenindividualisierung

Bei der zweiten Malfarbenschicht liegt der Fokus auf maximaler Präzision und Detailgenauigkeit. Mit CERABIEN™ MiLai Internal Stain White werden feine, natürlich wirkende Schmelzrisse bzw. Craquelé-Strukturen (Natural Cracks) auf die Zahnoberfläche aufgetragen.

 

Diese dezenten weißlichen Schmelzrisse entstehen bei natürlichen Zähnen durch Spannungen im Zahnschmelz und verleihen ihnen ihren unverwechselbaren, vitalen Charakter. Sie verlaufen anatomisch korrekt vertikal und variieren in Intensität und Länge – genau wie in der Natur

 

Abb. 8. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

Abb. 9. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAIN:

  • White – Natural Cracks / Craquelé-Strukturen

 

SCHRITT 7: ZWEITE KERAMIKSCHICHT – HAUPTSCHICHTUNG

Morphologie · Schmelzmassen · Gingivadesign

Die zweite Keramikschicht erfordert gleichzeitig höchste Konzentration auf Farbe, Morphologie und Oberflächentextur. Dies ist die Hauptschichtung, bei der die endgültige Form der Restauration festgelegt wird.

 

Zahnmassen – Zonenkonzept:

Creamy Enamel legt den warmen Body-/Dentin-Grundton fest. LTx (Luster Translucent) verleiht opaleszente Vitalität. CCV-2 (Clear Cervical 2) sorgt zervikal für transparente Chroma-Wirkung. ELT1 (Enamel Luster 1) vervollständigt die Inzisalzone mit einem feinen Schmelzglanz.

 

Gingivalmassen:

Tissue 1, 4, and 6 erzeugen ein differenziertes Gingivabild mit hellen, mittleren und tiefen Farbtönen.

 

Abb. 10.Hauptschichtung – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai MASSEN – FÜR DEN ZAHNBEREICH:

  • Creamy Enamel – Body-/Dentinbereich
  • LTx (Luster Translucent) – opaleszente Vitalität
  • CCV-2 (Clear Cervical 2) – zervikale Chroma-Wirkung
  • ELT1 (Enamel Luster 1) – inzisaler Schmelzglanz

 

Abb. 11. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

Abb. 12. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

CERABIEN™ MiLai MASSEN – GINGIVA:

  • Tissue 1 – helle, zarte Gingivabereiche
  • Tissue 4 – mittlerer Gingivaton
  • Tissue 6 – Tiefe, Schatten, Interdentalpapillen

 

SCHRITT 8: ERGEBNIS NACH DEM ZWEITEN KERAMIKBRAND

Noch nicht finalisiert · Zustand direkt nach dem Brand

Das Ergebnis nach dem zweiten Keramikbrand überzeugt bereits in seiner Rohform. Die gebrannten Mamelonstrukturen, die feinen Schmelzrisse und das differenzierte Gingivadesign sind deutlich sichtbar. Die
endgültige Oberflächentextur und Form werden im nächsten Schritt durch mechanische Ausarbeitung verfeinert.

 

Abb. 13. Nach dem zweiten Brand – noch nicht finalisiert.

 

SCHRITT 9: MECHANISCHE AUSARBEITUNG

Morphologieverfeinerung · Vor dem Self-Glaze-Brand

Die mechanische Ausarbeitung erfordert handwerkliche Expertise und ein geschultes ästhetisches Auge. Mit Diamantinstrumenten werden Form, Proportionen und Oberflächentextur auf ihr finales Niveau gebracht.

 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Oberflächentextur: Perikymata, vertikale Lobenstrukturen und der zervikogingivale Übergang werden individuell eingearbeitet. Die Palatinalseite bleibt vollständig unberührt.

 

Abb. 14. Nach der Ausarbeitung.

 

Abb. 15. Ausarbeitung, Perikymata und Oberflächentextur.

 

SCHRITT 10: FINALES ERGEBNIS

Self-Glaze-Brand & mechanische Politur

Der Self-Glaze-Brand unterscheidet sich grundlegend von einem konventionellen Glanzbrand: Es wird keine Glasurmasse aufgetragen. Die Restauration wird knapp unter die Erweichungstemperatur der Keramik erhitzt – die Oberfläche beginnt von selbst zu fließen und erzeugt einen äußerst natürlichen, vitalen Glanz, während die eingearbeitete Textur vollständig erhalten bleibt.

 

 

Abb. 16 & 17. Finales Ergebnis.

 

Eine aufgetragene Glasurmasse würde die feinen Perikymata und Schmelzrisse teilweise einebnen. Der Self-Glaze-Brand bewahrt hingegen genau jene Individualität, die bei der Ausarbeitung so präzise eingearbeitet wurde. Die abschließende mechanische Politur vollendet den Hochglanz und betont die Transluzenz der Gingiva.

 

Abb. 18. Zervikogingivaler Übergang.

 

Fig. 19. Finales Ergebnis – Nahaufnahme.

 

AUSARBEITUNGSSCHRITTE:

  • Self-Glaze-Brand (keine aufgetragene Glasurmasse)
  • Mechanische Politur der keramischen Oberflächen

 

FAZIT

KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai von Kuraray Noritake Dental Inc. eröffnen neue Dimensionen in der ästhetischen Zahntechnik. Die Kombination eines intrinsisch hochästhetischen Multilayer-Zirkonoxid-Rohlings mit CERABIEN™ MiLai, einem Verblendkeramiksystem für Micro-Layering auf Zirkonoxid- sowie Lithiumdisilikat-Restaurationen, ermöglicht hochgradig natürliche ästhetische Ergebnisse bei minimalem Materialeinsatz. Der bewusste Verzicht auf einen Linerbrand, der gezielte Einsatz des Washbrands für optimalen Verbund und die Entscheidung für den Self-Glaze-Brand anstelle konventionellem Glaze verdeutlichen eine durchdachte, materialorientierte Philosophie. Die dokumentierten Schritte machen deutlich, dass ästhetische Exzellenz nicht das Ergebnis von Komplexität ist. Sie ist das Ergebnis von Präzision, Materialverständnis und einem sicheren Blick für Details.

 

Die
Backlight-Aufnahme macht es eindrucksvoll sichtbar: Licht durchströmt die Restauration wie einen natürlichen Zahn – ein Beleg für das harmonische Zusammenspiel von KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai.

 

 

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CERABIEN™ MiLai wächst mit: mehr Möglichkeiten für individuelles Micro-Layering

CERABIEN™ MiLai wächst mit: mehr Möglichkeiten für individuelles Micro-Layering

Mit 20 zusätzlichen Farbtönen und zwei neuen Kits wird CERABIEN™ MiLai noch vielseitiger. Das System wurde speziell für das Micro-Layering auf Zirkonoxid sowie Lithiumdisilikat entwickelt und verbindet die vertraute Verarbeitung einer Pulverkeramik mit den Anforderungen moderner Dünnschichtverblendungen.

Moderne Zirkonoxide und Lithiumdisilikate ermöglichen Restaurationen, die häufig nur noch minimal reduziert werden müssen. Damit verändert sich auch die Aufgabe der Verblendkeramik: Statt großvolumiger Schichtungen geht es darum, Farbe, Transluzenz, Lichtwirkung und individuelle Charakteristika in einer dünnen keramischen Schicht zu ergänzen.

Dafür wurde CERABIEN™ MiLai entwickelt. Die niedrigschmelzende Pulverkeramik lässt sich in ihrer Konsistenz individuell einstellen und ermöglicht dadurch ein vertrautes, kontrolliertes Schichtverhalten – auch bei feinen Strukturen und geringen Schichtstärken. Die Brenntemperatur von 740 °C macht das System sowohl für Zirkonoxid als auch für Lithiumdisilikat einsetzbar.

20 neue Farbtöne für mehr Individualisierung

Das kompakte Sortiment wird nun um 20 zusätzliche Farbtöne erweitert. Sie ergänzen die Bereiche Opacious Body, Body, Enamel, Luster, Clear Cervical und Mamelon. Dadurch stehen Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern mehr Möglichkeiten zur Verfügung, Helligkeit, Transluzenz, Farbtiefe und individuelle Effekte gezielt zu steuern. Die Erweiterung richtet sich nicht nur an erfahrene Keramiker. Vielmehr lässt sich das System je nach Arbeitsweise und gewünschtem Individualisierungsgrad unterschiedlich nutzen.

Zwei neue Kits für unterschiedliche Anforderungen

Das Advanced Layering-Kit enthält die 20 zusätzlichen Farbtöne und ergänzt das bestehende Micro-Layering-Kit. Es richtet sich an Anwender, die ihre Möglichkeiten beim Schichten und bei der Charakterisierung weiter ausbauen möchten.

 

Das Powder Starter-Kit kombiniert sieben Verblendkeramiken mit fünf Internal Stains. Die übersichtliche Zusammenstellung erleichtert den Einstieg ins Micro-Layering und bietet eine kompakte Basis, um die Technik systematisch kennenzulernen.

Ein System, verschiedene Wege

CERABIEN™ MiLai lässt unterschiedliche Herangehensweisen zu: von der Charakterisierung mit Internal Stains bis zur weitergehenden keramischen Individualisierung. Dabei bleibt das Grundprinzip gleich – mit möglichst geringem Materialeinsatz gezielt dort zu ergänzen, wo Farbe, Lichtwirkung und Morphologie es erfordern. Grundlage bildet die synthetische Feldspatkeramik-Technologie von Kuraray Noritake. Sie ist auf konstante Verarbeitungseigenschaften und stabile optische Eigenschaften auch über mehrere Brennzyklen hinweg ausgelegt.

