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Einverständniserklärung

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In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der geltenden Gesetzgebung erkläre ich daher in eigener Verantwortung, dass ich auf dem Gebiet der Zahnmedizin und/oder Zahntechnik fachlich geschult und daher berechtigt bin, die Inhalte dieser Website einzusehen.

Zwei Gerüstkeramiken - ein Micro-Layering-Konzept

von DT Andreas Chatzimpatzakis

 

Zwei unterschiedliche Gerüstwerkstoffe im Frontzahnbereich stellen besondere Anforderungen an das keramische Schichtkonzept. Im vorliegenden Fall wurden Veneers aus Lithiumdisilikat mit einer Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid kombiniert. Wie sich dennoch eine stimmige Lichtwirkung erzielen lässt, zeigt der Autor in diesem Beitrag.

Individuelles Smile Makeover: Zwei Gerüstkeramiken – ein Micro-Layering-Konzept

Im Laboralltag stehen wir immer wieder vor Situationen, in denen ästhetische Korrekturen mit medizinisch notwendigen Maßnahmen kombiniert werden. Typisches Beispiel ist ein Smile Makeover der Frontzähne, das zugleich den Ersatz eines fehlenden lateralen Schneidezahns einschließt. Bei der Patientin zeigten sich alte Kompositrestaurationen sowie Schmelzfrakturen; zusätzlich fehlte Zahn 12 (Abb. 1). Geplant wurden vier Veneers aus Lithiumdisilikat (11, 21, 22 und 23). Der Lückenschluss sollte minimalinvasiv über eine Zirkonoxid-Adhäsivbrücke erfolgen.

Damit war von Beginn an klar: Zwei unterschiedliche Gerüstwerkstoffe würden nebeneinanderstehen. Eine naheliegende Lösung wäre gewesen, die Lithiumdisilikat-Veneers und die Zirkonoxid-Adhäsivbrücke jeweils mit einem spezifischen Keramiksystem zu finalisieren. Genau hier liegt das Risiko. Unterschiedliche Verblendkeramiken können zu Abweichungen in Farbe, Transluzenz und Oberfläche führen. Die eigentliche Schwierigkeit liegt daher nicht im einzelnen Werkstoff, sondern in dessen Kombination und in der Frage nach einem einheitlichen Verblendkonzept. Die Antwort: CERABIEN™ MiLai (Kuraray Noritake). Das universelle Micro-Layering-System kann sowohl auf Zirkonoxid als auch auf Lithiumdisilikat verarbeitet werden.

 

Umsetzung der Restaurationen

Die Planung erfolgte im engen Kontakt zwischen Praxis und Labor. Nach funktioneller und ästhetischer Abstimmung wurde ein Mock-up erstellt und intraoral überprüft (Abb. 2). Die Präparation erfolgte minimalinvasiv durch das Mock-up (Abb. 3 und 4).

 

Lithiumdisilikat für die Veneers

Für die Veneers wurde Lithiumdisilikat verwendet (Amber Press LT, HASS Bio). Die Wahl fiel auf die LT-Variante für eine ausgewogene Balance zwischen Lichtdurchlässigkeit und Helligkeit. Ein wesentliches Merkmal von Amber ist die über die Brennführung individuell steuerbare Transluzenz. Gerade im Frontzahnbereich ist das oft hilfreich. Die Veneers wurden vollanatomisch konstruiert. Ein leichtes Cut-back schuf Raum für eine fein abgestimmte Lichtmodulation mit dem Micro-Layering.

 

Zirkonoxid für die Adhäsivbrücke

Für die Adhäsivbrücke wurde ein Multi-Layered-Zirkonoxid gewählt (KATANA™ Zirconia YML, Kuraray Noritake). Entscheidend war neben der Festigkeit die optische Integration. Die Brücke sollte sich harmonisch an die benachbarten Veneers anfügen. KATANA™ Zirconia YML vereint eine hohe Biegefestigkeit im Body-Bereich mit erhöhter Transluzenz in der Schmelzschicht. Bei der Positionierung im Rohling wurde der Verbinder im hochfesten Bereich platziert, während der sichtbare Anteil von der transluzenteren Zone profitierte. Auch das Zirkonoxidgerüst Zahn 13/12 erhielt vestibulär ein minimales Cut-back.

 

Micro-Layering: Ein System für alle Fälle

Statt nun zwei unterschiedliche Keramiksysteme für die beiden Gerüstwerkstoffe (Abb. 5 und 6) parallel zu führen, wurden alle Restaurationen (Lithiumdisilikat und Zirkonoxid) mit CERABIEN™ MiLai verblendet. Die Konsistenz der Pulverkeramik lässt sich individuell einstellen, die Massen reagieren kontrollierbar. Die Brenntemperatur von 740 °C hält die thermische Belastung gering. Gerade beim Micro-Layering ist die thermische Abstimmung entscheidend. Bei dünnen Schichten zeigen inhomogene Keramiken schnell Grauschleier oder eine optische Unruhe. Die auf synthetischer Feldspatkeramik basierende Struktur sorgt für ein gleichmäßiges Aufschmelzen und ein stabiles Brennergebnis – auch über mehrere Brände hinweg.

 

Selektives Schichtkonzept zur Vorbereitung

Die Finalisierung erfolgte auf beiden Gerüstwerkstoffen nach demselben Grundprinzip. Lediglich die vorbereitenden Arbeitsschritte unterschieden sich je nach Substrat geringfügig (Abb. 6, 7, 8).

Auf die Zirkonoxidoberfläche wurde CERABIEN™ MiLai LT1 im mittleren und zervikalen Bereich appliziert. LT1 verleiht dem Schmelzbereich eine natürliche Transluzenz sowie Opaleszenz und schafft die optische Grundlage für die Individualisierung. Bei den Lithiumdisilikat-Veneers stand zunächst die Kontrolle des Helligkeitswerts (Value) im Vordergrund. Aufgrund der hohen Transluzenz kann Lithiumdisilikat intraoral dunkler erscheinen. Um dem entgegenzuwirken, wurden Value Liner 1 und Value Liner 2 im inzisalen Bereich aufgetragen. Im mittleren und zervikalen Bereich kam eine Mischung aus Creamy Enamel und Value Liner 2 im Verhältnis 70/30 zum Einsatz. Im inzisalen Bereich der beiden Eckzähne wurde zusätzlich E2 appliziert.

 

Einheitliches Schichtschema für das Micro-Layering

Das Micro-Layering erfolgte in zwei Bränden. Im ersten Schritt wurden alle Restaurationen mit einer Schicht Tx überdeckt, gefolgt von LTx. Die Massen unterscheiden sich in ihrer Lichtcharakteristik; LTx weist eine stärker opaleszente Wirkung auf (Abb. 9–14). Nach dem ersten Brand zeigte sich ein stimmiges Grundbild (Abb. 15). Bei der zweiten Schichtung wurde der zervikale Bereich mit LT1 ergänzt. Die Randleisten sind mit Creamy Enamel akzentuiert worden, um den Helligkeitsverlauf zu unterstützen. Die finale Oberfläche entstand durch einen feinen Mantel aus LTx (Abb. 16).

 

Oberflächentextur und Finish

Die Ausarbeitung erfolgte mit Diamanten und Gummipolierern. Der abschließende Glanzbrand nutzte den Self-Glaze-Effekt der Keramik, sodass die Mikrostruktur erhalten blieb (Abb. 17). Damit die Restaurationen ihre optische Wirkung intraoral beibehalten, ist das Befestigungskonzept entscheidend. Sowohl für Lithiumdisilikat als auch Zirkonoxid wird in der Regel ein adhäsives Vorgehen gewählt. MDP-haltige Befestigungskomposite (z. B. PANAVIA™, Kuraray Noritake) ermöglichen eine chemische Anbindung an Zirkonoxid und sichern zugleich den stabilen Verbund zu Lithiumdisilikat.

 

Abb. 1 Smile Makeover gewünscht: verfärbte Kompositrestaurationen und fehlender Zahn 12

 

Abb. 2 Mock-up zur Planung der Restaurationen

 

Abb. 3 Minimalinvasive Präparation durch das Mock-up

 

Abb. 4. Präparierte Zähne für die vollkeramische Restauration

 

Abb. 5. Okklusale Ansicht der Oberkieferzähne nach der Zahnpräparation.

