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Monolithische Zirkonoxid-Kronen in der ästhetischen Zone

Monolithische Zirkonoxid-Kronen in der ästhetischen Zone

Case-Report von Dr. Wissam Dirawi, DDS

Zirkonoxid hat sich in den vergangenen zehn Jahren zunehmend als Werkstoff der Wahl für prothetische Restaurationen etabliert. Die hervorragenden mechanischen und inerten Eigenschaften sind einer der Gründe für diesen Trend. Seit der Einführung von Multi-Layered-Zirkonoxid vor mehr als zehn Jahren haben sich die optischen Eigenschaften drastisch verbessert. Moderne mehrschichtige Zirkonoxide (z. B. KATANA™ Zirconia YML von Kuraray Noritake Dental Inc.) bieten ausgewogene mechanische Eigenschaften, Transluzenz und Farbe. Sie ermöglichen es dem Zahntechniker, ästhetische, vollanatomische Restaurationen herzustellen, die nur noch bemalt werden müssen. Im Artikel wird eine restaurative Therapie vorgestellt, bei der drei Zähne sowie ein Implantat mit monolithischen Zirkonoxid-Kronen versorgt werden.

Monolithische Restaurationen, die in der Maltechnik finalisiert werden, können auch eine Option für den Frontzahnbereich sein. Faktoren wie das Alter des Patienten, die innere Farbstruktur der Nachbarbezahnung, die Zahl der zu versorgenden Zähne (einer versus vier oder sechs Oberkieferfrontzähne), die ästhetischen Ansprüche des Patienten sowie finanzielle Aspekte sollten bei der Materialauswahl berücksichtigt werden. Im nachfolgend beschriebenen Fall wurde aus mehreren Gründen Zirkonoxid für die Restauration der Frontzähne ausgewählt.

Abb. 1    Ausgangssituation: Frontalansicht

Patientenfall

Eine 71-jährige Patientin stellte sich in der Praxis aufgrund ästhetischer Probleme im Frontzahnbereich des Oberkiefers vor. Die Mundhygiene war gut und die Patientin Nichtraucherin. Es zeigten sich eine Fehlstellung der implantatgetragenen Krone (NobelBiocare Brånemark RP-Fixture) im Bereich des Zahnes 11, eine Gingivaretraktion am seitlichen Schneidezahn 12 und eine große Kompositfüllung mit Verfärbung am Zahn 22. Die Patientin äußerte den Wunsch, die Unterschiede im Gingivaniveau auszugleichen und die vier oberen Schneidezähne mit Vollkeramikkronen zu versorgen, um eine optimale Ästhetik zu erreichen.

Abb. 2     Ausgangssituation: Frontalansicht

Abb. 3     Ausgangssituation: Okklusalansicht Oberkiefer

 

Auswahl des Werkstoffs

Aufgrund der Entscheidung, alle vier Frontschneidezähne zu restaurieren, war die monolithische Restauration aus Zirkonoxid eine geeignete Materialoption. Auf diese Weise konnten die gewünschten Ergebnisse innerhalb des möglichen finanziellen Rahmens erzielt werden. Um den ästhetischen Ansprüchen der Patientin gerecht zu werden, die erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu gewährleisten und die darunter liegenden Strukturen angemessen zu kaschieren, wurde KATANA™ Zirconia YML ausgewählt. Dieses Multi-Layered-Zirkonoxid bietet eine Abstufung von Farbe, Transluzenz und Biegefestigkeit über den gesamten Rohling.

Abb. 4     Ausgangssituation: Okklusalansicht des Unterkiefers

 

Von der Präparation zur provisorischen Versorgung 

Für die Konstruktion der Restaurationen wurde die Situation mit einem Intraoralscanner erfasst. Die Daten sind an das Dentallabor Teknodontin Malmoe, Schweden, übermittelt worden,  welches ein digitales Wax-up anfertigte. Nach Absprache der vorgeschlagenen Zahnformen im Team und dem Einverständnis der Patientin wurde eine „Schablone“ für die Herstellung des Provisoriums angefertigt und an die Praxis geschickt. Diese hat die alten Versorgungen entfernt und die drei Frontzähne für die Aufnahme der neuen Keramikrestaurationen präpariert. Auf das Implantat regio 21 wurde ein Gingivaformer gesetzt und mit der Schablone die provisorische Brücke in der Farbe A3 (Protemp 4, 3M) hergestellt. Anschließend erfolgte eine Gingivektomie mit einem Keramikbohrer (Ceratip, Komet) im bukkalen Bereich der linken mittleren und seitlichen Schneidezähne.