Mit der Portfolioerweiterung wird CERABIEN™ MiLai damit zu einem noch flexibleren System für unterschiedliche Erfahrungsstufen und Arbeitsweisen – vom Einstieg in das Micro-Layering bis zur differenzierten ästhetischen Individualisierung.

Das volle Potenzial hochwertigen Zirkonoxids ausschöpfen

Das volle Potenzial hochwertigen Zirkonoxids ausschöpfen

Was ein Materialwechsel im Dentallabor bewirken kann

Die Umstellung auf ein anderes Zirkonoxidmaterial will gut überlegt sein. Doch lohnt sich der Wechsel zu KATANA™ Zirconia? Drei Inhaber norwegischer Dentallabore berichten über ihre Erfahrungen.

 

Zirkonoxid ist nicht gleich Zirkonoxid. Zahntechnikerinnen und Zahntechniker weltweit wissen, dass sich Zirkonoxid-Discs je nach Zusammensetzung und Herstellungsverfahren erheblich in ihrer Qualität unterscheiden können. Besonders deutlich zeigen sich diese Unterschiede bei den mechanischen und optischen Eigenschaften, die bereits während der industriellen Herstellung festgelegt werden. Auf den ersten Blick mögen die Zirkonoxidprodukte führender Hersteller ähnlich erscheinen. Bei genauerem Hinsehen können jedoch selbst kleine Unterschiede relevant sein. Hochwertige Rohstoffe, sorgfältige Reinigungs- und Pressverfahren sowie präzise gesteuerte Vorsinterprozesse bilden die Grundlage für eine konstant hohe Materialqualität. Sie tragen dazu bei, zuverlässige Ergebnisse zu erzielen und den Aufwand für Nacharbeiten zu reduzieren.

 

Die Wahl eines hochwertigen Zirkonoxids ist daher insbesondere bei komplexen Konstruktionen oder anspruchsvollen Verarbeitungsverfahren von großer Bedeutung. Das Material kann sowohl das ästhetische und funktionelle Ergebnis als auch die langfristige Stabilität der Restauration beeinflussen.

 

Wir haben mit drei Entscheidern aus norwegischen Dentallaboren über ihre Gründe für den Wechsel zur KATANA™ Zirconia Multi-Layered Series von Kuraray Noritake Dental Inc. gesprochen. Zudem berichten sie, wie sie die Materialien erfolgreich in ihre Laborabläufe integriert haben. Espen Rørstad ist Inhaber und Geschäftsführer von Vestfold Dental in Tønsberg. Lucas Andvik leitet Cicero Dental AS in Trondheim, und Egil Berg ist Leiter der Zahntechnik bei Berg Dental in Askim. Sie geben Einblicke in ihre Erfahrungen und teilen praktische Empfehlungen für die Verarbeitung.

 

Zeit für Veränderungen

Die Gründe, alternative Zirkonoxidmaterialien zu testen, waren unterschiedlich. Espen Rørstad, der seit 24 Jahren als Zahntechniker tätig ist, suchte nach Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich Festigkeit und Ästhetik: „Zirkonoxidmaterialien entwickeln sich derzeit rasant weiter. Besonders Rohlinge mit mehrschichtigen Farb-, Transluzenz- und Festigkeitsverläufen haben mein Interesse geweckt. Zunächst testete ich das Material eines anderen führenden Herstellers. Anschließend erhielt ich eine einzelne Disc KATANA™ Zirconia YML. Ich war sofort von dem homogenen, dicht gepressten Material und seinen optischen Eigenschaften beeindruckt. Seit meinem ersten Testfall mit KATANA™ Zirconia YML habe ich kein anderes Zirkonoxid mehr verwendet.“

 

„Ich war sofort von dem homogenen, dicht gepressten Material und seinen optischen Eigenschaften beeindruckt.“ Espen Rørstad

 

ESPEN RØRSTAD

ist Inhaber und Geschäftsführer von Vestfold Dental in Tønsberg.

LUCAS ANDVIK

ist Geschäftsführer von Cicero Dental AS in Trondheim.

EGIL BERG

ist Leiter der Zahntechnik bei Berg Dental in Askim.

 

Das passende Material auswählen

Egil Berg verwendet KATANA™ Zirconia YML für die meisten Indikationen und KATANA™ Zirconia HTML Plus für umfangreiche Rekonstruktionen mit zehn oder mehr Einheiten. Die Restaurationen werden überwiegend monolithisch mit einem kleinen vestibulären Cutback gestaltet. Espen Rørstad verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Auch er setzt KATANA™ Zirconia YML regelmäßig für Rekonstruktionen mit bis zu zehn Einheiten ein – selbst bei implantatgetragenen Versorgungen in Kombination mit Titanbasen.

„Bei Restaurationen mit größeren Spannweiten entscheide ich mich meist für KATANA™ Zirconia HTML Plus oder gelegentlich für KATANA™ Zirconia HT in Kombination mit einer klassischen Schichttechnik.“

Lucas Andvik nutzt alle vier Multi-Layered-Zirkonoxide von Kuraray Noritake Dental Inc. – KATANA™ Zirconia UTML, STML, HTML Plus und YML. So kann er für jede Indikation gezielt die jeweils passenden Materialeigenschaften nutzen.

 

Arbeitsabläufe abstimmen

Der Wechsel zu einem neuen Material ist zunächst immer mit einem gewissen Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Fräs-, Sinter- und Finishingprozesse müssen angepasst werden, bis die Abläufe zuverlässig und reproduzierbar funktionieren. Laut Espen Rørstad dauerte es bei KATANA™ Zirconia jedoch nicht lange, die erforderlichen Parameter einzustellen und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Für ihn ist vor allem die richtige Positionierung der Restauration innerhalb der Disc entscheidend: „Die Positionierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Weitspannige Rekonstruktionen sind stabil, wenn sie entsprechend den Empfehlungen des Herstellers im Rohling platziert werden. Die Lernkurve ist steil, und wir haben keine Probleme mit Frakturen.“

Lucas Andvik passte seinen Herstellungsprozess ebenfalls leicht an: „Anfangs versuchten wir, unsere Restaurationen in Rohlingen mit den Höhen zu positionieren, die wir zuvor verwendet hatten. Das erwies sich jedoch als schwierig. Um ausreichend Platz für die Verbinder zu schaffen und langspannige Restaurationen wie empfohlen mittig in der Disc positionieren zu können, verwenden wir inzwischen höhere Rohlinge. Damit waren die anfänglichen Herausforderungen gelöst.“

 

 

 

Was KATANA™ Zirconia besonders macht

Bei KATANA™ Zirconia werden sämtliche Schritte der Herstellung sorgfältig kontrolliert – von der Entwicklung und Produktion des Rohmaterials bis zum Pressen und Vorsintern der Discs. Grundlage dafür sind jahrzehntelange Erfahrung mit keramischen Werkstoffen sowie eine weitreichende Kontrolle der Produktionsprozesse im eigenen Unternehmen. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Zirkonoxid mit besonderen Material- und Verarbeitungseigenschaften.

 

Dual-Gradient bei KATANA™ Zirconia YML

Ein harmonischer Verlauf von Transluzenz und Festigkeit innerhalb eines Rohlings.

 

Hohe Stabilität im ungesinterten Zustand

Filigrane Ränder und Kanten lassen sich zuverlässig fräsen. Das Risiko von Abplatzungen wird reduziert, weniger Haltestege sind erforderlich und das Material kann effizienter ausgenutzt werden.

 

Gezielt abgestimmter Yttriumoxidanteil

Transluzenz dort, wo sie ästhetisch gewünscht ist, und Festigkeit dort, wo sie mechanisch benötigt wird. Die einzelnen Schichten sind entsprechend ihrer jeweiligen Funktion zusammengesetzt.

 

Speedsintern

Für geeignete Restaurationen stehen Sinterzyklen von bis zu 54 Minuten zur Verfügung, bei denen die optischen und mechanischen Eigenschaften erhalten bleiben.

 

Abgestimmte Dichte und Wärmeausdehnung

Eine homogene Dichte und aufeinander abgestimmte Wärmeausdehnungskoeffizienten in allen Schichten reduzieren das Risiko von Sinterverformungen und unterstützen eine hohe Passgenauigkeit.

 

Einfache Bearbeitung

Ein praktischer Vorteil von KATANA™ Zirconia ist die gute Bearbeitbarkeit des Materials. Lucas Andvik erläutert: „KATANA™ Zirconia lässt sich leichter ausarbeiten als andere Materialien. Selbst in der Nähe der Ränder kann sicher gearbeitet werden, ohne das Frakturrisiko unnötig zu erhöhen. Andere Materialien wirken teilweise weniger dicht und weicher, wodurch es eher zu Randabsplitterungen kommen kann. Die gute Bearbeitbarkeit hat unseren internen Herstellungsprozess grundlegend verändert und trägt zu unseren zuverlässigen Ergebnissen bei.“ Espen Rørstad und Egil Berg bestätigen die angenehme Bearbeitung des Materials. Rørstad hebt zudem hervor, dass die Ästhetik der auf diese Weise ausgearbeiteten Restaurationen von den Partnerpraxen sehr positiv bewertet wird.