 

Abb. 6. Veneers aus Lithiumdisilikat (23 bis 11) und Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid regio 12/13 vor dem Cut-Back

 

Abb. 7. Veneers aus Lithiumdisilikat (23 bis 11) und Adhäsivbrücke aus Zirkonoxid regio 12/13 nach dem Cut-Back

 

Abb. 8. Auftrag von CERABIEN™ MiLai LT1 im mittleren und zervikalen Bereich der Zirkonoxidbrücke

 

Abb. 9. CERABIEN™ MiLai Value Liner 2...

 

Abb. 10. … und Value Liner 1 im inzisalen Bereich der Veneers

 

Abb. 11. CERABIEN™ MiLai Creamy Enamel gemischt mit Value Liner 2 (70/30) im mitleren Bereich der Veneers...

 

Abb. 12. ... und E2 iim inzisalen Bereich beider Eckzähne.

 

Abb. 13. Überschichten aller Restaurationen mit Tx ...

 

Abb. 14. ... und LTx.

 

Abb. 15. Restauration nach dem ersten Brand.

 

Abb. 16. Ergänzung von LT1 im Zervikalbereich und Creamy Enamel auf den Randleisten.

 

Abb. 17. Finalisiierung der Schmelzoberfläche mit einer Schicht LTx, welches für eine hohe Lichtdurchlässigkeit und Opaleszenz sorgt.

 

Abb. 18. Ergebnis nach dem 2. Brand.

Abb. 19. Finale Restauration nach dem Glanzbrand mit natürlichem Self-Glaze Effekt am Modell.

 

Abb. 20. Finale Restauration mit natürlichem Self-Glaze Effekt im Mund der Patientin.

 

 

Abb. 21. harmonische optische Integration der Restauration

 

Abb. 22. Ein wunderschönes Behandlungsergebnis.

 

Fazit

Trotz zweier unterschiedlicher Gerüstwerkstoffe zeigte sich eine homogene Lichtwirkung (Abb. 14). Weder im Helligkeitswert noch in der Transluzenz war ein Übergang zwischen Veneers und Adhäsivbrücke erkennbar. Moderne Gerüstwerkstoffe erlauben eine indikationsbezogene Differenzierung. Die ästhetische Einheit entsteht jedoch erst durch ein konsistentes keramisches Schichtkonzept. Mit einem systemübergreifend einsetzbaren Micro-Layering-System lässt sich diese Einheit materialunabhängig realisieren.

Vielen Dank gilt Dr. Kanellos Ioannis für die Zusammenarbeit bei diesem Fall und die Bereitstellung der prä- und postoperativen Fotografien.

 

Dental technician:

ANDREAS CHATZIMPATZAKIS

Andreas Chatzimpatzakis, Gründer und Leiter des ACH Dental Laboratory in Athen (seit 2000), ist spezialisiert auf Vollkeramik und Implantatprothetik. Er absolvierte seine Ausbildung als Zahntechniker an der Universität West-Attika und bildete sich im Bereich Vollkeramik in Helsinki und Japan unter renommierten Meistern weiter. Seit 2017 ist er internationaler Trainer für Kuraray Noritake Dental Inc. und hält weltweit Vorträge und Hands-on-Kurse. 

 

Die neue Dimension des Micro-Layerings

Die neue Dimension des Micro-Layerings: ZTM Andreas Chatzimpatzakis über CERABIEN™ MiLai

In der aktuellen Ausgabe der ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor (2/2025) teilt der Zahntechniker Andreas Chatzimpatzakis seine Erfahrungen mit dem Keramiksystem CERABIEN™ MiLai. Sein Fachartikel „Eine neue Dimension des Micro-Layerings" bietet wertvolle Einblicke für Zahntechnikerinnen und Zahntechniker, die nach effizienten Lösungen für ästhetische Restaurationen suchen.

Ein System für verschiedene Gerüstwerkstoffe

Was CERABIEN™ MiLai besonders macht: Es funktioniert gleichermaßen hervorragend auf Zirkonoxid und Lithiumdisilikat. Andreas Chatzimpatzakis demonstriert dies anhand zweier Patientenfälle – einmal mit Lithiumdisilikat-Veneers im Frontzahnbereich und einmal mit einer Zirkonoxid-Frontzahnbrücke mit Gingivaanteil. Mit einer niedrigen Brenntemperatur von 740°C ist das System universell einsetzbar und vereinfacht die Lagerhaltung im Labor erheblich.

Effizienz trifft auf Ästhetik

Die Pulver-Keramik für das Micro-Layering, die auf der bewährten synthetischen Feldspatkeramik-Technologie basiert, überzeugt durch ein überschaubares Portfolio: 16 Keramikmassen und 15 interne Malfarben ermöglichen systematische Prozesse im Labor bei gleichzeitig hoher Individualisierbarkeit.
"Als Zahntechniker sind wir es gewohnt, mit Pulver, Pinsel und Farben zu arbeiten. An dieser bewährten Handwerkskunst festzuhalten, ist keine Nostalgie; es ist ein Weg von vielen, hochwertige Restaurationen herzustellen. Mit CERABIEN™ MiLai lässt sich dieser Weg nun besonders effizient beschreiten." — ZTM Andreas Chatzimpatzakis

Vorteile für den Laboralltag auf einen Blick:

  • Kompatibilität mit Zirkonoxid und Lithiumdisilikat
  • Pulverkeramik und Internal Stain-Massen
  • Reduziertes, übersichtliches Keramiksystem
  • Spezielle Keramikmassen wie Value Liner zur Kontrolle der Helligkeit bei Lithiumdisilikat
  • Internal Stain-Technik für natürliche Tiefenwirkung
  • Stabile Ergebnisse ohne Grauschleier durch die spezielle Materialzusammensetzung
  • Vereinfachte Arbeitsabläufe durch standardisierte Prozesse

Fazit

Die im Artikel vorgestellten Fallbeispiele zeigen: CERABIEN™ MiLai bietet Dentallaboren einen effizienten Weg zur Herstellung ästhetisch anspruchsvoller Restaurationen. Das System eignet sich besonders für Zahntechniker, die standardisierte und vereinfachte Verfahren bevorzugen, ohne Kompromisse bei der individuellen Ästhetik einzugehen.

 

 

Alle Abbildungen © ZTM Andreas Chatzimpatzakis/ZTM Giuliano Moustakis

CERABIEN™ MiLai

CERABIEN™ MiLai: Micro-Layering in seiner effizientesten Form

NEU – die Evolution der Verblendtechnik geht in die nächste Runde

Kuraray Noritake bleibt seiner Linie treu und geht konsequent seinen eigenen Weg: Mit CERABIEN™ MiLai präsentiert das Unternehmen eine neue Dimension der Verblendtechnik. Es ist die erste Keramik des Unternehmens, die speziell für Micro-Layering entwickelt wurde und dabei die gewohnte Kontrolle und Präzision einer Pulverkeramik bietet. CERABIEN™ MiLai – eine Keramik, die sich dem Zahntechniker anpasst, nicht umgekehrt – ganz einfach „your way“.

Mustafa Alzemo, Product Specialist CAD/CAM & Dental ceramics DACH

In der Zahntechnik gibt es Momente, in denen sich bewährte Tradition und moderne Anforderungen zu etwas ganz Besonderem verbinden. CERABIEN™ MiLai von Kuraray Noritake ist genau so ein Moment. Die niedrigschmelzende Verblendkeramik wurde für die Micro-Layering-Technik entwickelt. Sie vereint das Handling einer Pulverkeramik mit den Anforderungen moderner Dünnschichtverblendungen – abgestimmt auf KATANA™ Zirconia und kompatibel mit allen gängigen Zirkonoxiden und Lithiumdisilikaten.

Warum jetzt eine neue Micro-Layering-Keramik?

„Feine Dinge brauchen Zeit" – dieser Grundsatz spiegelt sich in der Entwicklung von CERABIEN™ MiLai wider. Statt übereilt auf einen Trend aufzuspringen, hat Kuraray Noritake zunächst genau hingeschaut, zugehört und verstanden, was Zahntechniker wirklich brauchen. Der Name verrät viel über die Philosophie der neuen Keramik: „Mi" steht für Micro-Layering, während „Lai" vom japanischen Wort „mirai" (Zukunft) abgeleitet ist. Das Ergebnis ist eine Pulverkeramik, die durch besondere Eigenschaften die vollkeramische Arbeit auf ein neues Level hebt.

