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Zwei Inlays. Eine Sitzung.

Zwei Inlays. Eine Sitzung.

CAD/CAM-Komposit: Wie KATANA™ AVENCIA™ Block 2 einen effizienten Workflow ermöglicht

Dr. Daniel Ospina-Klinck

Eine Neuversorgung, ein klarer Patientenwunsch und ein vollständig digitaler Ablauf: Das Fallbeispiel zeigt, wie sich Seitenzahnrestaurationen mit einem CAD/CAM-Komposit chairside realisieren lassen – von der digitalen Erfassung über die Fertigung bis zur adhäsiven Eingliederung innerhalb einer Sitzung.

 

Ausgangssituation: Funktionelle Defizite erfordern neue Lösung

Eine Patientin stellte sich mit insuffizienten Kompositrestaurationen an den Zähnen 17 und 47 vor. Die bestehenden Füllungen zeigten deutliche Verschleißerscheinungen und waren insbesondere im okklusalen Bereich stark abgenutzt. Zunehmende Beschwerden unter Kaubelastung führten zum Wunsch nach einer stabilen und langlebigen Neuversorgung. Zusätzlich bestand aufgrund beruflicher Verpflichtungen der ausdrückliche Wunsch nach einer Behandlung innerhalb eines Termins.

Die klinische Situation wurde als geeignet für eine indirekte Versorgung mittels Inlays bewertet. Aufgrund der funktionellen Belastung im Seitenzahnbereich und der Defektgröße fiel die Entscheidung auf eine adhäsiv befestigte CAD/CAM-Versorgung.

Abb. 1 Ausgangssituation: Die vorhandene Kompositrestauration zeigt deutliche funktionelle Defizite und okklusale Abnutzung

 

Materialentscheidung: Chairside-Workflow ohne zusätzlichen Sinterprozess

Für die Herstellung der Inlays wurde KATANA™ AVENCIA™ Block 2 eingesetzt. Das CAD/CAM-Komposit ermöglicht eine direkte Weiterverarbeitung nach der Fertigung. Ein zusätzlicher Kristallisations- oder Sinterprozess entfällt – ein wichtiger Vorteil, wenn eine Versorgung innerhalb einer Sitzung umgesetzt werden soll. Gleichzeitig bietet das Material durch seine Zusammensetzung ein weniger sprödes Verhalten als klassische keramische Werkstoffe. Gerade bei funktionell belasteten Seitenzahnrestaurationen kann diese Materialcharakteristik eine interessante Option darstellen.

Dabei bleibt die Indikation entscheidend: Für umfangreichere Versorgungen oder stark belastete Bereiche können hochfeste keramische Materialien weiterhin Vorteile hinsichtlich Langzeitstabilität und Verschleißresistenz bieten. Im vorliegenden Fall überzeugte jedoch die Kombination aus effizientem Chairside-Workflow und materialgerechtem Einsatz.

 

Digitaler Workflow: Vom Scan zur definitiven Eingliederung

Nach Entfernung der insuffizienten Restaurationen und Präparation der Kavitäten erfolgte die digitale Abformung mit Primescan 2. Die Konstruktion der beiden Inlays wurde chairside vorgenommen. Nach dem Fräsen mit der Primemill folgte ohne weiteren Zwischenschritt die abschließende Politur mit diamantierten Polierinstrumenten.

Für die adhäsive Eingliederung wurde ein abgestimmter Workflow aus dem Hause Kuraray Noritake genutzt: Nach Reinigung der Restaurationsoberflächen mit KATANA™ Cleaner und entsprechender Vorbehandlung der Zahnhartsubstanz erfolgte die definitive Befestigung mit PANAVIA™ V5.

CAD/CAM-Kompositrestauration – Ansicht 1 CAD/CAM-Kompositrestauration – Ansicht 2
Abb. 2, 3 Die CAD/CAM-Kompositrestauration zeigt eine anatomisch ausgeformte Okklusalfläche und ohne weiteren Individualisierungsprozess eine natürliche Ästhetik

 

Ergebnis: Funktionell integriert – in einer Sitzung abgeschlossen

Die fertigen Inlays zeigten eine gute Passung und konnten harmonisch in die bestehende Okklusion integriert werden. Die Versorgung wurde vollständig innerhalb einer Sitzung abgeschlossen. Bei der anschließenden Kontrolle traten weder postoperative Sensibilitäten noch funktionelle Einschränkungen auf. Der Fall zeigt, dass Chairside-Konzepte heute mehr bedeuten als eine reine Zeitersparnis. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus digitalem Workflow, passender Materialwahl und einem abgestimmten adhäsiven Konzept. Werden diese Faktoren miteinander verbunden, entsteht eine effiziente restaurative Lösung, die sich an den klinischen Anforderungen und den Bedürfnissen der Patienten orientiert.

Abb. 4 Klinisches Ergebnis nach Eingliederung des CAD/CAM-gefertigten Inlays

 

Fazit

Die chairside gefertigte Versorgung mit KATANA™ AVENCIA™ Block 2 erweitert das Spektrum digitaler Restaurationsmöglichkeiten insbesondere bei Patienten, die eine effiziente Behandlung in nur einer Sitzung wünschen. Der klinische Erfolg basiert dabei auf einer konsequenten Abstimmung aller Prozessschritte – von der Indikation über die digitale Fertigung bis zur adhäsiven Befestigung.

 

Dr. Daniel Ospina-Klinck: „Die Stärke des Chairside-Workflows liegt nicht allein in der Geschwindigkeit, sondern in der Möglichkeit, einen vollständig digitalen und kontrollierten restaurativen Prozess umzusetzen.“

 

Dr. Daniel Ospina-Klinck verbindet als Zahnarzt, Zahntechniker und Implantologe klinische Erfahrung mit einem konsequent digitalen Behandlungskonzept. Sein Schwerpunkt liegt auf modernen CAD/CAM- und Chairside-Workflows.