 

„KATANA™ Zirconia lässt sich leichter ausarbeiten als andere Materialien.“ Lucas Andvik

 

Den Sinterprozess für optimale Ergebnisse beherrschen

Das Sintern ist ein entscheidender Schritt im Herstellungsprozess. Hersteller hochtransluzenter Zirkonoxide empfehlen, die Sinteröfen regelmäßig zu kalibrieren und die tatsächlich erreichten Temperaturen zu überprüfen. Nur so lassen sich die vorgesehenen optischen und mechanischen Materialeigenschaften zuverlässig erzielen. Die empfohlenen Sinterprotokolle unterscheiden sich je nach Material. Kuraray Noritake Dental Inc. bietet für die vier Materialien der KATANA™ Zirconia Multi-Layered Series drei Programme an. Das siebenstündige Standardprogramm eignet sich für sämtliche freigegebenen Indikationen. Die Schnellprogramme mit einer Dauer von 54 beziehungsweise 90 Minuten sind für Restaurationen mit bis zu drei Einheiten vorgesehen. Für KATANA™ Zirconia Blocks ist unter den entsprechenden Voraussetzungen sogar ein 18-minütiger Sinterzyklus möglich.

Lucas Andvik verwendet für große Restaurationen das siebenstündige Programm über Nacht. Einzelzahnrestaurationen und kleine Brücken werden tagsüber im Schnellprogramm gesintert. Bei seinem neuen Ofen konnte er die empfohlenen Protokolle direkt übernehmen. Espen Rørstad hat die Programme geringfügig an seinen Ofen angepasst. Das Schnellsintern betrachtet er vor allem bei dringenden Aufträgen als wertvolle Option.

Egil Berg bevorzugt überwiegend das Sintern über Nacht: „Ein hochwertiger, moderner Ofen ist sehr wichtig. Er sollte regelmäßig kalibriert werden, und die Vorgaben des Materialherstellers sind einzuhalten. Wer Probleme feststellt, sollte insbesondere die Aufheiz- und Abkühlphasen überprüfen. So lassen sich die bestmögliche Festigkeit und Ästhetik sowie harmonische Übergänge zwischen den einzelnen Schichten des Rohlings erzielen.“

 

Micro-Layering verändert das Finishing

In allen drei Laboren führte die Einführung von KATANA™ Zirconia zu effizienteren Finishingverfahren.

Espen Rørstad berichtet: „Durch die Umstellung auf KATANA™ Zirconia konnten wir den Anteil monolithischer und mit Micro-Cutback gefertigter Zirkonoxidrestaurationen von etwa 40 auf 80 Prozent erhöhen. Im Frontzahnbereich arbeiten wir mit einem minimalen vestibulären Cutback und Micro-Layering. Seitenzahnrestaurationen werden rein monolithisch gestaltet und nur dezent charakterisiert. Eine klassische Vollverblendung führen wir nur noch auf besonderen Wunsch durch.“

Auch Egil Berg setzt auf Micro-Layering: „Wir haben die klassische keramische Vollverblendung vollständig aufgegeben und bevorzugen heute das Micro-Layering – insbesondere in Kombination mit KATANA™ Zirconia YML. Die ästhetischen Ergebnisse sind so überzeugend, dass mich kürzlich ein auf ästhetische Zahnmedizin spezialisierter Zahnarzt fragte, ob ich statt Zirkonoxid Lithiumdisilikat verwendet hätte.“

Lucas Andvik nutzt ebenfalls gezielt eine dünne Keramikschicht: „Wir sind vom vollständigen Cutback zum Micro-Layering übergegangen und verwenden dabei dasselbe Keramiksystem für Lithiumdisilikat und Zirkonoxid.“ Subgingivale Bereiche werden in seinem Labor häufig ausschließlich poliert. Dieses Vorgehen soll eine glatte Oberfläche unterstützen und wird von den behandelnden Zahnärztinnen und Zahnärzten sehr geschätzt.

 

Zufrieden mit den Ergebnissen?

Egil Berg fasst seine Erfahrungen zusammen: „Sobald der Workflow implementiert und alle Parameter eingestellt sind, lässt sich mit KATANA™ Zirconia hervorragend arbeiten. Meine Mitarbeiter schätzen die Bearbeitung beim Fräsen, die effizienten Abläufe und die vorhersehbaren Ergebnisse. Auch wenn das Material zunächst teurer sein kann als Zirkonoxide anderer Marken, fällt die Gesamtwirtschaftlichkeit für uns deutlich besser aus. Wir haben keine Probleme mehr mit Frakturen oder aufwendigen Neuanfertigungen. Aufgrund der homogenen Materialstruktur halten unsere Fräswerkzeuge länger, und zugleich ist die Kantenstabilität der gefrästen Restaurationen sehr hoch. Die Rohlinge sind so homogen, dass ich weitspannige Restaurationen ohne seitliche Abstützung sintern kann.“

 

Auch Lucas Andvik zieht ein positives Fazit: „Alle in meinem Labor, die mit KATANA™ Zirconia arbeiten, sind sehr zufrieden. Meine Mitgründerin Katharina hat im Auftrag namhafter Hersteller zahlreiche Materialien getestet und noch keines erlebt, das mit KATANA™ vergleichbar wäre. Die Zahntechnikerinnen und Zahntechniker in unserem Labor halten es für das vielseitigste und ästhetischste Zirkonoxid, das wir bislang verwendet haben. Alle vier Varianten lassen sich aus meiner Sicht hervorragend verarbeiten.

Ich empfehle außerdem die Teilnahme an einem der von Kuraray Noritake Dental Inc. angebotenen Kurse. Die Referenten verfügen über umfassendes Wissen. Wir haben dort ein deutlich tieferes Verständnis für Zirkonoxid entwickelt und praktische Hinweise erhalten, die uns im Laboralltag wirklich weiterhelfen.“

 

„Die Rohlinge sind so homogen, dass ich weitspannige Restaurationen ohne seitliche Abstützung sintern kann.“ Egil Berg

 

Espen Rørstad ist ebenfalls überzeugt: „Was die Ästhetik betrifft, ist KATANA™ Zirconia das beste Zirkonoxid, das ich bisher getestet habe – und ich habe in den vergangenen Jahrzehnten wirklich viele Materialien ausprobiert. Ich bin sowohl mit dem Material als auch mit der Zusammenarbeit und der Unterstützung durch das Team von Kuraray Noritake Dental sehr zufrieden. Auch mein Team arbeitet gern damit. Noch wichtiger ist für mich jedoch das positive Feedback unserer Kunden. Einer unserer Kunden hatte zuvor stets ein bestimmtes Zirkonoxid verlangt. Als wir das Material wechselten, haben wir ihn zunächst nicht ausdrücklich darauf hingewiesen. Inzwischen weiß er davon und ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden.“ Nach Einschätzung von Rørstad kann KATANA™ Zirconia YML auch wirtschaftlich mit preisgünstigeren Zirkonoxiden konkurrieren. Ausschlaggebend seien der effizientere Herstellungsprozess und die hohe Vorhersagbarkeit der Ergebnisse.

 

Der Wechsel zu einem anderen Zirkonoxidmaterial erfordert zunächst Zeit, Tests und eine Anpassung der bestehenden Prozesse. Die Erfahrungen der drei norwegischen Dentallabore zeigen jedoch, dass sich dieser Aufwand lohnen kann. KATANA™ Zirconia verbindet aus ihrer Sicht Ästhetik, Festigkeit und effiziente Verarbeitung. Weniger Nacharbeiten, gut standardisierbare Abläufe und eine zuverlässige Bearbeitung können dazu beitragen, den Laboralltag zu vereinfachen und die Gesamtwirtschaftlichkeit zu verbessern. Wer einen Materialwechsel plant, sollte das neue Zirkonoxid unter den eigenen Laborbedingungen gründlich testen, die Verarbeitungsparameter sorgfältig abstimmen und Schulungsangebote nutzen. So lässt sich das Material sicher und erfolgreich in die bestehenden Arbeitsabläufe integrieren.

 

Praktische Tipps für die Umstellung

 

  • Fräs-, Sinter- und Finishingprotokolle prüfen und entsprechend den Empfehlungen des Herstellers anpassen.
  • Zahntechnikerinnen und Zahntechniker in der korrekten Positionierung der Restaurationen innerhalb des Rohlings schulen.
  • Für jede Indikation gezielt das geeignete Material auswählen.
  • Sinteröfen regelmäßig kalibrieren und die tatsächlich erreichten Temperaturen überprüfen.
  • Bei der Einrichtung neuer Arbeitsabläufe eng mit dem Hersteller beziehungsweise Lieferanten zusammenarbeiten und dessen technische Beratung nutzen.

 

Zwei Gerüstkeramiken - ein Micro-Layering-Konzept

von DT Andreas Chatzimpatzakis

 

Zwei unterschiedliche Gerüstwerkstoffe im Frontzahnbereich stellen besondere Anforderungen an das keramische Schichtkonzept. Im vorliegenden Fall wurden Veneers aus Lithiumdisilikat mit einer Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid kombiniert. Wie sich dennoch eine stimmige Lichtwirkung erzielen lässt, zeigt der Autor in diesem Beitrag.