Abb. 5     Chairside-produziertes Provisorium im Mund der Patientin

Nachdem die Patientin mit Ästhetik, Phonetik und Funktion des Provisoriums einverstanden war, wurde die Situation erneut mit einem intraoralen Scanner aufgenommen. Dadurch konnte die Form der Konstruktion reproduziert werden. Anhand der gewonnenen Daten ist im Labor ein neuer Satz provisorischer Kronen aus PMMA (HUGE Multilayer PMMA) in der Farbe A3 gefräst worden. Nach deren Eingliederung erhielt die Patientin die Möglichkeit, das ästhetische Erscheinungsbild und die Funktion über mehrere Wochen zu beurteilen und zu testen. Die Patientin war mit der Phonetik, der Funktion und dem Aussehen der Kronen, die im Vergleich zu den Nachbarzähnen etwas zu hell waren, zufrieden und gab die Zahnform für die Anfertigung der definitiven Restaurationen frei.

Abb. 6     Gedrucktes Modell ...

Abb. 7     ... mit verblockten PMMA-Kronen

Abb. 8     Im Labor hergestellte provisorische Versorgungen

Abb. 9     Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Seitliche Ansicht von rechts

Abb. 10: Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Frontalansicht

Abb. 11     Langzeitprovisorium an Ort und Stelle: Seitliche Ansicht von links

 

Definitive Restauration, Herstellung und Eingliederung 

Basierend auf dem Datensatz der provisorischen Versorgungen wurden vier vollanatomische Kronen konstruiert – eine implantatgetragene und drei zahnbasierte. Die Restaurationen sind ohne anatomische Reduktion aus KATANA™ Zirconia YML gefräst worden. Aufgrund der Beurteilung des Provisoriums wurde diesmal die Farbe A3.5 gewählt. Für die äußere Bemalung und Glasur der Oberfläche kam CERABIEN™ ZR FC Paste Stain zum Einsatz. Noch im Labor wurde die implantatgetragene Krone mit PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.) auf das goldfarbene Titanabutment (Elos Medtech) geklebt. Für einen optimalen Maskierungseffekt ist die Farbe „opaque“ gewählt worden. Das Abutment wurde auf dem Implantat befestigt und das Schraubenloch mit Komposit verschlossen. Für die adhäsive Befestigung der zahngetragenen Kronen diente ein universelles Befestigungskomposit (PANAVIA™ SA Cement Universal, Kuraray Noritake Dental Inc.).

Abb. 12     Endgültige Restaurationen auf dem Modell

Abb. 13     Intraorale Situation vor dem Einsetzen der Restauration

 

Fazit 

Modernes mehrschichtiges Zirkonoxid (z. B. KATANA™ Zirconia YML) ist in vielen klinischen Situationen ein geeignetes Material. Durch die Verfügbarkeit hochtransluzenter Multi-Layer-Rohlinge können auch bei monolithischer Anwendung ästhetisch gute Ergebnisse erzielt werden; und dies nicht nur im Seitenzahnbereich, sondern in bestimmten Fällen auch in der ästhetischen Zone. Die Entscheidung hängt von den vorliegenden klinischen Gegebenheiten und den Ansprüchen bzw. Wünschen des Patienten ab. Der vorliegende Fall zeigt, dass sehr gute Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit erzielt werden können. Aufgrund der hervorragenden mechanischen Eigenschaften ist davon auszugehen, dass diese Ergebnisse langfristig Bestand haben werden.

Abb. 14     Behandlungsergebnis: Lippenbild

 
Abb. 15     Behandlungsergebnis: Frontalansicht


Abb. 16     Behandlungsergebnis: Okklusale Ansicht

 

DR. WISSAM DIRAWI, MALMOE, SCHWEDEN. DDS.

  • Spezialist für orale Prothetik und Senior Adviser bei Aqua Dental
  • 2000: Master-Abschluss in Zahnmedizin
  • 2000-2018: Zahnarzt in der öffentlichen Zahnpflege und in privater Praxis
  • 2011 - 2018: Ausbilder und Forscher an der Universität Malmö, Fakultät für Zahnmedizin
  • 2018: Spezialist für orale Prothetik; Leitender klinischer Berater; Dozent


Referenzen

  • Alfadhli R, Alshammari Y, Baig MR, Omar R. Clinical outcomes of single crown and 3-unit bi-layered zirconia-based fixed dental prostheses: An up to 6- year retrospective clinical study: Clinical outcomes of zirconia FDPs. J Dent. 2022 Dec;127:104321. 
  • Le M, Papia E, Larsson C. The clinical success of tooth- and implant-supported zirconia-based fixed dental prostheses. A systematic review. J Oral Rehabil. 2015 Jun;42(6):467-80. 