Handwerk trifft Freiheit

Mit CERABIEN™ MiLai behalten Zahntechniker die volle Kontrolle. Sie können die Keramik so verarbeiten, wie sie es brauchen. Die freie Einstellung der Konsistenz verbindet vertrautes Schichtkeramik-Handling und gewohnte Präzision mit hoher Effizienz. Die hohe gestalterische Freiheit ermöglicht es, eigene Weg zu gehen – beispielsweise mit der Internal Stain-Technik, die immer noch als Geheimtipp für individuelle Charakterisierungen gilt; Kuraray Noritake hat diese Technik über Jahrzehnte hinweg perfektioniert. Auch bei der Oberflächengestaltung eröffnet sich eine Welt der Möglichkeiten: Feine Leisten und charakteristische Strukturen lassen sich präzise modellieren, selbst bei minimalen Cut-back-Designs. Für zusätzliche Kreativität können die verschiedenen Keramikmassen miteinander gemischt werden

 

CERABIEN™ MiLai kombiniert die Vorteile einer Pulverkeramik – wie individuelle Konsistenzkontrolle und präzise Modellierbarkeit feinster Strukturen – mit den Anforderungen moderner Micro-Layering-Techniken. So lassen sich mit minimalem Materialeinsatz maximale ästhetische Ergebnisse erzielen.

 

WARUM CERABIEN™ MiLai?

  • Neuauflage eines Klassikers – Pulverkeramik neu gedacht für Micro-Layering 
  • Durchdachte Einfachheit –überschaubares System für Zirkonoxid und Lithiumdisilikat 
  • Effizienter Workflow – optimierte Prozesse von der Lagerung bis zum Finishing 
  • Ausgereifte Werkstofftechnologie – synthetische Feldspatkeramik ohne Kompromisse 
  • Gestalterische Freiheit – individuelle Charakterisierung durch freie Verarbeitung

Effiziente Umsetzung 

CERABIEN™ MiLai überzeugt durch ein überschaubares System mit 16 Keramikmassen und 15 internen Malfarben. Die Brenntemperatur von 740°C und der breite WAK-Bereich (9,5-11,0 × 10⁻⁶/K) machen das System universell einsetzbar für Zirkonoxid und Lithiumdisilikat – das spart Energie und schont den Ofen. Die durchdachte Materialauswahl bietet alles für individuelle Charakterisierung: Value Liner für Lithiumdisilikat, Effektmassen für Dentin und Schmelz sowie nicht-fluoreszierende Tissue-Farben für naturgetreue Gingivagestaltung. Interne Malfarben und transluzente Lustermassen ermöglichen bei Schichtstärken von 0,1 bis 0,6 mm eine lebendige Ästhetik. Die Verarbeitungstechnik – ob monolithisch, vestibuläres Cut-back oder vollständiges Micro-Cut-back – lässt sich frei wählen. Ein besonderer Vorteil für CERABIEN™-Anwender: Die niedrige Brenntemperatur ermöglicht die problemlose Kombination mit CERABIEN™ ZR-Verblendungen, ohne deren Form und Textur zu beeinträchtigen.

So einfach geht’s
MiLai macht das Micro-Layering systematisch und effizient. Nach der Gestaltung des Gerüsts in nahezu monolithischer Form folgt bei Bedarf ein Wash-Brand mit Value Liner – besonders wichtig bei Lithiumdisilikat zur Kontrolle der Helligkeit. Die MiLai-Charakterisierung mit internen Malfarben sorgt für natürliche Tiefenwirkung. Nach dem Auftrag der Effekt- und Lustermassen und morphologischen Korrekturen wird der Glanzgrad entweder durch Self-Glaze oder CERABIEN™ ZR FC Paste Stain erzielt.

Werkstoff-DNA neu interpretiert 

Grundlage von CERABIEN™ MiLai bildet die erprobte synthetische Feldspatkeramik-Technologie von Kuraray Noritake. Die Technologie gewährleistet konstante mechanische Eigenschaften auch nach mehreren Bränden. Besonders bemerkenswert ist die Materialstruktur und Korngrößenverteilung, wodurch sich die Lichtoptik natürlich schöner Zähne besonders gut reproduzieren lässt. Die Fluoreszenz der Farben sorgt für natürliche Lebendigkeit, während die spezielle Zusammensetzung der Massen einen Grauschleier oder Inhomogenitäten durch Mikrobewegungen beim Brand verhindert.

MiLai your way – Raum für eigene Wege

Die standardisierten Prozesse ermöglichen im Laboralltag vorhersagbare Ergebnisse bei maximaler gestalterischer Freiheit. CERABIEN™ MiLai steht für die Verbindung von handwerklicher Tradition und effizienter Verarbeitung. Denn manche Dinge brauchen einfach Layer – und mit CERABIEN™ MiLai entscheidet jedes Labor selbst, wie dieser Weg aussieht.

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Mit PANAVIA™ SA Cement Universal

Die Anwendung von PANAVIA™ SA Cement Universal mit seiner innovativen Dual-Monomer-Technologie ermöglicht eine vereinfachte Verklebung sämtlicher Restaurationen auf Implantat-Abutments, ganz ohne separate Primer oder Silane. Unabhängige Studien belegen, dass diese Dual-Monomer-Technologie weder die Haftung noch die Haltbarkeit auf glasbasierten Keramiken oder Zirkonoxid beeinträchtigt. In dieser Fallstudie wird die Technik speziell für Ti-Base-Implantate eingesetzt. Die grundlegenden Verfahren zur Behandlung von Abutment und Restauration können jedoch universell auf jede Kombination von Implantatversorgungen angewendet werden.

Behandlung von Titanaufbauten

Abb. 1: Nach dem Befestigen des Abutments auf dem Implantatanalog

Abb. 2: Die Basis des Abutments sollte mit ausblockbarem Kunststoff geschützt werden.

Abb. 3: Abstrahlen des Titanabutments mit Aluminiumoxidpulver (30 - 50 μm) bei einem Druck von 2,2 bar.

Abb. 4: Reinigung der Klebefläche mit KATANA™ Cleaner (10 Sekunden einreiben, anschließend abspülen und trocknen).

 

KATANA™ Cleaner ist ein vielseitiger Universalreiniger, der sich ideal zur Reinigung von Metall-, Zirkoniumdioxid- und Glasrestaurationen eignet. Zudem fungiert er als intraoraler Reiniger und kann auf Dentin und Schmelz angewendet werden.

Referenz-Indexierung zur Sicherstellung der Exakten Passung 

Abb. 1: Markierung der Indexposition auf dem Implantatanalog.

Abb. 2: Markieren der Indexposition (Kerbe) auf der Krone.

 

Vorbereitung der Restauration und Verkleben mit dem Abutment

Abb. 1: Bei Lithiumdisilikat sollten die Innenflächen der Krone 20 Sekunden lang mit 5 %iger HF-Ätzung behandelt, anschließend abgespült und getrocknet werden. Bei Zirkonoxid erfolgt das Abstrahlen mit Luft bei einem Druck von 1 bis 4 bar.

Abb. 2: PANAVIA™ SA Cement Universal (White Shade) auf das vorbereitete und gereinigte Abutment injizieren.

Abb. 3: Indexpunkte ausrichten und die Krone auf das Abutment setzen.

Abb. 4: Krone und Abutment zusammenführen und leicht anziehen.

Abb. 5: Tack-Cure Clean-Up: Überschüssiges Befestigungsmaterial 2 bis 5 Sekunden lang mit Licht aushärten (die genaue Zeit hängt von der Lichtleistung und dem Abstand ab).

Abb. 6: Entfernen von überschüssigem Befestigungsmaterial. PANAVIA™ SA Cement Universal ist leicht zu entfernen.

Abb. 7: Restliches Komposite mit Gaze abwischen.

Abb. 8: Indexmarkierung mit Alkohol und Gaze entfernen.

Abb. 9: Reinigung und Politur der Restauration vor dem Einsetzen. Oberflächen, die mit Weichgewebe in Kontakt kommen, sollten poliert werden.