Individuelles Smile Makeover: Zwei Gerüstkeramiken – ein Micro-Layering-Konzept

Im Laboralltag stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen ästhetische Korrekturen mit medizinisch notwendigen Maßnahmen kombiniert werden. Typisches Beispiel ist ein Smile Makeover der Frontzähne, das zugleich den Ersatz eines fehlenden lateralen Schneidezahns einschließt. Bei der Patientin zeigten sich alte Kompositrestaurationen sowie Schmelzfrakturen; zusätzlich fehlte Zahn 12 (Abb. 1). Geplant wurden vier Veneers aus Lithiumdisilikat (11, 21, 22 und 23). Der Lückenschluss sollte minimalinvasiv über eine Zirkonoxid-Adhäsivbrücke erfolgen.

Damit war von Beginn an klar: Zwei unterschiedliche Gerüstwerkstoffe würden nebeneinanderstehen. Eine naheliegende Lösung wäre gewesen, die Lithiumdisilikat-Veneers und die Zirkonoxid-Adhäsivbrücke jeweils mit einem spezifischen Keramiksystem zu finalisieren. Genau hier liegt das Risiko. Unterschiedliche Verblendkeramiken können zu Abweichungen in Farbe, Transluzenz und Oberfläche führen. Die eigentliche Schwierigkeit liegt daher nicht im einzelnen Werkstoff, sondern in dessen Kombination und in der Frage nach einem einheitlichen Verblendkonzept. Die Antwort: CERABIEN™ MiLai (Kuraray Noritake). Das universelle Micro-Layering-System kann sowohl auf Zirkonoxid als auch auf Lithiumdisilikat verarbeitet werden.

 

Umsetzung der Restaurationen

Die Planung erfolgte im engen Kontakt zwischen Praxis und Labor. Nach funktioneller und ästhetischer Abstimmung wurde ein Mock-up erstellt und intraoral überprüft (Abb. 2). Die Präparation erfolgte minimalinvasiv durch das Mock-up (Abb. 3 und 4).

 

Lithiumdisilikat für die Veneers

Für die Veneers wurde Lithiumdisilikat verwendet (Amber Press LT, HASS Bio). Die Wahl fiel auf die LT-Variante für eine ausgewogene Balance zwischen Lichtdurchlässigkeit und Helligkeit. Ein wesentliches Merkmal von Amber ist die über die Brennführung individuell steuerbare Transluzenz. Gerade im Frontzahnbereich ist das oft hilfreich. Die Veneers wurden vollanatomisch konstruiert. Ein leichtes Cut-back schuf Raum für eine fein abgestimmte Lichtmodulation mit dem Micro-Layering.

 

Zirkonoxid für die Adhäsivbrücke

Für die Adhäsivbrücke wurde ein Multi-Layered-Zirkonoxid gewählt (KATANA™ Zirconia YML, Kuraray Noritake). Entscheidend war neben der Festigkeit die optische Integration. Die Brücke sollte sich harmonisch an die benachbarten Veneers anfügen. KATANA™ Zirconia YML vereint eine hohe Biegefestigkeit im Body-Bereich mit erhöhter Transluzenz in der Schmelzschicht. Bei der Positionierung im Rohling wurde der Verbinder im hochfesten Bereich platziert, während der sichtbare Anteil von der transluzenteren Zone profitierte. Auch das Zirkonoxidgerüst Zahn 13/12 erhielt vestibulär ein minimales Cut-back.

 

Micro-Layering: Ein System für alle Fälle

Statt nun zwei unterschiedliche Keramiksysteme für die beiden Gerüstwerkstoffe (Abb. 5 und 6) parallel zu führen, wurden alle Restaurationen (Lithiumdisilikat und Zirkonoxid) mit CERABIEN™ MiLai verblendet. Die Konsistenz der Pulverkeramik lässt sich individuell einstellen, die Massen reagieren kontrollierbar. Die Brenntemperatur von 740 °C hält die thermische Belastung gering. Gerade beim Micro-Layering ist die thermische Abstimmung entscheidend. Bei dünnen Schichten zeigen inhomogene Keramiken schnell Grauschleier oder eine optische Unruhe. Die auf synthetischer Feldspatkeramik basierende Struktur sorgt für ein gleichmäßiges Aufschmelzen und ein stabiles Brennergebnis – auch über mehrere Brände hinweg.

 

Selektives Schichtkonzept zur Vorbereitung

Die Finalisierung erfolgte auf beiden Gerüstwerkstoffen nach demselben Grundprinzip. Lediglich die vorbereitenden Arbeitsschritte unterschieden sich je nach Substrat geringfügig (Abb. 6, 7, 8).

Auf die Zirkonoxidoberfläche wurde CERABIEN™ MiLai LT1 im mittleren und zervikalen Bereich appliziert. LT1 verleiht dem Schmelzbereich eine natürliche Transluzenz sowie Opaleszenz und schafft die optische Grundlage für die Individualisierung. Bei den Lithiumdisilikat-Veneers stand zunächst die Kontrolle des Helligkeitswerts (Value) im Vordergrund. Aufgrund der hohen Transluzenz kann Lithiumdisilikat intraoral dunkler erscheinen. Um dem entgegenzuwirken, wurden Value Liner 1 und Value Liner 2 im inzisalen Bereich aufgetragen. Im mittleren und zervikalen Bereich kam eine Mischung aus Creamy Enamel und Value Liner 2 im Verhältnis 70/30 zum Einsatz. Im inzisalen Bereich der beiden Eckzähne wurde zusätzlich E2 appliziert.

 

Einheitliches Schichtschema für das Micro-Layering

Das Micro-Layering erfolgte in zwei Bränden. Im ersten Schritt wurden alle Restaurationen mit einer Schicht Tx überdeckt, gefolgt von LTx. Die Massen unterscheiden sich in ihrer Lichtcharakteristik; LTx weist eine stärker opaleszente Wirkung auf (Abb. 9–14). Nach dem ersten Brand zeigte sich ein stimmiges Grundbild (Abb. 15). Bei der zweiten Schichtung wurde der zervikale Bereich mit LT1 ergänzt. Die Randleisten sind mit Creamy Enamel akzentuiert worden, um den Helligkeitsverlauf zu unterstützen. Die finale Oberfläche entstand durch einen feinen Mantel aus LTx (Abb. 16).

 

Oberflächentextur und Finish

Die Ausarbeitung erfolgte mit Diamanten und Gummipolierern. Der abschließende Glanzbrand nutzte den Self-Glaze-Effekt der Keramik, sodass die Mikrostruktur erhalten blieb (Abb. 17). Damit die Restaurationen ihre optische Wirkung intraoral beibehalten, ist das Befestigungskonzept entscheidend. Sowohl für Lithiumdisilikat als auch Zirkonoxid wird in der Regel ein adhäsives Vorgehen gewählt. MDP-haltige Befestigungskomposite (z. B. PANAVIA™, Kuraray Noritake) ermöglichen eine chemische Anbindung an Zirkonoxid und sichern zugleich den stabilen Verbund zu Lithiumdisilikat.

 

Abb. 1 Smile Makeover gewünscht: verfärbte Kompositrestaurationen und fehlender Zahn 12

 

Abb. 2 Mock-up zur Planung der Restaurationen

 

Abb. 3 Minimalinvasive Präparation durch das Mock-up

 

Abb. 4. Präparierte Zähne für die vollkeramische Restauration

 

Abb. 5. Okklusale Ansicht der Oberkieferzähne nach der Zahnpräparation.

 

Abb. 6. Veneers aus Lithiumdisilikat (23 bis 11) und Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid regio 12/13 vor dem Cut-Back

 

Abb. 7. Veneers aus Lithiumdisilikat (23 bis 11) und Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid regio 12/13 nach dem Cut-Back

 

Abb. 8. Auftrag von CERABIEN™ MiLai LT1 im mittleren und zervikalen Bereich der Zirkonoxidbrücke

 

Abb. 9. CERABIEN™ MiLai Value Liner 2...

 

Abb. 10. … und Value Liner 1 im inzisalen Bereich der Veneers

 

Abb. 11. CERABIEN™ MiLai Creamy Enamel gemischt mit Value Liner 2 (70/30) im mitleren Bereich der Veneers...

 

Abb. 12. ... und E2 iim inzisalen Bereich beider Eckzähne.

 

Abb. 13. Überschichten aller Restaurationen mit Tx ...

 

Abb. 14. ... und LTx.

 

Abb. 15. Restauration nach dem ersten Brand.

 

Abb. 16. Ergänzung von LT1 im Zervikalbereich und Creamy Enamel auf den Randleisten.

 

Abb. 17. Finalisiierung der Schmelzoberfläche mit einer Schicht LTx, welches für eine hohe Lichtdurchlässigkeit und Opaleszenz sorgt.

 

Abb. 18. Ergebnis nach dem 2. Brand.

Abb. 19. Finale Restauration nach dem Glanzbrand mit natürlichem Self-Glaze Effekt am Modell.

 

Abb. 20. Finale Restauration mit natürlichem Self-Glaze Effekt im Mund der Patientin.

 

 

Abb. 21. harmonische optische Integration der Restauration

 

Abb. 22. Ein wunderschönes Behandlungsergebnis.