  • Alammar A, Blatz MB. The resin bond to high-translucent zirconia-A systematic review. J Esthet Restor Dent. 2022 Jan;34(1):117-135. 

  • Sadowsky SJ. Has zirconia made a material difference in implant prosthodontics? A review. Dent Mat 2020; 36: 1–8. 

  • Mazza LC, Lemos CAA, Pesqueira AA, Pellizzer EP. Survival and complications of monolithic ceramic for tooth-supported fixed dental prostheses: A systematic review and 
meta-analysis. J Prosthet Dent 2022; 128: 566–74.
  • Passia N, Mitsias M, Lehmann F, Kern M. Bond strength of a new generation of universal bonding systems to zirconia ceramic. J Mech Behav Biomed Mater. 2016; 
62:268–274. 

  • Sailer I, Makarov NA, Thoma DS, Zwahlen M, Pjetursson BE. All-ceramic or metal-ceramic tooth- supported fixed dental prostheses (FDPs)? A systematic review of the 
survival and complication rates. Part I: Single crowns (SCs). Dent Mater 2015; 31:603-623. 

  • Pjetursson BE, Sailer I, Makarov NA, Zwahlen M, Thoma DS. All-ceramic or metal-ceramic tooth- supported fixed dental prostheses (FDPs)? A systematic review of the 
survival and complication rates. Part II: Multiple-unit FDPs. Dent Mater 2015; 31:624–639. 

PANAVIA V5

Klinischer Fall - Verblendung der mittleren Schneidezähne mit PANAVIA V5

Von Irfan Abas - Implantologe und restaurativ tätiger Zahnarzt

Irfan Abas ist Spezialist für orale Implantologie und restaurative Zahnmedizin sowie ein international gefragter Referent. Er hat mehr als 20 Vorträge, Workshops und Live-OP-Kurse auf der ganzen Welt gehalten. Unter seinem Namen wurden mehrere Artikel in TP, einer niederländischen zahnmedizinischen Fachzeitschrift, veröffentlicht, für die er auch als Redakteur tätig ist. Ein weiteres Highlight ist eine Veröffentlichung in der NTvT in Zusammenarbeit mit Prof. Gert Meijer (Radboud UMC), unter dessen Leitung Abas 2014 die vierjährige Postdoktorandenausbildung in rekonstruktiver Zahnheilkunde erfolgreich abgeschlossen hat. Er ist außerdem Ausbilder und Dozent für die AAIE und Vorsitzender von MINEC Netherlands. Irfan Abas hat seine eigene Praxis in Bussum, Niederlande (tandartsabas.nl).

Ein 42-jähriger Patient bat um die Wiederherstellung der stark abradierten mittleren Frontzähne 

 


Vorbehandlung

 


Nach der Herstellung eines Mock-ups wurden die Zähne durch das Mock-up hindurch präpariert. 

 


Für die beiden Veneers aus Lithium-Disilikat war eine Präparation von zirka 1 mm erforderlich. Nach dem Entfernen des Mock-ups wurde die Präparation optimiert.

 


Überprüfung des Platzangebotes mit Hilfe einer Silikonwalls

 


Finale Präparation (frontal)

 


Herstellen der provisorischen Verblendschalen aus Kunststoff (Protemp)

 


Spot-Ätzung vor dem Verkleben der provisorischen Verblendschalen

 


Eine kleine Menge fließfähiges Komposit wird auf die geätzten Oberflächen aufgetragen

 


Lichthärtung der gesamten Oberfläche 

 


Eingesetzte provisorische Verblendungen

 


Die vom Zahntechniker hergestellten keramischen Veneers

 


Überprüfung der Passungen im Mund

 


Kofferdam für eine kontrollierte adhäsive Befestigung

 


Ätzen mit 35%iger Phosphorsäure K-Etchant Syringe für 10 Sekunden.

 


Behandlung mit selbstätzendem Primer PANAVIA™ V5 Tooth Primer (20 Sek. einwirken lassen)

 


Ätzen der Lithium-Disilikat-Verblendungen

 


Clearfil™ Ceramic Primer Plus MDP-Silan wird auf die Veneers appliziert. 

 


Befestigung der Veneers auf einem Einsetzinstrument vor dem definitiven Verkleben.

 


PANAVIA™ V5 Paste wird auf die Innenseite des Veneers aufgetragen

 


PANAVIA™ V5 Paste auf dem Veneer

 


Einsetzen des Veneers im Mund und Entfernen der Überschüsse 

 


Lichthärtung (mindestens 10 Sek.)