 

Zahnarzt

Zahnarzt Greg Campbell DDS, Long Beach, CA USA

Dr. Greg Campbell, DDS, ist international anerkannt für seine Expertise in der Integration von CAD/CAM-Zahnmedizin in Zahnarztpraxen und wird regelmäßig von Branchenführern eingeladen, um über digitale Zahnmedizin zu referieren. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse in digitaler Technologie und bildet andere Zahnärzte im Umgang damit aus; zudem ist er zertifizierter Advanced CEREC Trainer. Als ehemaliger Beta-Tester für Sirona Dental hat Dr. Campbell zwei Bücher über CAD/CAM-Zahnmedizin veröffentlicht und mehrere Poliersets für Keramik entwickelt. Seine Schulungen und klinischen Anwendungen im Bereich fortschrittlicher Haftmaterialien erstrecken sich über mehr als acht Jahre. Zudem war er Alpha- und Beta-Tester für KATANA™ STML.

Dr. Campbell hat die University of Southern California School of Dentistry absolviert und eine Weiterbildung in kosmetischer Zahnmedizin an der UCLA abgeschlossen. Er betreibt eine Privatpraxis in Long Beach, Kalifornien.

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Herausforderung beim einzelnen Frontzahn

Ein Fallbericht von Vasilis Vasiliou

 

Die Wiederherstellung eines einzelnen mittleren Frontzahnes ist möglicherweise die größte Herausforderung, der sich ein Zahntechniker in seiner täglichen Arbeit stellen kann. Vor allem bei jungen Patienten ist es wichtig, ihr Lächeln in seiner ursprünglichen Schönheit wiederherzustellen. Eine Restauration, die als solche wahrgenommen wird, kann sich auch langfristig negativ auf das Selbstvertrauen des Patienten und die Lebensqualität auswirken.

Eine Geschichte von Freude und Verzweiflung

So wie Ioanna, ein 14-jähriges Mädchen, das verzweifelt in der Zahnarztpraxis erschien. In den Stunden zuvor schwebte sie noch auf Wolke sieben: Ihre Lieblingsband trat zum ersten Mal in Zypern auf und sie hatte es geschafft, für sich und ihre beste Freundin Karten zu kaufen. Aufgeregt waren sie zum Konzert gekommen, die Band begann zu spielen und die Menge tanzte zur Musik. Sie hatte das Gefühl, dass dies der beste Tag ihres Lebens werden würde. Als die Band ihr Lieblingslied spielte, waren die Leute außer sich und sprangen vor Begeisterung auf und ab. Zwischen all dem ausgelassenen Tanzen und Lachen wurde Ioanna plötzlich von einem starken Stoß getroffen. Sie stürzte und schlug mit dem Gesicht auf etwas Hartes auf – eine Sitzfläche vor ihr. Der Schmerz ließ die Zeit stillstehen und es dauerte einige Sekunden, bis sie begriff, was geschehen war: Als sie Blut in ihrem Mund schmeckte, untersuchte sie ihre Zähne mit der Zunge und stellte fest, dass einer ihrer mittleren Schneidezähne abgebrochen war.

Beeinträchtigung der Lebensqualität

Dies ist eine der vielen rührenden Geschichten, die wir jeden Tag hören. Ein Sturz bei einem Konzert, ein Schubser bei einer Geburtstagsfeier, ein Autounfall: Es gibt viele Vorfälle, die ein Lächeln zerstören können. Wenn man den betroffenen Patienten und ihren Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, wird einem klar, wie stark einige von ihnen davon betroffen sind: Sie halten sich den Mund zu, wenn sie lachen, oder halten ihr Lächeln zurück.

Jeder Zahntechniker, der sich für die bestmögliche Wiederherstellung des verlorenen Lächelns einsetzt, ist sich wahrscheinlich bewusst, welche Auswirkungen seine Arbeit haben kann und welche Verantwortung sie mit sich bringt: Ein schönes Ergebnis stellt nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen wieder her, lässt sie wieder fröhlich lachen, sich bequem ausdrücken und einfach die soziale Interaktion wieder genießen (Abb. 1 bis 5). Sich dieser Rolle bewusst zu sein, sollte die Motivation eines jeden Technikers sein, von Tag zu Tag besser zu werden. Entwickeln Sie sich für diese Momente, in denen unsere Arbeit unseren Patienten Freude bereitet.

 


Abb. 1: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht eins.

 


Abb. 2: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht zwei.

 


Abb. 3: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht drei. Nach dem ersten Brand wurden kleine Details eingearbeitet, dann folgte ein zweiter Brand. Schließlich wurde die Restauration mit CERABIEN™ ZR FC Paste Stain and Glaze fertiggestellt.

 


Abb. 4: Das Ergebnis der Behandlung, die nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen des jungen Mädchens wiederherstellen konnte.

 


Abb. 5: Unmittelbar nach dem Einsetzen der Restauration ist diese kaum noch zu erkennen, lediglich das Weichgewebe benötigt einige Zeit zur Erholung.

 

Zu berücksichtigende Aspekte

Aber wie kann man einzelne zentrale Schneidezähne am besten restaurieren? Der Erfolg dieser Art von Restauration liegt in der Form verborgen, die der schwierigste Teil ist. Die Schaffung einer natürlichen Morphologie ist mehr als die halbe Miete, der andere wichtige Teil ist die Farbe. Der Schlüssel zur Reproduktion der Farbe liegt im Verständnis der Funktionsweise der verwendeten Keramik: Lichtreflexion, Absorption, Transluzenz und Opaleszenz, Wert und charakteristische Details. Je mehr Erfahrung Zahntechniker sammeln und die optischen Eigenschaften von Zähnen und Keramiken verstehen, desto besser werden die Ergebnisse. Gute Unterstützung bietet die Kamera, ein Makroobjektiv und ein Doppelblitz, mit denen die intraorale Situation erfasst und analysiert werden kann. Für eine erste Analyse und ein erstes Verständnis von Form und Farbe sehe ich die Patienten gerne in meinem Dentallabor. Das „Erfühlen“ der Farbe hilft dabei, ein möglichst realistisches Bild von dem zu entwickeln, was geschaffen werden soll. Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des entwickelten Plans ist die Verwendung von zuverlässigen, leicht zu handhabenden Materialien – in meinem Fall KATANA™ Zirkonoxid und CERABIEN™ ZR Keramik (beide Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Mögliche Schritte

Bei der Herstellung einer Frontzahnrestauration - wie in den Abbildungen 6 bis 14 dargestellt - muss man sich zunächst auf den richtigen Farbwert des Zahnes konzentrieren. Sobald das Gerüst oder die Basis im richtigen Wert hergestellt ist, muss das Gesehene klassifiziert werden. Zeigt der Nachbarzahn Mamelons, Spuren von Blau oder Orange? Diese Merkmale müssen einfach beobachtet und kopiert werden.

Es ist nicht nötig, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Die Kunst besteht darin, den vorhandenen Platz sinnvoll zu nutzen. Wenn viel Platz für Porzellan vorhanden ist, kann es schwierig sein, den Wert des Gerüsts zu erhalten und ein graues Aussehen zu vermeiden. Abhängig von der Stumpffarbe, dem Alter des Patienten, der natürlichen Oberflächenbeschaffenheit und dem zur Verfügung stehenden Platz kann ein geeigneter Schichtaufbau und eine geeignete Verblendtechnik gewählt werden.

 


Abb. 6: Ersatz einer Frontzahnkrone: Präparierter Zahn mit starker Verfärbung. Der benachbarte Schneidezahn hat eine besondere Form und eine lebhafte innere Farbstruktur.

 


Abb. 7: Gerüst aus KATANA™ Zirconia YML in der Farbe A3. Da die Zielfarbe A3,5 war, wurde ein opakes Material in einer etwas helleren Farbe gewählt, um den gewünschten Maskierungseffekt zu erzielen.

 


Abb. 8: Schichtverfahren bei einem Brand: Auftrag von CERABIEN™ZR Opacious Body, ...

 


Abb. 9: ... Cervical Body, ...

 


Abb. 10: ... Body und Transitional Body.

 


Abb. 11: Inzisales Cut-back ...

 


Abb. 12: ... und Erstellung der Mamelonstruktur.

 


Abb. 13: Anwendung von Aqua Blue 1 ...

 


Abb. 14: ... gefolgt von T Blue ...

 


Abb. 15: ... und Lustermassen.

 


Abb. 16: Mit Body erzeugter Halo-Effekt.

 


Abb. 17: Ergebnis der Behandlung. (Nach einem ersten Brand, gefolgt von kleineren Korrekturen, einem zweiten Brand, einer Oberflächenstrukturierung und einer Glasur mit Cerabien™ ZR FC Paste Stain Clear Glaze).