 

Fazit

Trotz zweier unterschiedlicher Gerüstwerkstoffe zeigte sich eine homogene Lichtwirkung (Abb. 14). Weder im Helligkeitswert noch in der Transluzenz war ein Übergang zwischen Veneers und Adhäsivbrücke erkennbar. Moderne Gerüstwerkstoffe erlauben eine indikationsbezogene Differenzierung. Die ästhetische Einheit entsteht jedoch erst durch ein konsistentes keramisches Schichtkonzept. Mit einem systemübergreifend einsetzbaren Micro-Layering-System lässt sich diese Einheit materialunabhängig realisieren.

Vielen Dank gilt Dr. Kanellos Ioannis für die Zusammenarbeit bei diesem Fall und die Bereitstellung der prä- und postoperativen Fotografien.

 

Dental technician:

ANDREAS CHATZIMPATZAKIS

Andreas Chatzimpatzakis, Gründer und Leiter des ACH Dental Laboratory in Athen (seit 2000), ist spezialisiert auf Vollkeramik und Implantatprothetik. Er absolvierte seine Ausbildung als Zahntechniker an der Universität West-Attika und bildete sich im Bereich Vollkeramik in Helsinki und Japan unter renommierten Meistern weiter. Seit 2017 ist er internationaler Trainer für Kuraray Noritake Dental Inc. und hält weltweit Vorträge und Hands-on-Kurse. 

 

Die neue Dimension des Micro-Layerings

Die neue Dimension des Micro-Layerings: ZTM Andreas Chatzimpatzakis über CERABIEN™ MiLai

In der aktuellen Ausgabe der ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor (2/2025) teilt der Zahntechniker Andreas Chatzimpatzakis seine Erfahrungen mit dem Keramiksystem CERABIEN™ MiLai. Sein Fachartikel „Eine neue Dimension des Micro-Layerings" bietet wertvolle Einblicke für Zahntechnikerinnen und Zahntechniker, die nach effizienten Lösungen für ästhetische Restaurationen suchen.

Ein System für verschiedene Gerüstwerkstoffe

Was CERABIEN™ MiLai besonders macht: Es funktioniert gleichermaßen hervorragend auf Zirkonoxid und Lithiumdisilikat. Andreas Chatzimpatzakis demonstriert dies anhand zweier Patientenfälle – einmal mit Lithiumdisilikat-Veneers im Frontzahnbereich und einmal mit einer Zirkonoxid-Frontzahnbrücke mit Gingivaanteil. Mit einer niedrigen Brenntemperatur von 740°C ist das System universell einsetzbar und vereinfacht die Lagerhaltung im Labor erheblich.

Effizienz trifft auf Ästhetik

Die Pulver-Keramik für das Micro-Layering, die auf der bewährten synthetischen Feldspatkeramik-Technologie basiert, überzeugt durch ein überschaubares Portfolio: 16 Keramikmassen und 15 interne Malfarben ermöglichen systematische Prozesse im Labor bei gleichzeitig hoher Individualisierbarkeit.
"Als Zahntechniker sind wir es gewohnt, mit Pulver, Pinsel und Farben zu arbeiten. An dieser bewährten Handwerkskunst festzuhalten, ist keine Nostalgie; es ist ein Weg von vielen, hochwertige Restaurationen herzustellen. Mit CERABIEN™ MiLai lässt sich dieser Weg nun besonders effizient beschreiten." — ZTM Andreas Chatzimpatzakis

Vorteile für den Laboralltag auf einen Blick:

  • Kompatibilität mit Zirkonoxid und Lithiumdisilikat
  • Pulverkeramik und Internal Stain-Massen
  • Reduziertes, übersichtliches Keramiksystem
  • Spezielle Keramikmassen wie Value Liner zur Kontrolle der Helligkeit bei Lithiumdisilikat
  • Internal Stain-Technik für natürliche Tiefenwirkung
  • Stabile Ergebnisse ohne Grauschleier durch die spezielle Materialzusammensetzung
  • Vereinfachte Arbeitsabläufe durch standardisierte Prozesse

Fazit

Die im Artikel vorgestellten Fallbeispiele zeigen: CERABIEN™ MiLai bietet Dentallaboren einen effizienten Weg zur Herstellung ästhetisch anspruchsvoller Restaurationen. Das System eignet sich besonders für Zahntechniker, die standardisierte und vereinfachte Verfahren bevorzugen, ohne Kompromisse bei der individuellen Ästhetik einzugehen.

 

 

Alle Abbildungen © ZTM Andreas Chatzimpatzakis/ZTM Giuliano Moustakis

CERABIEN™ MiLai

CERABIEN™ MiLai: Micro-Layering in seiner effizientesten Form

NEU – die Evolution der Verblendtechnik geht in die nächste Runde

Kuraray Noritake bleibt seiner Linie treu und geht konsequent seinen eigenen Weg: Mit CERABIEN™ MiLai präsentiert das Unternehmen eine neue Dimension der Verblendtechnik. Es ist die erste Keramik des Unternehmens, die speziell für Micro-Layering entwickelt wurde und dabei die gewohnte Kontrolle und Präzision einer Pulverkeramik bietet. CERABIEN™ MiLai – eine Keramik, die sich dem Zahntechniker anpasst, nicht umgekehrt – ganz einfach „your way“.

Mustafa Alzemo, Product Specialist CAD/CAM & Dental ceramics DACH

In der Zahntechnik gibt es Momente, in denen sich bewährte Tradition und moderne Anforderungen zu etwas ganz Besonderem verbinden. CERABIEN™ MiLai von Kuraray Noritake ist genau so ein Moment. Die niedrigschmelzende Verblendkeramik wurde für die Micro-Layering-Technik entwickelt. Sie vereint das Handling einer Pulverkeramik mit den Anforderungen moderner Dünnschichtverblendungen – abgestimmt auf KATANA™ Zirconia und kompatibel mit allen gängigen Zirkonoxiden und Lithiumdisilikaten.

Warum jetzt eine neue Micro-Layering-Keramik?

„Feine Dinge brauchen Zeit" – dieser Grundsatz spiegelt sich in der Entwicklung von CERABIEN™ MiLai wider. Statt übereilt auf einen Trend aufzuspringen, hat Kuraray Noritake zunächst genau hingeschaut, zugehört und verstanden, was Zahntechniker wirklich brauchen. Der Name verrät viel über die Philosophie der neuen Keramik: „Mi" steht für Micro-Layering, während „Lai" vom japanischen Wort „mirai" (Zukunft) abgeleitet ist. Das Ergebnis ist eine Pulverkeramik, die durch besondere Eigenschaften die vollkeramische Arbeit auf ein neues Level hebt.

Handwerk trifft Freiheit

Mit CERABIEN™ MiLai behalten Zahntechniker die volle Kontrolle. Sie können die Keramik so verarbeiten, wie sie es brauchen. Die freie Einstellung der Konsistenz verbindet vertrautes Schichtkeramik-Handling und gewohnte Präzision mit hoher Effizienz. Die hohe gestalterische Freiheit ermöglicht es, eigene Weg zu gehen – beispielsweise mit der Internal Stain-Technik, die immer noch als Geheimtipp für individuelle Charakterisierungen gilt; Kuraray Noritake hat diese Technik über Jahrzehnte hinweg perfektioniert. Auch bei der Oberflächengestaltung eröffnet sich eine Welt der Möglichkeiten: Feine Leisten und charakteristische Strukturen lassen sich präzise modellieren, selbst bei minimalen Cut-back-Designs. Für zusätzliche Kreativität können die verschiedenen Keramikmassen miteinander gemischt werden

 

CERABIEN™ MiLai kombiniert die Vorteile einer Pulverkeramik – wie individuelle Konsistenzkontrolle und präzise Modellierbarkeit feinster Strukturen – mit den Anforderungen moderner Micro-Layering-Techniken. So lassen sich mit minimalem Materialeinsatz maximale ästhetische Ergebnisse erzielen.

 

WARUM CERABIEN™ MiLai?

  • Neuauflage eines Klassikers – Pulverkeramik neu gedacht für Micro-Layering 
  • Durchdachte Einfachheit –überschaubares System für Zirkonoxid und Lithiumdisilikat 
  • Effizienter Workflow – optimierte Prozesse von der Lagerung bis zum Finishing 
  • Ausgereifte Werkstofftechnologie – synthetische Feldspatkeramik ohne Kompromisse 
  • Gestalterische Freiheit – individuelle Charakterisierung durch freie Verarbeitung

Effiziente Umsetzung 

CERABIEN™ MiLai überzeugt durch ein überschaubares System mit 16 Keramikmassen und 15 internen Malfarben. Die Brenntemperatur von 740°C und der breite WAK-Bereich (9,5-11,0 × 10⁻⁶/K) machen das System universell einsetzbar für Zirkonoxid und Lithiumdisilikat – das spart Energie und schont den Ofen. Die durchdachte Materialauswahl bietet alles für individuelle Charakterisierung: Value Liner für Lithiumdisilikat, Effektmassen für Dentin und Schmelz sowie nicht-fluoreszierende Tissue-Farben für naturgetreue Gingivagestaltung. Interne Malfarben und transluzente Lustermassen ermöglichen bei Schichtstärken von 0,1 bis 0,6 mm eine lebendige Ästhetik. Die Verarbeitungstechnik – ob monolithisch, vestibuläres Cut-back oder vollständiges Micro-Cut-back – lässt sich frei wählen. Ein besonderer Vorteil für CERABIEN™-Anwender: Die niedrige Brenntemperatur ermöglicht die problemlose Kombination mit CERABIEN™ ZR-Verblendungen, ohne deren Form und Textur zu beeinträchtigen.