 


Unmittelbar nach der adhäsiven Befestigung mit PANAVIA™ V5

 


Unmittelbar nach der Behandlung

 


Unmittelbar nach der Behandlung

 


Zwei Monate nach der Behandlung

 


Ein Jahr nach der Behandlung

 


Ein Jahr nach der Behandlung

Befestigung von Lithium-Disilikat-Kronen

Befestigung von Lithium-Disilikat-Kronen

Verwendung von KATANA™ Cleaner und PANAVIA™ SA Cement Universal

 


Abb. 1 Krone nach Flusssäureätzung und Einprobe

 


Abb. 2 KATANA™ Cleaner in die Anmischschale geben

 


Abb. 3 10 Sekunden lang einreiben, dann abspülen und trocknen

 


Abb. 4 10 Sekunden einreiben, abspülen und trocknen; KATANA™ Cleaner enthält MDP-basierte Tenside, die Blut und Speichel zersetzen und so Verunreinigungen entfernen

 


Abb. 5 Befestigungsmaterial direkt auf die Restauration (Glaskeramik, Zirkonoxid, Metall oder Komposit) auftragen

 


Abb. 6 PANAVIA™ SA Cement Universal enthält MDP- und LCSi-Monomere, die eine langzeitstabile Haftung auch auf Lithium-Disilikat-Restaurationen gewährleisten

 


Abb. 7 Aushärtung (Tack-cure) für 2 bis 5 Sekunden

 


Abb. 8 Es entsteht ein schöner gelartiger Zustand, aus dem sich überschüssiges Material leicht entfernen lässt

 

Finale Situation


Abb. 9 Abschlussbild

 

Zahnarzt:


DR. RICHARD YOUNG

Zirkonoxid in der Chairside-Anwendung

Von Dr. Florian Zwiener

Zirkonoxid, einst primär in Dentallaboren verwendet, etabliert sich zunehmend als vielseitiger Werkstoff für die Anwendung in der Zahnarztpraxis. Dr. Florian Zwiener stellt in einem Fachartikel (erschienen in ZWP 4/2024, OEMUS AG) die werkstoffkundlichen Eigenschaften eines mehrschichtigen Chairside-Zirkonoxids (KATANA™ Zirconia STML Block) vor, welches sich insbesondere durch eine hohe Biegefestigkeit und eine hohe Ästhetik von konventionellen Zirkonoxidwerkstoffen der 1. und 2. Generation unterscheidet.

Zirkonoxid gewinnt in der Zahnmedizin als Chairside-Restaurationsmaterial zunehmend an Bedeutung. Ursprünglich im zahntechnischen Labor verarbeitet, werden Zirkonoxide (Oxidkeramiken) zunehmend auch in der zahnärztlichen Praxis eingesetzt. Lange Zeit galt hier Lithiumdisilikat (Silikatkeramik) als bevorzugtes Material. Mit der Einführung von Zirkonoxiden erweitern sich die Möglichkeiten der Chairside-Behandlung, da neben Einzelzahnversorgungen auch größere Versorgungen (z. B. dreigliedrige Brücken) erfolgen können. Entscheidend sind die werkstoffkundlichen Parameter. Dr. Florian Zwiener geht anhand eines Patientenfalles auf die Anwendung von Zirkonoxid im Praxisalltag ein. Nach einer klaren Darstellung der Klassifikation von Zirkonoxid, thematisiert er Herausforderungen und Lösungen. Lange Sinterdauer? Adhäsive Befestigung? Abrasion am Antagonisten? Die Fragen werden im Artikel aus Sicht des Praktikers sowie der Wissenschaft beantwortet.

Der vorgestellte Patientenfall: Eine 85-jährige Patientin stellte sich in der zahnärztlichen Praxis nach erfolgter Osteosynthese einer mehrfachen Unterkieferfraktur infolge eines Sturzes vor. Klinisch wurde eine signifikante Nonokklusion von Zahn 34 bis 37 festgestellt. Die Patientin betonte den Wunsch, auch auf der linken Kieferseite wieder adäquat kauen zu können. Umgesetzt wurden im digitalen Workflow die eine monolithischen Zirkonoxidbrücke (KATANA™ Zirconia STML) sowie ein Onlay auf Zahn 34. Die adhäsive Befestigung erfolgte mit PANAVIA™ SA Cement Universal sowie PANAVIA™ V5.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: 