 

Schlussfolgerung

Die Herstellung eines einzelnen Frontzahns bringt uns aus unserer Komfortzone heraus. Wenn wir aufmerksam sind, die Nachbarzähne betrachten und Materialien verwenden, die wir wirklich verstehen, können wir die Erwartungen unserer Patienten erfüllen oder sogar übertreffen. Spezielle Hilfsmittel wie Kameras und Erfahrung mit den verwendeten Materialien helfen uns zwar, vorhersagbare Ergebnisse zu erzielen, aber mein wichtigstes Credo lautet: "Wenn du willst, dass sich die Dinge um dich herum ändern, musst du zuerst dich selbst ändern.“ Für eine kontinuierliche Verbesserung ist es daher notwendig, sich auf das berufliche Wachstum und den Fortschritt zu konzentrieren. Mit den richtigen Mentoren, die uns in die Geheimnisse der Schichttechnik einweihen und uns inspirieren sowie motivieren, wird es einfacher, das Lächeln und das Selbstvertrauen unserer Patienten wiederherzustellen, wenn sie uns brauchen.

 

Über den Autor

Vasilis Vasiliou wurde in Nikosia, Zypern, geboren und machte 2004 seinen Abschluss an der Fachschule für Zahntechniker in Athen. Er bildete sich weiter, indem er mehrere Fortbildungsseminare unter der Leitung von Mentoren und Experten auf diesem Gebiet wie Ilias Psarris und Nondas Vlachopoulos besuchte.

Im Laufe seiner Karriere hat Vasilis bedeutende Beiträge für die zahnmedizinische Gemeinschaft geleistet, darunter Vorträge auf verschiedenen Konferenzen in Griechenland und die Veröffentlichung von Artikeln in griechischen Dentalmagazinen.

Seit 2020 ist er ein wichtiger Meinungsbildner für die MPF Brush Company und seit 2022 ein HASS-Botschafter. Seit 2019 ist Vasilis ein aktives Mitglied des Internationalen Teams für Implantologie (ITI). Zusammen mit seinem Vater betreibt Vasilis ein erfolgreiches Dentallabor in Nikosia, das auf Vollkeramik- und Implantatversorgungen spezialisiert ist. Seine umfassende Erfahrung und sein Engagement für hervorragende Leistungen haben ihn zu einem angesehenen Fachmann auf seinem Gebiet gemacht.

 

 

Danksagung

Besonderer Dank gilt den Zahnärzten, die die oben vorgestellten Patienten behandelt haben – Andreas Skyllouriotis DDS, MSD, chirurgisch ausgebildeter Prothetiker, und Theo Odysseos, DDS, Diplomate, American Board of Oral Implantology / Implant Dentistry.

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

von Martin Laurik, MDT 

Es gibt so viele verschiedene Restaurationsmaterialien und so viele Design- und Finishing-Konzepte, dass es oft schwierig erscheint, die beste Option für einen bestimmten Fall auszuwählen. Die Verwendung eines Allrounders wie KATANA™ Zirconia YML (Kuraray Noritake) kann die Entscheidungsfindung erleichtern: Das Zirkonoxid eignet sich für ein- bis mehrgliedrige Restaurationen, funktioniert auf Zähnen und Implantaten gleichermaßen und lässt sich durch die Wahl eines geeigneten Designkonzepts und einer adäquaten Verarbeitungstechnik an individuelle Bedürfnisse anpassen. Auf diese Weise können auch ästhetisch anspruchsvolle Fälle wie der unten abgebildete gelöst werden.

Ausgangssituation und provisorische Versorgung 

Die Patientin sollte nach dem Verlust ihres rechten mittleren Frontzahnes und der Insertion eines Implantats prothetisch versorgt werden. Die bestehenden Restaurationen an den drei Nachbarzähnen waren ebenfalls zu ersetzen. Daher fiel die Entscheidung, alle vier Kronen aus dem gleichen Material – KATANA™ Zirconia YML – herzustellen. Zur ästhetischen Beurteilung von Länge, Angulation und Form der Restaurationen im Mund und zur funktionellen Erprobung wurden die Kronen monolithisch digital konstruiert und aus PMMA in der definierten Zahnfarbe A2 gefräst (Abb. 1).

Abb. 1    Vollkonturierte PMMA-Kronen auf dem Meistermodell

Herstellen der Zirkonoxidkronen 

Nachdem die Ästhetik und die funktionellen Aspekte der provisorischen Versorgung von der Patientin und dem prothetischen Arbeitsteam bestätigt worden waren, wurden die definitiven Kronen hergestellt. Die Konstruktion basierte auf dem vollanatomischen Design der Provisorien, jedoch wurde eine faziale Reduktion von 0,6 mm durch die Software vorgenommen, um Platz für die Individualisierung mit einer kleinen Schicht Verblendkeramik zu schaffen. Die Kronen wurden aus einer KATANA™ Zirconia YML-Scheibe in der Farbe A1 gefräst – etwa eine Nuance heller als die ermittelte Zahnfarbe. Um die ungleichmäßige Farbe der Zahnstümpfe und des Implantataufbaus zu maskieren, wurde die Implantatkrone von innen – vor dem Sintern – mit Effektflüssigkeiten (Esthetic Colorant) in der Farbe Opaque behandelt. Auch einige individuelle und intensivierte Farbeffekte auf der vestibulären Oberfläche wurden mit Esthetic Colorant erzeugt.

Ästhetische Finalisierung 

Um das Chroma und den Helligkeitswert leicht anzupassen, wurde eine erste Schicht CERABIEN™ ZR Internal Stains auf die Kronen aufgetragen und ein Wash-Brand durchgeführt. Nach dem Auftrag der CERABIEN™ ZR-Massen (Body, Enamel und Translucent) und dem ersten Brand (Abb. 2) folgte die Internal Stains-Technik. Die mittleren Schneidezähne erhielten eine Schicht A1B für die interne Bemalung, die lateralen Schneidezähne eine Mischung aus A1B und A2B (etwas dunkler, um eine bessere Übereinstimmung mit den Eckzähnen zu erzielen) mit LT1, LT Natural zur Vervollständigung des Bildes (Abb. 3). Die abschließende Schicht CERABIEN™ ZR-Glaze (LT1, ELT2 auf den konvexen Linienwinkeln, um eine externe Reflexion zu erzielen) wurde in einem weiteren Brand fixiert (Abb. 4).

Nach der Korrektur und Grobpolitur ist ein Glanzbrand gewählt worden (Brenntemperatur 915 °C, Haltezeit 5 Sekunden). Auf die hochglanzpolierten inzisalen und palatinalen Anteile der Kronen sowie zur Anpassung der Kontaktpunkte wurde CERABIEN™ ZR FC Paste Stain-Glaze aufgetragen und im gleichen Brand fixiert. Die fertigen Kronen auf dem Modell sind in Abbildung 5 zu sehen, während Abbildung 6 das endgültige Behandlungsergebnis zeigt.

 


Abb. 2    Aus KATANA™ Zirconia YML gefräste Kronen mit einem Cut-Back von 0,6 mm nach der Individualisierung mit Esthetic Colorant, dem Sintern, der internen Bemalung und dem Auftragen einer ersten Schicht aus Keramik

 


Abb. 3    Dieses Bild zeigt die subtile interne Farbenanpassung im inzisalen Bereich

 


Abb. 4    Kronen vor der endgültigen Anpassung der Form und dem Polieren

 


Abb. 5    Fertige Kronen auf dem Modell

 


Abb. 6    Behandlungsergebnis

Einfacher Zugang zu ästhetischen Restaurationen 

Der vorgestellte Ansatz stellt eine relativ einfache Möglichkeit dar, hochästhetische Frontzahnrestaurationen herzustellen. Mit dem Allrounder Zirkonoxid in Kombination mit wenigen ausgewählten Effektliquids, internen Malfarben und dem Glanzbrand kann auch bei Zahn- und Implantatrestaurationen eine hohe optische Integration erreicht werden. Die natürliche Form und Oberflächenbeschaffenheit der Restaurationen spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie das Basismaterial – ein natürlich eingefärbtes, hochtransluzentes Zirkonoxid.