So einfach geht’s
MiLai macht das Micro-Layering systematisch und effizient. Nach der Gestaltung des Gerüsts in nahezu monolithischer Form folgt bei Bedarf ein Wash-Brand mit Value Liner – besonders wichtig bei Lithiumdisilikat zur Kontrolle der Helligkeit. Die MiLai-Charakterisierung mit internen Malfarben sorgt für natürliche Tiefenwirkung. Nach dem Auftrag der Effekt- und Lustermassen und morphologischen Korrekturen wird der Glanzgrad entweder durch Self-Glaze oder CERABIEN™ ZR FC Paste Stain erzielt.

Werkstoff-DNA neu interpretiert 

Grundlage von CERABIEN™ MiLai bildet die erprobte synthetische Feldspatkeramik-Technologie von Kuraray Noritake. Die Technologie gewährleistet konstante mechanische Eigenschaften auch nach mehreren Bränden. Besonders bemerkenswert ist die Materialstruktur und Korngrößenverteilung, wodurch sich die Lichtoptik natürlich schöner Zähne besonders gut reproduzieren lässt. Die Fluoreszenz der Farben sorgt für natürliche Lebendigkeit, während die spezielle Zusammensetzung der Massen einen Grauschleier oder Inhomogenitäten durch Mikrobewegungen beim Brand verhindert.

MiLai your way – Raum für eigene Wege

Die standardisierten Prozesse ermöglichen im Laboralltag vorhersagbare Ergebnisse bei maximaler gestalterischer Freiheit. CERABIEN™ MiLai steht für die Verbindung von handwerklicher Tradition und effizienter Verarbeitung. Denn manche Dinge brauchen einfach Layer – und mit CERABIEN™ MiLai entscheidet jedes Labor selbst, wie dieser Weg aussieht.

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Mit PANAVIA™ SA Cement Universal

Die Anwendung von PANAVIA™ SA Cement Universal mit seiner innovativen Dual-Monomer-Technologie ermöglicht eine vereinfachte Verklebung sämtlicher Restaurationen auf Implantat-Abutments, ganz ohne separate Primer oder Silane. Unabhängige Studien belegen, dass diese Dual-Monomer-Technologie weder die Haftung noch die Haltbarkeit auf glasbasierten Keramiken oder Zirkonoxid beeinträchtigt. In dieser Fallstudie wird die Technik speziell für Ti-Base-Implantate eingesetzt. Die grundlegenden Verfahren zur Behandlung von Abutment und Restauration können jedoch universell auf jede Kombination von Implantatversorgungen angewendet werden.

Behandlung von Titanaufbauten

Abb. 1: Nach dem Befestigen des Abutments auf dem Implantatanalog

Abb. 2: Die Basis des Abutments sollte mit ausblockbarem Kunststoff geschützt werden.

Abb. 3: Abstrahlen des Titanabutments mit Aluminiumoxidpulver (30 - 50 μm) bei einem Druck von 2,2 bar.

Abb. 4: Reinigung der Klebefläche mit KATANA™ Cleaner (10 Sekunden einreiben, anschließend abspülen und trocknen).

 

KATANA™ Cleaner ist ein vielseitiger Universalreiniger, der sich ideal zur Reinigung von Metall-, Zirkoniumdioxid- und Glasrestaurationen eignet. Zudem fungiert er als intraoraler Reiniger und kann auf Dentin und Schmelz angewendet werden.

Referenz-Indexierung zur Sicherstellung der Exakten Passung 

Abb. 1: Markierung der Indexposition auf dem Implantatanalog.

Abb. 2: Markieren der Indexposition (Kerbe) auf der Krone.

 

Vorbereitung der Restauration und Verkleben mit dem Abutment

Abb. 1: Bei Lithiumdisilikat sollten die Innenflächen der Krone 20 Sekunden lang mit 5 %iger HF-Ätzung behandelt, anschließend abgespült und getrocknet werden. Bei Zirkonoxid erfolgt das Abstrahlen mit Luft bei einem Druck von 1 bis 4 bar.

Abb. 2: PANAVIA™ SA Cement Universal (White Shade) auf das vorbereitete und gereinigte Abutment injizieren.

Abb. 3: Indexpunkte ausrichten und die Krone auf das Abutment setzen.

Abb. 4: Krone und Abutment zusammenführen und leicht anziehen.

Abb. 5: Tack-Cure Clean-Up: Überschüssiges Befestigungsmaterial 2 bis 5 Sekunden lang mit Licht aushärten (die genaue Zeit hängt von der Lichtleistung und dem Abstand ab).

Abb. 6: Entfernen von überschüssigem Befestigungsmaterial. PANAVIA™ SA Cement Universal ist leicht zu entfernen.

Abb. 7: Restliches Komposite mit Gaze abwischen.

Abb. 8: Indexmarkierung mit Alkohol und Gaze entfernen.

Abb. 9: Reinigung und Politur der Restauration vor dem Einsetzen. Oberflächen, die mit Weichgewebe in Kontakt kommen, sollten poliert werden.

 

Zahnarzt

Zahnarzt Greg Campbell DDS, Long Beach, CA USA

Dr. Greg Campbell, DDS, ist international anerkannt für seine Expertise in der Integration von CAD/CAM-Zahnmedizin in Zahnarztpraxen und wird regelmäßig von Branchenführern eingeladen, um über digitale Zahnmedizin zu referieren. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse in digitaler Technologie und bildet andere Zahnärzte im Umgang damit aus; zudem ist er zertifizierter Advanced CEREC Trainer. Als ehemaliger Beta-Tester für Sirona Dental hat Dr. Campbell zwei Bücher über CAD/CAM-Zahnmedizin veröffentlicht und mehrere Poliersets für Keramik entwickelt. Seine Schulungen und klinischen Anwendungen im Bereich fortschrittlicher Haftmaterialien erstrecken sich über mehr als acht Jahre. Zudem war er Alpha- und Beta-Tester für KATANA™ STML.

Dr. Campbell hat die University of Southern California School of Dentistry absolviert und eine Weiterbildung in kosmetischer Zahnmedizin an der UCLA abgeschlossen. Er betreibt eine Privatpraxis in Long Beach, Kalifornien.

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Herausforderung beim einzelnen Frontzahn

Ein Fallbericht von Vasilis Vasiliou

 

Die Wiederherstellung eines einzelnen mittleren Frontzahnes ist möglicherweise die größte Herausforderung, der sich ein Zahntechniker in seiner täglichen Arbeit stellen kann. Vor allem bei jungen Patienten ist es wichtig, ihr Lächeln in seiner ursprünglichen Schönheit wiederherzustellen. Eine Restauration, die als solche wahrgenommen wird, kann sich auch langfristig negativ auf das Selbstvertrauen des Patienten und die Lebensqualität auswirken.

Eine Geschichte von Freude und Verzweiflung

So wie Ioanna, ein 14-jähriges Mädchen, das verzweifelt in der Zahnarztpraxis erschien. In den Stunden zuvor schwebte sie noch auf Wolke sieben: Ihre Lieblingsband trat zum ersten Mal in Zypern auf und sie hatte es geschafft, für sich und ihre beste Freundin Karten zu kaufen. Aufgeregt waren sie zum Konzert gekommen, die Band begann zu spielen und die Menge tanzte zur Musik. Sie hatte das Gefühl, dass dies der beste Tag ihres Lebens werden würde. Als die Band ihr Lieblingslied spielte, waren die Leute außer sich und sprangen vor Begeisterung auf und ab. Zwischen all dem ausgelassenen Tanzen und Lachen wurde Ioanna plötzlich von einem starken Stoß getroffen. Sie stürzte und schlug mit dem Gesicht auf etwas Hartes auf – eine Sitzfläche vor ihr. Der Schmerz ließ die Zeit stillstehen und es dauerte einige Sekunden, bis sie begriff, was geschehen war: Als sie Blut in ihrem Mund schmeckte, untersuchte sie ihre Zähne mit der Zunge und stellte fest, dass einer ihrer mittleren Schneidezähne abgebrochen war.

Beeinträchtigung der Lebensqualität

Dies ist eine der vielen rührenden Geschichten, die wir jeden Tag hören. Ein Sturz bei einem Konzert, ein Schubser bei einer Geburtstagsfeier, ein Autounfall: Es gibt viele Vorfälle, die ein Lächeln zerstören können. Wenn man den betroffenen Patienten und ihren Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, wird einem klar, wie stark einige von ihnen davon betroffen sind: Sie halten sich den Mund zu, wenn sie lachen, oder halten ihr Lächeln zurück.

Jeder Zahntechniker, der sich für die bestmögliche Wiederherstellung des verlorenen Lächelns einsetzt, ist sich wahrscheinlich bewusst, welche Auswirkungen seine Arbeit haben kann und welche Verantwortung sie mit sich bringt: Ein schönes Ergebnis stellt nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen wieder her, lässt sie wieder fröhlich lachen, sich bequem ausdrücken und einfach die soziale Interaktion wieder genießen (Abb. 1 bis 5). Sich dieser Rolle bewusst zu sein, sollte die Motivation eines jeden Technikers sein, von Tag zu Tag besser zu werden. Entwickeln Sie sich für diese Momente, in denen unsere Arbeit unseren Patienten Freude bereitet.

 


Abb. 1: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht eins.

 


Abb. 2: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht zwei.