Zirkonoxid-Restaurationen: Gerüstdesign abgestimmt auf Materialportfolio

Zirkonoxid-Restaurationen: Gerüstdesign abgestimmt auf Materialportfolio

Fall von MDT Daniele Rondoni und MDT Roberto Rossi


Vollkontur oder anatomisch reduziertes Design? Bei der Entscheidung, nach welchem Konzept eine Zirkonoxid-Restauration im Einzelfall gestaltet werden soll, sind viele Faktoren zu berücksichtigen, wie z. B. ästhetische Ansprüche, funktionelle Parameter oder Budgetfragen. Zudem hängt der Erfolg einer Restauration in hohem Maße von den optischen und mechanischen Eigenschaften des verwendeten Zirkonoxids ab. Wir sind daher davon überzeugt, dass der erste Schritt in der Entscheidungsfindung die Auswahl eines Portfolios hochwertiger Zirkonoxide ist. Durch die Erprobung verschiedener Zirkonoxide im Dentallabor und den Vergleich verschiedener Designs und Veredelungsansätze mit abgestimmten Materialien kann das für die tägliche Anwendung am besten geeignete Zirkonoxid ausgewählt werden. Diese laborinternen Tests geben dem Zahntechniker bzw. der Zahntechnikerin zudem eine klare Vorstellung davon, wann welches Konzept geeignet ist.

Einblick in unseren Alltag: Materialportfolio

Das in unserem Dentallabor verwendete Zirkonoxid-Portfolio besteht aus den verschiedenen Werkstoffen von KATANA™ Zirconia Multi-Layered (Kuraray Noritake). Die Zirkonoxid-Familie besteht aus drei Materialien mit mehrschichtigem Farbaufbau, die für unterschiedliche Anforderungen an Biegefestigkeit und Transluzenz entwickelt wurden (KATANA™ Zirconia UTML, STML und HTML PLUS) und einem Material mit Farb-, Transluzenz- und Biegefestigkeitsabstufung (KATANA™ Zirconia YML). Aufgrund der günstigen optischen Eigenschaften in Kombination mit den neuen Effektflüssigkeiten ist häufig eine vollanatomische Gestaltung oder – im Frontzahnbereich – eine leichte, auf den bukkalen Bereich beschränkte Reduktion mit einer keramischen Mikroschicht möglich.

Die Effektflüssigkeiten – Esthetic Colorant für KATANA™ Zirconia – wurden Anfang 2023 eingeführt. Sie werden auf die Oberfläche des gefrästen Zirkonoxidgerüstes aufgetragen, um z. B. Gingivaanteile individuell einzufärben, einer Restauration bestimmte individuelle Eigenschaften zu verleihen oder einen gräulichen Effekt aufgrund des Durchscheinens verfärbter Pfeilerzähne oder Abutments zu verhindern. Während die meisten der Flüssigkeiten auf die Außenfläche der Restaurationen aufgetragen werden, wird der letztgenannte Effekt durch die Anwendung von Esthetic Colorant OPAQUE oder WHITE auf der Innenfläche von Kronen erreicht.

Fallbeispiel

Das folgende Fallbeispiel beschreibt unser Vorgehen bei der Herstellung einer vollanatomischen, verschraubten Implantatbrücke aus Zirkonoxid mit einem Titansteg. Als Zirkonoxid wurde KATANA™ Zirconia YML verwendet, die vestibuläre Morphologie ist mit rotierenden Instrumenten verfeinert und anschließend die vestibuläre, palatinale und okklusale Oberfläche mit Esthetic Colorant behandelt worden. Die eigentliche Farbwirkung wird nach dem Sintern sichtbar.


Abb. 1: Frontalansicht des gefrästen Zirkonoxidgerüstes nach dem Auftragen von Esthetic Colorant in den Farben BLUE, GRAY, ORANGE und PINK


Abb. 2: Okklusalansicht des gefrästen Zirkonoxidgerüstes nach der Applikation von Esthetic Colorant BLUE, GRAY, ORANGE und PINK


Abb. 3: Individualisiertes Zirkonoxidgerüst nach dem Sintern

Durch die Zugabe von CERABIEN™ ZR FC Paste Stain im vestibulären und gingivalen Bereich konnte die Restauration individualisiert und finalisiert werden. Bei unserem Vorgehen werden die Kontaktflächen immer hochglanzpoliert, da dies die antagonistenschonendste Art der Oberflächenbearbeitung ist. Als letzter Schritt wurde das Zirkonoxidgerüst mit dem Titansteg verbunden und nach einer Kontrolle zur Einprobe an die Zahnarztpraxis übergeben.