 

 

Martin Laurik begann 2014 als Zahntechniker zu arbeiten. Seitdem hat er sich ständig weitergebildet und von renommierten Kollegen gelernt. Die Fortbildungen konzentrierten sich auf die Themen Dentalkeramik und Okklusion im Funktionskonzept Slavicek. Fasziniert von der Schönheit der natürlichen Zähne, war es für ihn immer das oberste Ziel, deren Komplexität zu verstehen und zu lernen, das Design der Natur so gut wie möglich zu imitieren. Dabei ist er sich bewusst, dass es auf dem Weg zur Exzellenz noch viel zu lernen und zu erforschen gibt.

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

von Andreas Chatzimpatzakis

 

Beobachten und imitieren: Das ist der Schlüssel zu naturgetreuen prothetischen Restaurationen. Es gibt viele feine optische Effekte, Farbübergänge und morphologische Details an natürlichen Zähnen, die es zu erfassen und zu verstehen gilt - und die nur derjenige reproduzieren kann, der genau weiß, wie die eigenen Werkstoffe funktionieren. Ist dieses Wissen erst einmal vorhanden, kann der Zahntechniker Restaurationen als fast identische Kopien des natürlich schönen Zahnes herstellen. Selbst bei der Restauration eines einzelnen oberen mittleren Schneidezahns kann diese Technik zu hervorragenden Ergebnissen führen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Mit hochwertigen, transluzenten und farblich abgestuften Zirkonoxidgerüsten und Keramikmassen muss das Schichten von Keramik nicht hochkompliziert sein. Zwei Brände und eine Reihe ausgewählter Effektliquids, Malfarben und Keramikmassen reichen in der Regel aus, um ein Ergebnis zu erzielen, das die Erwartungen erfüllt und oftmals sogar übertrifft.

Patientenfall

Im vorliegenden Fall musste bei einem jungen Patienten eine sehr opak-wirkende Krone auf dem rechten oberen mittleren Schneidezahn ersetzt werden. Bei der Farbnahme im zahntechnischen Labor (Abb. 1) wurde festgestellt, dass das zervikale Drittel des benachbarten Zahnes heller war als der Rest. Seine Farbe in den übrigen Bereichen entsprach der Farbe B4 des VITA classical A1-D4® Farbschlüssels. Die konkrete Planung sah vor, ein Käppchen aus KATANA™ Zirconia STML (Kuraray Noritake) in der Farbe A3 zu fräsen, mit Esthetic Colorant (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) zu charakterisieren und zu sintern (Abb. 2 bis 4). Im anschließenden Schichtverfahren mit nur zwei Bränden wurde eine Kombination aus internen Malfarben und ausgewählten Keramiken (CERABIEN® ZR, Kuraray Noritake) aufgetragen, wie in den Abbildungen 5 bis 12 dargestellt. Die Abbildungen 13 bis 17 zeigen das Ergebnis auf dem Modell, kleinere Anpassungen während der Einprobe und das endgültige Behandlungsergebnis.

Fotos


Abbildung 1: Farbwahl. Das zervikale Drittel des benachbarten zentralen Schneidezahns ist im Vergleich zu den mittleren und inzisalen Bereichen heller.

 

Abbildung 2: Kappe aus KATANA™ Zirconia STML in der Farbe A3.

 

Abbildung 3: Intensivierung einiger Farbmerkmale mit Esthetic Colorant in den Farben Grey (Mitte) und Blue und Grey (Inzisalbereich).

 

Bild 4: Kappe nach dem Sintern.

 

Abbildung 5: Farbkarte für die Internal Stain-Technik mit CERABIEN™ ZR InternalStains.

 

Abbildung 6: Ergebnis nach dem Aufbrennen von Shade Base StainModifier Fluoro zur Steigerung der Fluoreszenz und Farbgebung.

 

Abbildung 7: Anwendung von Opacious Body OBA2, ...

 

Abbildung 8: ... Translucent Tx ...

 

Abbildung 9: ... und Luster CCV-2.

 

Abbildung 10: Krone nach dem ersten Brand.

 

Abbildung 11: Krone nach der Anwendung von CERABIEN™ZR Internal Stains: A+, Aqua Blue 2, Weiß gemischt mit Cervical 2 (Verhältnis: 30/70) für die Fissuren und Cervical 2.

 

Abbildung 12: Auftragen von Luster LT1 zur Fertigstellung der Form.

 

Abbildung 13: Fertige Krone nach dem zweiten Brand auf dem Modell.

 

Abbildung 14: Beurteilung der Oberflächentextur: Das Beobachten und Kopieren von Oberflächendetails ist ebenso wichtig wie das Imitieren von Farbtonmerkmalen

 

Abbildung 15: Geringfügige Texturanpassungen während der Einprobe.

 

Abbildung 16: Endgültige Restauration nach der Befestigung der Krone mit PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Abbildung 17: Behandlungsergebnis.

 

Fazit

Der Schlüssel zu naturgetreuen Restaurationen ist die Beherrschung der Kunst, natürliche Zähne zu beobachten. Sie ermöglicht es dem Zahntechniker, ein tiefes Verständnis für Farbe und Morphologie zu entwickeln, was neben einer sehr guten Kenntnis der gewählten Materialien das einzige Talent ist, das erforderlich ist, um ein hohes Maß an Exzellenz zu erreichen. Wer aufmerksam ist und jedes Detail mit den Augen wahrnimmt, kann sicher sein, dass der Geist versteht und die Hände automatisch folgen.

 

 

Andreas Chatzimpatzakis schloss 1999 sein Studium am Institut für Zahntechnik (TEI) in Athen ab. Während seines Studiums absolvierte er ein Programm am Helsinki Polytechnic Department of Dental Technique, wo er in Implantat-Suprastrukturen und vollkeramischen prothetischen Versorgungen ausgebildet wurde. Seit 2000 leitet er das ACHDental-Labor in Athen, Griechenland, das sich auf Veneers auf feuerfesten Stümpfen, Zirkonoxid und komplexe Implantatrestaurationen spezialisiert hat. 2017 reiste Andreas nach Japan, wo er unter der Leitung von Hitoshi Aoshima, Naoto Yuasa und Kazunabu Yamanda trainierte und internationaler Trainer für Kuraray Noritake Dental Inc. wurde.

 

Die Kunst der Zahntechnik: Nature Style und die Kunst der Imitation

Die Kunst der Zahntechnik: Nature Style und die Kunst der Imitation

Zahntechnik ist mehr als nur die Nachahmung natürlicher Zähne – sie ist für viele Zahntechniker eine Kunst. Die Komplexität und Schönheit natürlicher Zähne in Vollkeramik umzusetzen, steht im Mittelpunkt des Konzepts „Nature Style" von Ghaith Alousi. In einem Artikel in der ZWL (2/24, OEMUS MEDIA AG) stellt er die Frage: „Ist Zahntechnik Kunst oder nur die Kopie natürlicher Perfektion?“ Im Mittelpunkt stehen drei Aspekte im Fokus, die über den Erfolg vollkeramischer Restaurationen entscheiden: Licht, Morphologie und Oberflächenstruktur.

1. Schlüssel: Licht

Licht ist einer der wichtigsten Faktoren für die Natürlichkeit einer Restauration. Es geht darum, wie das Licht von der Oberfläche reflektiert und absorbiert wird. Moderne Materialien wie die Gerüst- und Verblendkeramiken von Kuraray Noritake (z. B. KATANA™ Zirconia oder CERABIEN™ ZR FC Paste Stain) bieten hier großartige Möglichkeiten. Diese Materialien spiegeln die japanische Präzision und das Streben nach Perfektion wider, die für eine überzeugende Ästhetik unerlässlich sind.

2. Schlüssel: Morphologie

Das Verständnis der Zahnform, jeder Nuance und jedes Details ist entscheidend für die naturgetreue Reproduktion natürlich schöner Zähne. Zahntechniker reisen häufig zu internationalen Experten, um ihre „Formenbibliothek" zu erweitern. Dieses Wissen und ständiges Üben sind die Basis für die Fähigkeit, natürliche Zahnformen exakt nachzubilden.

3. Schlüssel: Oberflächenstruktur

Die Oberflächenstruktur, ein Zusammenspiel von Mikro- und Makrotexturen, beeinflusst maßgeblich die Lichtreflexion und die Textur einer Restauration. Feinste Details wie Wachstumsrillen und Perikymatien müssen exakt nachgeahmt werden, um eine perfekte Kopie der Nachbarzähne zu erhalten.

