Indirekte Restauration im Seitenzahnbereich mit Katana™ Avencia™ Block 2
KLINISCHER FALLBERICHT VON VÍCTOR HENAREJOS DOMINGO – DDS, MSC
Moderne indirekte restaurative Behandlungskonzepte entwickeln sich zunehmend hin zu effizienteren, digital gestützten und vereinfachten Workflows. Die Integration von CAD/CAM-Technologien in Kombination mit universell einsetzbaren Materialien ermöglicht eine Optimierung klinischer Abläufe, reduziert die Komplexität der Behandlung und erhöht die Vorhersagbarkeit restaurativer Therapien. Moderne CAD/CAM-Hybridmaterialien auf Kompositbasis bieten in Verbindung mit selbstadhäsiven Befestigungskompositen und Universaladhäsiven hervorragende mechanische und ästhetische Eigenschaften. Gleichzeitig erlauben sie im Vergleich zu konventionellen restaurativen Verfahren vereinfachte und weniger techniksensitive Befestigungsprotokolle.
Der vorliegende klinische Fallbericht demonstriert den kombinierten Einsatz von CLEARFIL MAJESTY™ ES Flow Universal Dark (Low Flow), KATANA™ Cleaner, CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2, KATANA™ AVENCIA™ Block 2, PANAVIA™ SA Cement Universal sowie dem TWIST™ DIA Poliersystem für Komposite (alle Produkte: Kuraray Noritake Dental Inc.) bei der adhäsiven Versorgung eines endodontisch behandelten zweiten Molaren.





FALLBESCHREIBUNG
Eine 48-jährige Patientin stellte sich mit einer ausgeprägten koronalen Zerstörung des unteren rechten zweiten Molaren vor. Der Zahn war symptomatisch; eine endodontische Behandlung war bereits in einer anderen Praxis begonnen worden. Nach klinischer und röntgenologischer Befundung wurde beschlossen, die Wurzelkanalbehandlung abzuschließen und den Zahn mit einem CAD/CAM-gefertigten adhäsiv befestigten Overlay zu versorgen (Abb. 1).
Nach Abschluss der endodontischen Behandlung musste die verbliebene Zahnhartsubstanz stabilisiert werden, um eine belastbare Grundlage für das Overlay zu schaffen (Abb. 2). Hierzu erfolgte eine selektive Schmelzätzung mit K-ETCHANT Syringe, einem 35%igen Phosphorsäuregel mit guter Applizierbarkeit und standfester Konsistenz, gefolgt von der Applikation von CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2. Der anschließende Stumpfaufbau erfolgte mit CLEARFIL MAJESTY™ ES Flow Universal Dark Low, einem hochgefüllten, universell einsetzbaren fließfähigen Komposit mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften, das sich insbesondere für funktionell hoch belastete Restaurationen im Seitenzahnbereich eignet (Abb. 3).
Anschließend erfolgte unter Kofferdam die Präparation für ein adhäsiv befestigtes Overlay nach einem defektorientierten, minimalinvasiven Konzept (Abb. 4). Im Anschluss wurden die intraoralen Scans mit einem TRIOS 5 Intraoralscanner (3Shape) angefertigt (Abb. 5). Nach computergestützter Konstruktion der Restauration wurde das Overlay aus einem KATANA™ AVENCIA™ Block 2 in der hochtransluzenten Variante (HT) gefertigt. Der transluzente CAD/CAM-Verbundwerkstoff ist speziell für indirekte Teilrestaurationen im Seitenzahnbereich indiziert und zeichnet sich durch eine hohe mechanische Festigkeit, eine hervorragende ästhetische Integration sowie eine schnelle Hochglanzpolitur aus (Abb. 6).