Abb. 4: Frontalansicht der fertiggestellten Zirkonoxid-Restauration


Abb. 5: Okklusale Ansicht der Struktur nach der Fertigstellung


Abb. 6: Die Zirkonoxid-Restauration mit Titansteg


Fazit

Mit einem gezielt ausgewählten Zirkonoxid-Portfolio und darauf abgestimmten Finish-Lösungen lassen sich unterschiedliche Konzepte im Laboralltag relativ einfach umsetzen. Klinische Anforderungen und Patientenbedürfnisse können so optimal und rationell erfüllt werden. Nach unserer Erfahrung zahlt sich der Einsatz hochwertiger Produkte mit guten ästhetischen Eigenschaften – hohe Transluzenz und natürlich vorgefärbte Multi-Layered-Struktur – aus. Vollkontur oder anatomisch reduziertes Design? Mit dem richtigen Materialportfolio ist beides problemlos möglich. So steigern wir die Effizienz unserer Prozesse, ohne Kompromisse beim Ergebnis einzugehen. Die KATANA™ Zirconia Multi-Layered-Familie und die darauf abgestimmten Finishing-Materialien (z. B. Esthetic Colorant, CERABIEN™ ZR FC Paste Stain) unterstützen uns im Laboralltag ideal, da wir die Basis für das von uns gewählte Verblendkonzept effizient herstellen können.

Direkte Komposit-Füllungen – von nichtinvasiv bis subgingival

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Tickets

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  • Kursort: Hamburg, Lindner Hotel Hamburg Hagenbeck, Hagenbeckstraße 150 - 22527 Hamburg
  • Kursgebühr: 349,00€ zzgl. MwSt.
  • Punkte: 8 Fortbildungspunkte entsprechend den Leitsätzen der Bzäk/Dgzmk

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Teamwork: Entdecken Sie Vielseitigkeit, die Ihren Laboralltag bereichert

Wussten Sie, dass eine enge Zusammenarbeit zu kreativeren und individuelleren Lösungen führt? …. und in der ästhetischen Zahnmedizin? Hier ist Teamwork nicht nur wünschenswert, sondern oft unerlässlich, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Deshalb widmen wir uns einmal mehr diesem Thema – das Zusammenspiel zwischen Zahnarztpraxis, Dentallabor und dem Patienten.

Klassiker: ADT 2024 im Zeichen der Teamarbeit

Gemeinsam sind wir stark – das zeigt die ADT 2024. Hier steht alles im Zeichen der Teamarbeit. Und Kuraray Noritake ist wieder dabei! Vorträge wie „Erfolgreiche Teamarbeit in ästhetisch komplexen prothetischen Fällen“ von Dr. Naida Gadzo und ZT Thomas Barandun werden zeigen, wie wichtig Zusammenarbeit ist. Wir freuen uns auf die ADT und auf Euch! Unser ADT-Team finden Sie am Stand Nr. 30.
https://www.ag-dentale-technologie.de


Zirkonoxidkronen – Gemeinsam zur richtigen Wahl 

Auch bei der Frage „Kleben oder Zementieren“ kommt es auf das Know-how beider Seiten an. Entdecken Sie, wie die PANAVIA™-Familie dabei hilft, die beste Entscheidung für den Patienten zu treffen.
https://www.kuraraynoritake.eu/de/newsroom/kleben-oder-zementieren


Teamwork in Aktion: Wie Kollegen die Zusammenarbeit optimieren

Dr. Adham Elsayed, Simon Stroh und Sven Späth gehen auf eine Reise durch drei wichtige Schritte bei der Befestigung von Restaurationen: Konditionieren, Reinigen und Bonding – ein Paradebeispiel für die Bedeutung von Teamwork in der Zahnmedizin. Entdecken Sie, wie durch das Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen jedes Detail optimiert werden kann!
https://www.kuraraynoritake.eu/de/newsroom/konditionieren-reinigen-verkleben

Meisterklasse: Rezept für die Herstellung einer einzelnen Frontzahnkrone

Die „perfekte“ Frontzahnkrone entsteht nicht allein an der zahntechnischen Werkbank. Es werden viele Informationen benötigt, die nur der Patient liefern kann. Mit diesem Wissen fertigt Dmitrii Kisel vollkeramische Restaurationen. Im Artikel stellt er sein „Rezept zur Herstellung einer Frontzahnkrone“ vor.

https://www.kuraraynoritake.eu/de/newsroom/herstellung-einer-einzelnen-frontzahnkrone

 

Zirkonoxidkronen für Diastemaverschluss

von Daniele Rondoni, RDT

Eine Patientin mittleren Alters konsultierte die Zahnarztpraxis und bat um Hilfe. Sie fühlte sich mit dem ästhetischen Erscheinungsbild ihrer oberen Frontzähne nicht wohl. Insbesondere das Aussehen der Zähne 11, 12, 21 und 22 störte sie. Außerdem war sie mit dem Diastema zwischen ihren oberen mittleren Schneidezähnen sehr unzufrieden.