Fazit

Das Konzept „Nature Style" basiert auf kontinuierlichem Training, hochwertigen keramischen Werkstoffen und der richtigen Einstellung. Diese drei Säulen – stetes Üben, optimales Material und persönliche Einstellung – ermöglichen es, die natürliche Ästhetik schöner Zähne meisterhaft zu imitieren. 

 

Laden Sie den vollständigen Artikel aus der ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor (2/24, OEMUS MEDIA AG) herunter, um mehr zu erfahren und einen tieferen Einblick in die Arbeit von Ghaith Alousi zu erhalten.

Monolithische Zirkonoxid-Kronen in der ästhetischen Zone

Monolithische Zirkonoxid-Kronen in der ästhetischen Zone

Case-Report von Dr. Wissam Dirawi, DDS

Zirkonoxid hat sich in den vergangenen zehn Jahren zunehmend als Werkstoff der Wahl für prothetische Restaurationen etabliert. Die hervorragenden mechanischen und inerten Eigenschaften sind einer der Gründe für diesen Trend. Seit der Einführung von Multi-Layered-Zirkonoxid vor mehr als zehn Jahren haben sich die optischen Eigenschaften drastisch verbessert. Moderne mehrschichtige Zirkonoxide (z. B. KATANA™ Zirconia YML von Kuraray Noritake Dental Inc.) bieten ausgewogene mechanische Eigenschaften, Transluzenz und Farbe. Sie ermöglichen es dem Zahntechniker, ästhetische, vollanatomische Restaurationen herzustellen, die nur noch bemalt werden müssen. Im Artikel wird eine restaurative Therapie vorgestellt, bei der drei Zähne sowie ein Implantat mit monolithischen Zirkonoxid-Kronen versorgt werden.

Monolithische Restaurationen, die in der Maltechnik finalisiert werden, können auch eine Option für den Frontzahnbereich sein. Faktoren wie das Alter des Patienten, die innere Farbstruktur der Nachbarbezahnung, die Zahl der zu versorgenden Zähne (einer versus vier oder sechs Oberkieferfrontzähne), die ästhetischen Ansprüche des Patienten sowie finanzielle Aspekte sollten bei der Materialauswahl berücksichtigt werden. Im nachfolgend beschriebenen Fall wurde aus mehreren Gründen Zirkonoxid für die Restauration der Frontzähne ausgewählt.

Abb. 1    Ausgangssituation: Frontalansicht

Patientenfall

Eine 71-jährige Patientin stellte sich in der Praxis aufgrund ästhetischer Probleme im Frontzahnbereich des Oberkiefers vor. Die Mundhygiene war gut und die Patientin Nichtraucherin. Es zeigten sich eine Fehlstellung der implantatgetragenen Krone (NobelBiocare Brånemark RP-Fixture) im Bereich des Zahnes 11, eine Gingivaretraktion am seitlichen Schneidezahn 12 und eine große Kompositfüllung mit Verfärbung am Zahn 22. Die Patientin äußerte den Wunsch, die Unterschiede im Gingivaniveau auszugleichen und die vier oberen Schneidezähne mit Vollkeramikkronen zu versorgen, um eine optimale Ästhetik zu erreichen.

Abb. 2     Ausgangssituation: Frontalansicht

Abb. 3     Ausgangssituation: Okklusalansicht Oberkiefer

 

Auswahl des Werkstoffs

Aufgrund der Entscheidung, alle vier Frontschneidezähne zu restaurieren, war die monolithische Restauration aus Zirkonoxid eine geeignete Materialoption. Auf diese Weise konnten die gewünschten Ergebnisse innerhalb des möglichen finanziellen Rahmens erzielt werden. Um den ästhetischen Ansprüchen der Patientin gerecht zu werden, die erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu gewährleisten und die darunter liegenden Strukturen angemessen zu kaschieren, wurde KATANA™ Zirconia YML ausgewählt. Dieses Multi-Layered-Zirkonoxid bietet eine Abstufung von Farbe, Transluzenz und Biegefestigkeit über den gesamten Rohling.

Abb. 4     Ausgangssituation: Okklusalansicht des Unterkiefers

 

Von der Präparation zur provisorischen Versorgung 

Für die Konstruktion der Restaurationen wurde die Situation mit einem Intraoralscanner erfasst. Die Daten sind an das Dentallabor Teknodontin Malmoe, Schweden, übermittelt worden,  welches ein digitales Wax-up anfertigte. Nach Absprache der vorgeschlagenen Zahnformen im Team und dem Einverständnis der Patientin wurde eine „Schablone“ für die Herstellung des Provisoriums angefertigt und an die Praxis geschickt. Diese hat die alten Versorgungen entfernt und die drei Frontzähne für die Aufnahme der neuen Keramikrestaurationen präpariert. Auf das Implantat regio 21 wurde ein Gingivaformer gesetzt und mit der Schablone die provisorische Brücke in der Farbe A3 (Protemp 4, 3M) hergestellt. Anschließend erfolgte eine Gingivektomie mit einem Keramikbohrer (Ceratip, Komet) im bukkalen Bereich der linken mittleren und seitlichen Schneidezähne.

Abb. 5     Chairside-produziertes Provisorium im Mund der Patientin

Nachdem die Patientin mit Ästhetik, Phonetik und Funktion des Provisoriums einverstanden war, wurde die Situation erneut mit einem intraoralen Scanner aufgenommen. Dadurch konnte die Form der Konstruktion reproduziert werden. Anhand der gewonnenen Daten ist im Labor ein neuer Satz provisorischer Kronen aus PMMA (HUGE Multilayer PMMA) in der Farbe A3 gefräst worden. Nach deren Eingliederung erhielt die Patientin die Möglichkeit, das ästhetische Erscheinungsbild und die Funktion über mehrere Wochen zu beurteilen und zu testen. Die Patientin war mit der Phonetik, der Funktion und dem Aussehen der Kronen, die im Vergleich zu den Nachbarzähnen etwas zu hell waren, zufrieden und gab die Zahnform für die Anfertigung der definitiven Restaurationen frei.

Abb. 6     Gedrucktes Modell ...

Abb. 7     ... mit verblockten PMMA-Kronen

Abb. 8     Im Labor hergestellte provisorische Versorgungen

Abb. 9     Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Seitliche Ansicht von rechts

Abb. 10: Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Frontalansicht

Abb. 11     Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Seitliche Ansicht von links

 

Definitive Restauration, Herstellung und Eingliederung 

Basierend auf dem Datensatz der provisorischen Versorgungen wurden vier vollanatomische Kronen konstruiert – eine implantatgetragene und drei zahnbasierte. Die Restaurationen sind ohne anatomische Reduktion aus KATANA™ Zirconia YML gefräst worden. Aufgrund der Beurteilung des Provisoriums wurde diesmal die Farbe A3.5 gewählt. Für die äußere Bemalung und Glasur der Oberfläche kam CERABIEN™ ZR FC Paste Stain zum Einsatz. Noch im Labor wurde die implantatgetragene Krone mit PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.) auf das goldfarbene Titanabutment (Elos Medtech) geklebt. Für einen optimalen Maskierungseffekt ist die Farbe „opaque“ gewählt worden. Das Abutment wurde auf dem Implantat befestigt und das Schraubenloch mit Komposit verschlossen. Für die adhäsive Befestigung der zahngetragenen Kronen diente ein universelles Befestigungskomposit (PANAVIA™ SA Cement Universal, Kuraray Noritake Dental Inc.).

Abb. 12     Endgültige Restaurationen auf dem Modell

Abb. 13     Intraorale Situation vor dem Einsetzen der Restauration

 

Fazit 

Modernes mehrschichtiges Zirkonoxid (z. B. KATANA™ Zirconia YML) ist in vielen klinischen Situationen ein geeignetes Material. Durch die Verfügbarkeit hochtransluzenter Multi-Layer-Rohlinge können auch bei monolithischer Anwendung ästhetisch gute Ergebnisse erzielt werden; und dies nicht nur im Seitenzahnbereich, sondern in bestimmten Fällen auch in der ästhetischen Zone. Die Entscheidung hängt von den vorliegenden klinischen Gegebenheiten und den Ansprüchen bzw. Wünschen des Patienten ab. Der vorliegende Fall zeigt, dass sehr gute Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit erzielt werden können. Aufgrund der hervorragenden mechanischen Eigenschaften ist davon auszugehen, dass diese Ergebnisse langfristig Bestand haben werden.