 


Abb. 3: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht drei. Nach dem ersten Brand wurden kleine Details eingearbeitet, dann folgte ein zweiter Brand. Schließlich wurde die Restauration mit CERABIEN™ ZR FC Paste Stain and Glaze fertiggestellt.

 


Abb. 4: Das Ergebnis der Behandlung, die nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen des jungen Mädchens wiederherstellen konnte.

 


Abb. 5: Unmittelbar nach dem Einsetzen der Restauration ist diese kaum noch zu erkennen, lediglich das Weichgewebe benötigt einige Zeit zur Erholung.

 

Zu berücksichtigende Aspekte

Aber wie kann man einzelne zentrale Schneidezähne am besten restaurieren? Der Erfolg dieser Art von Restauration liegt in der Form verborgen, die der schwierigste Teil ist. Die Schaffung einer natürlichen Morphologie ist mehr als die halbe Miete, der andere wichtige Teil ist die Farbe. Der Schlüssel zur Reproduktion der Farbe liegt im Verständnis der Funktionsweise der verwendeten Keramik: Lichtreflexion, Absorption, Transluzenz und Opaleszenz, Wert und charakteristische Details. Je mehr Erfahrung Zahntechniker sammeln und die optischen Eigenschaften von Zähnen und Keramiken verstehen, desto besser werden die Ergebnisse. Gute Unterstützung bietet die Kamera, ein Makroobjektiv und ein Doppelblitz, mit denen die intraorale Situation erfasst und analysiert werden kann. Für eine erste Analyse und ein erstes Verständnis von Form und Farbe sehe ich die Patienten gerne in meinem Dentallabor. Das „Erfühlen“ der Farbe hilft dabei, ein möglichst realistisches Bild von dem zu entwickeln, was geschaffen werden soll. Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des entwickelten Plans ist die Verwendung von zuverlässigen, leicht zu handhabenden Materialien – in meinem Fall KATANA™ Zirkonoxid und CERABIEN™ ZR Keramik (beide Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Mögliche Schritte

Bei der Herstellung einer Frontzahnrestauration - wie in den Abbildungen 6 bis 14 dargestellt - muss man sich zunächst auf den richtigen Farbwert des Zahnes konzentrieren. Sobald das Gerüst oder die Basis im richtigen Wert hergestellt ist, muss das Gesehene klassifiziert werden. Zeigt der Nachbarzahn Mamelons, Spuren von Blau oder Orange? Diese Merkmale müssen einfach beobachtet und kopiert werden.

Es ist nicht nötig, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Die Kunst besteht darin, den vorhandenen Platz sinnvoll zu nutzen. Wenn viel Platz für Porzellan vorhanden ist, kann es schwierig sein, den Wert des Gerüsts zu erhalten und ein graues Aussehen zu vermeiden. Abhängig von der Stumpffarbe, dem Alter des Patienten, der natürlichen Oberflächenbeschaffenheit und dem zur Verfügung stehenden Platz kann ein geeigneter Schichtaufbau und eine geeignete Verblendtechnik gewählt werden.

 


Abb. 6: Ersatz einer Frontzahnkrone: Präparierter Zahn mit starker Verfärbung. Der benachbarte Schneidezahn hat eine besondere Form und eine lebhafte innere Farbstruktur.

 


Abb. 7: Gerüst aus KATANA™ Zirconia YML in der Farbe A3. Da die Zielfarbe A3,5 war, wurde ein opakes Material in einer etwas helleren Farbe gewählt, um den gewünschten Maskierungseffekt zu erzielen.

 


Abb. 8: Schichtverfahren bei einem Brand: Auftrag von CERABIEN™ZR Opacious Body, ...

 


Abb. 9: ... Cervical Body, ...

 


Abb. 10: ... Body und Transitional Body.

 


Abb. 11: Inzisales Cut-back ...

 


Abb. 12: ... und Erstellung der Mamelonstruktur.

 


Abb. 13: Anwendung von Aqua Blue 1 ...

 


Abb. 14: ... gefolgt von T Blue ...

 


Abb. 15: ... und Lustermassen.

 


Abb. 16: Mit Body erzeugter Halo-Effekt.

 


Abb. 17: Ergebnis der Behandlung. (Nach einem ersten Brand, gefolgt von kleineren Korrekturen, einem zweiten Brand, einer Oberflächenstrukturierung und einer Glasur mit Cerabien™ ZR FC Paste Stain Clear Glaze).

 

Schlussfolgerung

Die Herstellung eines einzelnen Frontzahns bringt uns aus unserer Komfortzone heraus. Wenn wir aufmerksam sind, die Nachbarzähne betrachten und Materialien verwenden, die wir wirklich verstehen, können wir die Erwartungen unserer Patienten erfüllen oder sogar übertreffen. Spezielle Hilfsmittel wie Kameras und Erfahrung mit den verwendeten Materialien helfen uns zwar, vorhersagbare Ergebnisse zu erzielen, aber mein wichtigstes Credo lautet: "Wenn du willst, dass sich die Dinge um dich herum ändern, musst du zuerst dich selbst ändern.“ Für eine kontinuierliche Verbesserung ist es daher notwendig, sich auf das berufliche Wachstum und den Fortschritt zu konzentrieren. Mit den richtigen Mentoren, die uns in die Geheimnisse der Schichttechnik einweihen und uns inspirieren sowie motivieren, wird es einfacher, das Lächeln und das Selbstvertrauen unserer Patienten wiederherzustellen, wenn sie uns brauchen.

 

Über den Autor

Vasilis Vasiliou wurde in Nikosia, Zypern, geboren und machte 2004 seinen Abschluss an der Fachschule für Zahntechniker in Athen. Er bildete sich weiter, indem er mehrere Fortbildungsseminare unter der Leitung von Mentoren und Experten auf diesem Gebiet wie Ilias Psarris und Nondas Vlachopoulos besuchte.

Im Laufe seiner Karriere hat Vasilis bedeutende Beiträge für die zahnmedizinische Gemeinschaft geleistet, darunter Vorträge auf verschiedenen Konferenzen in Griechenland und die Veröffentlichung von Artikeln in griechischen Dentalmagazinen.

Seit 2020 ist er ein wichtiger Meinungsbildner für die MPF Brush Company und seit 2022 ein HASS-Botschafter. Seit 2019 ist Vasilis ein aktives Mitglied des Internationalen Teams für Implantologie (ITI). Zusammen mit seinem Vater betreibt Vasilis ein erfolgreiches Dentallabor in Nikosia, das auf Vollkeramik- und Implantatversorgungen spezialisiert ist. Seine umfassende Erfahrung und sein Engagement für hervorragende Leistungen haben ihn zu einem angesehenen Fachmann auf seinem Gebiet gemacht.

 

 

Danksagung

Besonderer Dank gilt den Zahnärzten, die die oben vorgestellten Patienten behandelt haben – Andreas Skyllouriotis DDS, MSD, chirurgisch ausgebildeter Prothetiker, und Theo Odysseos, DDS, Diplomate, American Board of Oral Implantology / Implant Dentistry.

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

von Martin Laurik, MDT 

Es gibt so viele verschiedene Restaurationsmaterialien und so viele Design- und Finishing-Konzepte, dass es oft schwierig erscheint, die beste Option für einen bestimmten Fall auszuwählen. Die Verwendung eines Allrounders wie KATANA™ Zirconia YML (Kuraray Noritake) kann die Entscheidungsfindung erleichtern: Das Zirkonoxid eignet sich für ein- bis mehrgliedrige Restaurationen, funktioniert auf Zähnen und Implantaten gleichermaßen und lässt sich durch die Wahl eines geeigneten Designkonzepts und einer adäquaten Verarbeitungstechnik an individuelle Bedürfnisse anpassen. Auf diese Weise können auch ästhetisch anspruchsvolle Fälle wie der unten abgebildete gelöst werden.

Ausgangssituation und provisorische Versorgung 

Die Patientin sollte nach dem Verlust ihres rechten mittleren Frontzahnes und der Insertion eines Implantats prothetisch versorgt werden. Die bestehenden Restaurationen an den drei Nachbarzähnen waren ebenfalls zu ersetzen. Daher fiel die Entscheidung, alle vier Kronen aus dem gleichen Material – KATANA™ Zirconia YML – herzustellen. Zur ästhetischen Beurteilung von Länge, Angulation und Form der Restaurationen im Mund und zur funktionellen Erprobung wurden die Kronen monolithisch digital konstruiert und aus PMMA in der definierten Zahnfarbe A2 gefräst (Abb. 1).

Abb. 1    Vollkonturierte PMMA-Kronen auf dem Meistermodell

Herstellen der Zirkonoxidkronen 

Nachdem die Ästhetik und die funktionellen Aspekte der provisorischen Versorgung von der Patientin und dem prothetischen Arbeitsteam bestätigt worden waren, wurden die definitiven Kronen hergestellt. Die Konstruktion basierte auf dem vollanatomischen Design der Provisorien, jedoch wurde eine faziale Reduktion von 0,6 mm durch die Software vorgenommen, um Platz für die Individualisierung mit einer kleinen Schicht Verblendkeramik zu schaffen. Die Kronen wurden aus einer KATANA™ Zirconia YML-Scheibe in der Farbe A1 gefräst – etwa eine Nuance heller als die ermittelte Zahnfarbe. Um die ungleichmäßige Farbe der Zahnstümpfe und des Implantataufbaus zu maskieren, wurde die Implantatkrone von innen – vor dem Sintern – mit Effektflüssigkeiten (Esthetic Colorant) in der Farbe Opaque behandelt. Auch einige individuelle und intensivierte Farbeffekte auf der vestibulären Oberfläche wurden mit Esthetic Colorant erzeugt.