Abb. 1: Ausgangssituation

Der intraorale Befund zeigte vier Frontzahnkronen (12 bis 22). Der Zahn 21 war endodontisch vorbehandelt. Ziel war eine restaurative Behandlung zum Verschluss des Diastemas zwischen 12 und 21, wobei alle vier überkronten Frontzähne bei der Planung und Gestaltung der neuen Restaurationen berücksichtigt werden sollten, einschließlich der Absicht, das Breiten-Längen-Verhältnis der Frontzähne anzupassen.

Das am besten geeignete Material für ein natürliches Aussehen der Restauration in Kombination mit einem engen gingivalen Attachment ist in diesem Fall Zirkonoxid. Innerhalb der KATANA™ Zirconia Multi-Layered Familie von Kuraray Noritake stehen verschiedene hochwertige Zirkonoxide zur Verfügung. Sie alle ermöglichen eine naturgetreue Ästhetik durch natürliche Farbverläufe und können indikationsspezifisch eingesetzt werden.


Abb. 2: Präparierte Zähne, deutlich sichtbare Verfärbung im zervikalen Bereich von Zahn 21 


Abb. 3: Okklusalansicht der Präparationen


Abb. 4: Die vier Zirkonoxidkronen nach dem Fräsen aus KATANA™ Zirconia


Abb. 5: Ergebnis direkt nach dem Sintern

Um in diesem anspruchsvollen Fall ein hohes Maß an Individualität und Natürlichkeit zu erreichen, wurden die Kronen anschließend farblich charakterisiert. Hierzu wurden die keramischen Malfarben CERABIEN FC Paste Stain CZR FC verwendet. Durch ihre pastöse Konsistenz und Farbvielfalt lassen sich mit den Malfarben Zirkonoxidrestaurationen gezielt veredeln.


Abb. 6: Charakterisierung der Restauration

Wie so oft wurde Cervical 2 verwendet, um dem Zervikalbereich einen Orangeton zu verleihen, der die natürliche Farbabstufung der Zähne noch besser zur Geltung bringt. Für die inzisalen Bereiche diente Grayish Blue in Kombination mit Value zur Erhöhung der Transparenz und Opaleszenz. Das gleiche Verfahren galt für die Approximalbereiche. Mit Mamelon Orange 2 konnte eine dunkelorange Färbung auf den Mamelons reproduziert werden.


Abb. 7: Ergebnis nach dem Einsetzen der vier Zirkonoxidkronen. In Form und Chroma fügen sie sich harmonisch in die Zahnreihe ein.


Abb. 8: Die vestibuläre Ansicht zeigt eine natürlich wirkende Charakterisierung

Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigten die jährlichen Kontrolluntersuchungen intakte Kronen und eine gesunde Gingiva. Auch die Haltbarkeit der Restaurationen einschließlich ihrer mechanischen und optischen Eigenschaften zeigte keine Anzeichen einer Beeinträchtigung.

MDP-Monomer

Das dauerhafte Vermächtnis von MDP-Monomer

Es ist wahrscheinlich die bekannteste Komponente in den Dentalprodukten von Kuraray Noritake Dental: 10-Methacryloyloxidecyl-Dihydrogenphosphat, kurz MDP-Monomer. Vor mehr als 40 Jahren erfunden - das erste Produkt, das MDP enthielt, wurde 1983 eingeführt - ist MDP noch immer das führende funktionelle Monomer, das verwendet wird, um eine langfristige, dauerhafte und stabile Verbindung mit Hydroxylapatit in der Zahnhartsubstanz und mit Metalloxiden in Restaurationsmaterialien (Oxidkeramiken und Metalllegierungen) herzustellen.
 
Es findet sich heute in jedem Dentaladhäsiv und in jeder Komponente eines Befestigungskomposits mit selbstadhäsiven Eigenschaften von Kuraray Noritake Dental. Dazu gehören:


Darüber hinaus ist MDP zu einem integralen Bestandteil der meisten Universaladhäsive und vieler selbstadhäsiver Befestigungskomposite anderer Hersteller geworden. MDP ist jedoch nicht gleich MDP...