Eine Woche später erfolgte die definitive Befestigung des Overlays (Abb. 7). Sowohl die Innenfläche der Restauration als auch die Zahnhartsubstanz wurden zuvor mit KATANA™ Cleaner dekontaminiert. Der Universalreiniger enthält MDP-Salz (auf Basis der MDP-Technologie), das Speichel- und Blutkontaminationen sowohl intraoral als auch extraoral innerhalb von zehn Sekunden zuverlässig entfernt (Abb. 8). Ziel dieser Vorbehandlung war die Optimierung der Haftbedingungen für eine dauerhaft sichere und vorhersagbare adhäsive Befestigung.
Anschließend erfolgte erneut eine selektive Schmelzätzung mit K-ETCHANT Syringe, gefolgt von der Applikation von CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2. Das Universaladhäsiv der neuesten Generation zeichnet sich durch ein vereinfachtes Anwendungsprotokoll mit kurzer Einwirkzeit und ohne anschließende Wartephase aus. Gleichzeitig gewährleistet es eine ausgezeichnete Benetzung sowie eine dauerhafte Haftung an Schmelz und Dentin (Abb. 9).




Die definitive Befestigung des Overlays erfolgte mit PANAVIA™ SA Cement Universal Automix (Farbe Universal, A2). Das universelle selbstadhäsive Befestigungskomposit enthält sowohl das funktionelle MDP-Monomer als auch das innovative LCSi-Silan und ermöglicht dadurch eine dauerhafte chemische Haftung an Zirkonoxid, Kompositen und Keramiken, ohne den Einsatz zusätzlicher Primer. Das Material zeichnet sich durch eine einfache Handhabung sowie eine komfortable Überschussentfernung aus: Eine kurze Lichthärtung von zwei bis fünf Sekunden (Tack-Cure) ermöglicht die schnelle, saubere und kontrollierte Entfernung überschüssigen Befestigungskomposits und erleichtert so den klinischen Arbeitsablauf (Abb. 10–12).
Die Kombination aus KATANA™ Cleaner, CLEARFIL™ Universal Bond Quick 2 und PANAVIA™ SA Cement Universal ermöglicht einen vereinfachten, effizienten und hochvorhersagbaren Workflow. Gleichzeitig werden sowohl die Anzahl der verwendeten Materialien als auch die klinischen Arbeitsschritte reduziert, ohne Kompromisse hinsichtlich Haftfestigkeit oder Langlebigkeit der Restauration einzugehen. Abschließend erfolgten die Okklusionskontrolle und die Politur der Restaurationsoberfläche mit TWIST™ DIA für Komposit. Das zweistufige Diamant-Poliersystem ermöglicht sowohl bei direkten als auch bei indirekten Restaurationen innerhalb kurzer Zeit einen natürlichen, lang anhaltenden Hochglanz (Abb. 13–15).




SCHLUSSFOLGERUNGEN UND KLINISCHE AUSWIRKUNGEN
Die Integration universell einsetzbarer Materialien in digitale restaurative Workflows vereinfacht indirekte adhäsive Versorgungen, steigert die klinische Effizienz und reduziert die Technikempfindlichkeit des Behandlungsablaufs. Die Kombination aus CAD/CAM-gefertigten Restaurationen, Universaladhäsiven und universellen Befestigungskompositen ermöglicht minimalinvasive, effiziente und hochvorhersagbare Behandlungskonzepte, die den Anforderungen der modernen restaurativen Zahnheilkunde in besonderem Maße gerecht werden.
Quellenangaben:
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Maravić T, Mazzitelli C, Mancuso E, Del Bianco F, Josić U, Cadenaro M, Breschi L, Mazzoni A. Resin composite cements: Current status and a novel classification proposal. J Esthet Restor Dent 2023;35(7):1085–1097.
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Über den Autor
Dr. Victor Henarejos-Domingo, DDS, MSc, ist Prothetiker in Barcelona (Spanien) und außerordentlicher Professor am Lehrstuhl für Restaurative Zahnmedizin der Universitat Internacional de Catalunya. Er verfügt über einen Masterabschluss in Ästhetischer Restaurativer Zahnmedizin sowie ein postgraduales Diplom in Endodontie der Universität Barcelona. Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert er sich intensiv in der Forschung und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen in internationalen Fachzeitschriften mit den Schwerpunkten restaurative und digitale Zahnmedizin. Als Gastreferent und Kursleiter hält er national und international Fortbildungsveranstaltungen für Zahnärztinnen und Zahnärzte ab. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der restaurativen Zahnmedizin, digitalen Workflows und Adhäsivtechniken.
- 08.09.2026