Ästhetische Finalisierung 

Um das Chroma und den Helligkeitswert leicht anzupassen, wurde eine erste Schicht CERABIEN™ ZR Internal Stains auf die Kronen aufgetragen und ein Wash-Brand durchgeführt. Nach dem Auftrag der CERABIEN™ ZR-Massen (Body, Enamel und Translucent) und dem ersten Brand (Abb. 2) folgte die Internal Stains-Technik. Die mittleren Schneidezähne erhielten eine Schicht A1B für die interne Bemalung, die lateralen Schneidezähne eine Mischung aus A1B und A2B (etwas dunkler, um eine bessere Übereinstimmung mit den Eckzähnen zu erzielen) mit LT1, LT Natural zur Vervollständigung des Bildes (Abb. 3). Die abschließende Schicht CERABIEN™ ZR-Glaze (LT1, ELT2 auf den konvexen Linienwinkeln, um eine externe Reflexion zu erzielen) wurde in einem weiteren Brand fixiert (Abb. 4).

Nach der Korrektur und Grobpolitur ist ein Glanzbrand gewählt worden (Brenntemperatur 915 °C, Haltezeit 5 Sekunden). Auf die hochglanzpolierten inzisalen und palatinalen Anteile der Kronen sowie zur Anpassung der Kontaktpunkte wurde CERABIEN™ ZR FC Paste Stain-Glaze aufgetragen und im gleichen Brand fixiert. Die fertigen Kronen auf dem Modell sind in Abbildung 5 zu sehen, während Abbildung 6 das endgültige Behandlungsergebnis zeigt.

 


Abb. 2    Aus KATANA™ Zirconia YML gefräste Kronen mit einem Cut-Back von 0,6 mm nach der Individualisierung mit Esthetic Colorant, dem Sintern, der internen Bemalung und dem Auftragen einer ersten Schicht aus Keramik

 


Abb. 3    Dieses Bild zeigt die subtile interne Farbenanpassung im inzisalen Bereich

 


Abb. 4    Kronen vor der endgültigen Anpassung der Form und dem Polieren

 


Abb. 5    Fertige Kronen auf dem Modell

 


Abb. 6    Behandlungsergebnis

Einfacher Zugang zu ästhetischen Restaurationen 

Der vorgestellte Ansatz stellt eine relativ einfache Möglichkeit dar, hochästhetische Frontzahnrestaurationen herzustellen. Mit dem Allrounder Zirkonoxid in Kombination mit wenigen ausgewählten Effektliquids, internen Malfarben und dem Glanzbrand kann auch bei Zahn- und Implantatrestaurationen eine hohe optische Integration erreicht werden. Die natürliche Form und Oberflächenbeschaffenheit der Restaurationen spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie das Basismaterial – ein natürlich eingefärbtes, hochtransluzentes Zirkonoxid.

 

 

Martin Laurik begann 2014 als Zahntechniker zu arbeiten. Seitdem hat er sich ständig weitergebildet und von renommierten Kollegen gelernt. Die Fortbildungen konzentrierten sich auf die Themen Dentalkeramik und Okklusion im Funktionskonzept Slavicek. Fasziniert von der Schönheit der natürlichen Zähne, war es für ihn immer das oberste Ziel, deren Komplexität zu verstehen und zu lernen, das Design der Natur so gut wie möglich zu imitieren. Dabei ist er sich bewusst, dass es auf dem Weg zur Exzellenz noch viel zu lernen und zu erforschen gibt.

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

von Andreas Chatzimpatzakis

 

Beobachten und imitieren: Das ist der Schlüssel zu naturgetreuen prothetischen Restaurationen. Es gibt viele feine optische Effekte, Farbübergänge und morphologische Details an natürlichen Zähnen, die es zu erfassen und zu verstehen gilt - und die nur derjenige reproduzieren kann, der genau weiß, wie die eigenen Werkstoffe funktionieren. Ist dieses Wissen erst einmal vorhanden, kann der Zahntechniker Restaurationen als fast identische Kopien des natürlich schönen Zahnes herstellen. Selbst bei der Restauration eines einzelnen oberen mittleren Schneidezahns kann diese Technik zu hervorragenden Ergebnissen führen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Mit hochwertigen, transluzenten und farblich abgestuften Zirkonoxidgerüsten und Keramikmassen muss das Schichten von Keramik nicht hochkompliziert sein. Zwei Brände und eine Reihe ausgewählter Effektliquids, Malfarben und Keramikmassen reichen in der Regel aus, um ein Ergebnis zu erzielen, das die Erwartungen erfüllt und oftmals sogar übertrifft.

Patientenfall

Im vorliegenden Fall musste bei einem jungen Patienten eine sehr opak-wirkende Krone auf dem rechten oberen mittleren Schneidezahn ersetzt werden. Bei der Farbnahme im zahntechnischen Labor (Abb. 1) wurde festgestellt, dass das zervikale Drittel des benachbarten Zahnes heller war als der Rest. Seine Farbe in den übrigen Bereichen entsprach der Farbe B4 des VITA classical A1-D4® Farbschlüssels. Die konkrete Planung sah vor, ein Käppchen aus KATANA™ Zirconia STML (Kuraray Noritake) in der Farbe A3 zu fräsen, mit Esthetic Colorant (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) zu charakterisieren und zu sintern (Abb. 2 bis 4). Im anschließenden Schichtverfahren mit nur zwei Bränden wurde eine Kombination aus internen Malfarben und ausgewählten Keramiken (CERABIEN® ZR, Kuraray Noritake) aufgetragen, wie in den Abbildungen 5 bis 12 dargestellt. Die Abbildungen 13 bis 17 zeigen das Ergebnis auf dem Modell, kleinere Anpassungen während der Einprobe und das endgültige Behandlungsergebnis.

Fotos


Abbildung 1: Farbwahl. Das zervikale Drittel des benachbarten zentralen Schneidezahns ist im Vergleich zu den mittleren und inzisalen Bereichen heller.

 

Abbildung 2: Kappe aus KATANA™ Zirconia STML in der Farbe A3.

 

Abbildung 3: Intensivierung einiger Farbmerkmale mit Esthetic Colorant in den Farben Grey (Mitte) und Blue und Grey (Inzisalbereich).

 

Bild 4: Kappe nach dem Sintern.

 

Abbildung 5: Farbkarte für die Internal Stain-Technik mit CERABIEN™ ZR InternalStains.

 

Abbildung 6: Ergebnis nach dem Aufbrennen von Shade Base StainModifier Fluoro zur Steigerung der Fluoreszenz und Farbgebung.

 

Abbildung 7: Anwendung von Opacious Body OBA2, ...

 

Abbildung 8: ... Translucent Tx ...

 

Abbildung 9: ... und Luster CCV-2.

 

Abbildung 10: Krone nach dem ersten Brand.

 

Abbildung 11: Krone nach der Anwendung von CERABIEN™ZR Internal Stains: A+, Aqua Blue 2, Weiß gemischt mit Cervical 2 (Verhältnis: 30/70) für die Fissuren und Cervical 2.

 

Abbildung 12: Auftragen von Luster LT1 zur Fertigstellung der Form.

 

Abbildung 13: Fertige Krone nach dem zweiten Brand auf dem Modell.

 

Abbildung 14: Beurteilung der Oberflächentextur: Das Beobachten und Kopieren von Oberflächendetails ist ebenso wichtig wie das Imitieren von Farbtonmerkmalen

 

Abbildung 15: Geringfügige Texturanpassungen während der Einprobe.

 

Abbildung 16: Endgültige Restauration nach der Befestigung der Krone mit PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Abbildung 17: Behandlungsergebnis.

 

Fazit

Der Schlüssel zu naturgetreuen Restaurationen ist die Beherrschung der Kunst, natürliche Zähne zu beobachten. Sie ermöglicht es dem Zahntechniker, ein tiefes Verständnis für Farbe und Morphologie zu entwickeln, was neben einer sehr guten Kenntnis der gewählten Materialien das einzige Talent ist, das erforderlich ist, um ein hohes Maß an Exzellenz zu erreichen. Wer aufmerksam ist und jedes Detail mit den Augen wahrnimmt, kann sicher sein, dass der Geist versteht und die Hände automatisch folgen.

 

 

Andreas Chatzimpatzakis schloss 1999 sein Studium am Institut für Zahntechnik (TEI) in Athen ab. Während seines Studiums absolvierte er ein Programm am Helsinki Polytechnic Department of Dental Technique, wo er in Implantat-Suprastrukturen und vollkeramischen prothetischen Versorgungen ausgebildet wurde. Seit 2000 leitet er das ACHDental-Labor in Athen, Griechenland, das sich auf Veneers auf feuerfesten Stümpfen, Zirkonoxid und komplexe Implantatrestaurationen spezialisiert hat. 2017 reiste Andreas nach Japan, wo er unter der Leitung von Hitoshi Aoshima, Naoto Yuasa und Kazunabu Yamanda trainierte und internationaler Trainer für Kuraray Noritake Dental Inc. wurde.