Abb. 14     Behandlungsergebnis: Lippenbild

 
Abb. 15     Behandlungsergebnis: Frontalansicht


Abb. 16     Behandlungsergebnis: Okklusale Ansicht

 

DR. WISSAM DIRAWI, MALMOE, SCHWEDEN. DDS.

  • Spezialist für orale Prothetik und Senior Adviser bei Aqua Dental
  • 2000: Master-Abschluss in Zahnmedizin
  • 2000-2018: Zahnarzt in der öffentlichen Zahnpflege und in privater Praxis
  • 2011 - 2018: Ausbilder und Forscher an der Universität Malmö, Fakultät für Zahnmedizin
  • 2018: Spezialist für orale Prothetik; Leitender klinischer Berater; Dozent


Referenzen

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  • Le M, Papia E, Larsson C. The clinical success of tooth- and implant-supported zirconia-based fixed dental prostheses. A systematic review. J Oral Rehabil. 2015 Jun;42(6):467-80. 

  • Alammar A, Blatz MB. The resin bond to high-translucent zirconia-A systematic review. J Esthet Restor Dent. 2022 Jan;34(1):117-135. 

  • Sadowsky SJ. Has zirconia made a material difference in implant prosthodontics? A review. Dent Mat 2020; 36: 1–8. 

  • Mazza LC, Lemos CAA, Pesqueira AA, Pellizzer EP. Survival and complications of monolithic ceramic for tooth-supported fixed dental prostheses: A systematic review and 
meta-analysis. J Prosthet Dent 2022; 128: 566–74.
  • Passia N, Mitsias M, Lehmann F, Kern M. Bond strength of a new generation of universal bonding systems to zirconia ceramic. J Mech Behav Biomed Mater. 2016; 
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  • Sailer I, Makarov NA, Thoma DS, Zwahlen M, Pjetursson BE. All-ceramic or metal-ceramic tooth- supported fixed dental prostheses (FDPs)? A systematic review of the 
survival and complication rates. Part I: Single crowns (SCs). Dent Mater 2015; 31:603-623. 

  • Pjetursson BE, Sailer I, Makarov NA, Zwahlen M, Thoma DS. All-ceramic or metal-ceramic tooth- supported fixed dental prostheses (FDPs)? A systematic review of the 
survival and complication rates. Part II: Multiple-unit FDPs. Dent Mater 2015; 31:624–639. 

Zirkonoxid-Restaurationen: Gerüstdesign abgestimmt auf Materialportfolio

Zirkonoxid-Restaurationen: Gerüstdesign abgestimmt auf Materialportfolio

Fall von MDT Daniele Rondoni und MDT Roberto Rossi


Vollkontur oder anatomisch reduziertes Design? Bei der Entscheidung, nach welchem Konzept eine Zirkonoxid-Restauration im Einzelfall gestaltet werden soll, sind viele Faktoren zu berücksichtigen, wie z. B. ästhetische Ansprüche, funktionelle Parameter oder Budgetfragen. Zudem hängt der Erfolg einer Restauration in hohem Maße von den optischen und mechanischen Eigenschaften des verwendeten Zirkonoxids ab. Wir sind daher davon überzeugt, dass der erste Schritt in der Entscheidungsfindung die Auswahl eines Portfolios hochwertiger Zirkonoxide ist. Durch die Erprobung verschiedener Zirkonoxide im Dentallabor und den Vergleich verschiedener Designs und Veredelungsansätze mit abgestimmten Materialien kann das für die tägliche Anwendung am besten geeignete Zirkonoxid ausgewählt werden. Diese laborinternen Tests geben dem Zahntechniker bzw. der Zahntechnikerin zudem eine klare Vorstellung davon, wann welches Konzept geeignet ist.

Einblick in unseren Alltag: Materialportfolio

Das in unserem Dentallabor verwendete Zirkonoxid-Portfolio besteht aus den verschiedenen Werkstoffen von KATANA™ Zirconia Multi-Layered (Kuraray Noritake). Die Zirkonoxid-Familie besteht aus drei Materialien mit mehrschichtigem Farbaufbau, die für unterschiedliche Anforderungen an Biegefestigkeit und Transluzenz entwickelt wurden (KATANA™ Zirconia UTML, STML und HTML PLUS) und einem Material mit Farb-, Transluzenz- und Biegefestigkeitsabstufung (KATANA™ Zirconia YML). Aufgrund der günstigen optischen Eigenschaften in Kombination mit den neuen Effektflüssigkeiten ist häufig eine vollanatomische Gestaltung oder – im Frontzahnbereich – eine leichte, auf den bukkalen Bereich beschränkte Reduktion mit einer keramischen Mikroschicht möglich.

Die Effektflüssigkeiten – Esthetic Colorant für KATANA™ Zirconia – wurden Anfang 2023 eingeführt. Sie werden auf die Oberfläche des gefrästen Zirkonoxidgerüstes aufgetragen, um z. B. Gingivaanteile individuell einzufärben, einer Restauration bestimmte individuelle Eigenschaften zu verleihen oder einen gräulichen Effekt aufgrund des Durchscheinens verfärbter Pfeilerzähne oder Abutments zu verhindern. Während die meisten der Flüssigkeiten auf die Außenfläche der Restaurationen aufgetragen werden, wird der letztgenannte Effekt durch die Anwendung von Esthetic Colorant OPAQUE oder WHITE auf der Innenfläche von Kronen erreicht.

Fallbeispiel

Das folgende Fallbeispiel beschreibt unser Vorgehen bei der Herstellung einer vollanatomischen, verschraubten Implantatbrücke aus Zirkonoxid mit einem Titansteg. Als Zirkonoxid wurde KATANA™ Zirconia YML verwendet, die vestibuläre Morphologie ist mit rotierenden Instrumenten verfeinert und anschließend die vestibuläre, palatinale und okklusale Oberfläche mit Esthetic Colorant behandelt worden. Die eigentliche Farbwirkung wird nach dem Sintern sichtbar.


Abb. 1: Frontalansicht des gefrästen Zirkonoxidgerüstes nach dem Auftragen von Esthetic Colorant in den Farben BLUE, GRAY, ORANGE und PINK


Abb. 2: Okklusalansicht des gefrästen Zirkonoxidgerüstes nach der Applikation von Esthetic Colorant BLUE, GRAY, ORANGE und PINK


Abb. 3: Individualisiertes Zirkonoxidgerüst nach dem Sintern

Durch die Zugabe von CERABIEN™ ZR FC Paste Stain im vestibulären und gingivalen Bereich konnte die Restauration individualisiert und finalisiert werden. Bei unserem Vorgehen werden die Kontaktflächen immer hochglanzpoliert, da dies die antagonistenschonendste Art der Oberflächenbearbeitung ist. Als letzter Schritt wurde das Zirkonoxidgerüst mit dem Titansteg verbunden und nach einer Kontrolle zur Einprobe an die Zahnarztpraxis übergeben.


Abb. 4: Frontalansicht der fertiggestellten Zirkonoxid-Restauration


Abb. 5: Okklusale Ansicht der Struktur nach der Fertigstellung


Abb. 6: Die Zirkonoxid-Restauration mit Titansteg


Fazit

Mit einem gezielt ausgewählten Zirkonoxid-Portfolio und darauf abgestimmten Finish-Lösungen lassen sich unterschiedliche Konzepte im Laboralltag relativ einfach umsetzen. Klinische Anforderungen und Patientenbedürfnisse können so optimal und rationell erfüllt werden. Nach unserer Erfahrung zahlt sich der Einsatz hochwertiger Produkte mit guten ästhetischen Eigenschaften – hohe Transluzenz und natürlich vorgefärbte Multi-Layered-Struktur – aus. Vollkontur oder anatomisch reduziertes Design? Mit dem richtigen Materialportfolio ist beides problemlos möglich. So steigern wir die Effizienz unserer Prozesse, ohne Kompromisse beim Ergebnis einzugehen. Die KATANA™ Zirconia Multi-Layered-Familie und die darauf abgestimmten Finishing-Materialien (z. B. Esthetic Colorant, CERABIEN™ ZR FC Paste Stain) unterstützen uns im Laboralltag ideal, da wir die Basis für das von uns gewählte Verblendkonzept effizient herstellen können.