MDP: Chemische Struktur und Adhäsionsmechanismus

MDP-Monomer besteht aus drei Hauptteilen: einer polymerisierbaren Gruppe, einer hydrophoben Gruppe und einer hydrophilen Gruppe. Die copolymerisierbare Methacrylatgruppe besitzt eine endständige Doppelbindung, die die Polymerisation ermöglicht. Die große hydrophobe Alkylengruppe - auch Spacer genannt - hat die Aufgabe, ein empfindliches Gleichgewicht zwischen den hydrophoben und hydrophilen Eigenschaften des Monomers aufrechtzuerhalten und bietet eine hohe Beständigkeit gegen Abbau. Die hydrophile Phosphatgruppe schließlich ist verantwortlich für die saure Demineralisation, die chemische Bindung mit Calcium in Hydroxylapatit und die Bindung mit Zirkonoxid (und Metall).

Bindungsverhalten

Zahlreiche In-vitro-Studien wurden unternommen, um die Bindungseigenschaften von 10-MDP im Zusammenhang mit direkten und indirekten Restaurationsmethoden zu untersuchen. Unabhängig davon, ob eine Kavität mit Komposit gefüllt oder eine indirekte Restauration befestigt wird, muss eine starke und dauerhafte Bindung an die Zahnsubstanz erreicht werden.


Chemische Struktur des klebenden Monomers 10-Methacryloyloxidecyldihydrogenphosphat (MDP).

 
Das kritische Substrat in diesem Zusammenhang ist das Dentin, während die Haftung am Zahnschmelz weniger schwierig ist. Deshalb ist es so wichtig, dass (selbstätzende) Adäsive, die 10-MDP enthalten, eine außergewöhnlich hohe Haftfestigkeit an der Zahnstruktur, insbesondere am Dentin, aufweisen. Tatsächlich sorgt 10-MDP durch die Bildung einer säure- und basenbeständigen Zone an der Grenzfläche für eine hohe langfristige Haftfestigkeit. Das bedeutet, dass eine hervorragende Langzeitleistung zu erwarten ist. Glücklicherweise wurde die hervorragende klinische Langzeitleistung von Produkten, die das MDP-Monomer enthalten, bereits bestätigt: Eine Gruppe der Universität Leuven (Belgien) präsentierte 2015 hervorragende Ergebnisse einer 13-jährigen klinischen Studie unter Verwendung von CLEARFIL™ SE Bond.

Beim Verkleben indirekter Zirkoniumoxid-Restaurationen sollte die Oberfläche der Keramik durch Sandstrahlen vergrößert werden. Bei der empfohlenen Vorbehandlung ist die Haftung an Zirkonoxid bei Verwendung von MDP-basierten Befestigungskompositen tendenziell besonders hoch. Experten der adhäsiven Zahnheilkunde empfehlen daher die Verwendung von MDP-haltigen Primern oder Befestigungskompositen für Zirkonoxidrestaurationen, insbesondere für solche mit nicht oder wenig retentiver Präparation. Die gute Wirksamkeit von 10-MDP-haltigen Produkten in diesem Zusammenhang wurde in verschiedenen klinischen Studien mit Beobachtungszeiträumen von bis zu 10 Jahren bestätigt. Die in diesen Studien verwendeten Produkte waren PANAVIA™ 21, PANAVIA™ F2.0 und die neueste Version des Mehrkomponenten-Befestigungssystems von Kuraray Noritake Dental, PANAVIA™ V5, die am besten funktionierten.

MDP ist nicht gleich MDP

Seitdem das Grundpatent für MDP abgelaufen ist, haben andere Hersteller begonnen, die funktionellen Monomere in ihre eigenen Produkte zu integrieren. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es Unterschiede in der Reinheit der synthetisierten und verwendeten MDP-Monomere gibt und dass sich diese Unterschiede auf die langfristige Bindungsleistung der MDP-haltigen Produkte auswirken. In-vitro-Testergebnisse zeigen, dass das von Kuraray Noritake Dental synthetisierte Original-MDP-Monomer einen unübertroffenen Reinheitsgrad aufweist. Diese Reinheit hat einen positiven Einfluss auf die Mikrostruktur und die Dicke der Hybridschicht, die sich auf dem Dentin bildet, auf die Intensität der Nanoschicht und auf die Bindungsstärke, die sofort und nach künstlicher Alterung gemessen wird.

Fazit

Die zusammengefassten Daten zeigen, dass das Original-MDP-Monomer von Kuraray Noritake Dental nach 40 Jahren klinischer Anwendung immer noch eine Klasse für sich ist. Es besitzt alle Eigenschaften, die für eine starke und dauerhafte Bindung an die Zahnstruktur, das Befestigungskomposit und die Metalloxide erforderlich sind, und ist daher ein wertvoller Bestandteil in praktisch jedem Komposit. Um eine hohe Bindungsqualität zu gewährleisten, kann es jedoch besser sein, ein MDP-Monomer mit nachgewiesener hoher Reinheit zu verwenden - das Original-MDP-Monomer.

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