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In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der geltenden Gesetzgebung erkläre ich daher in eigener Verantwortung, dass ich auf dem Gebiet der Zahnmedizin und/oder Zahntechnik fachlich geschult und daher berechtigt bin, die Inhalte dieser Website einzusehen.

Kompositrestauration

Wie poliert man eine Kompositrestauration im Molarenbereich?

Von Dr. Aleksandra Łyżwińska, Warschau, Polen.

Beim Polieren einer Kompositrestauration ist es das Ziel jedes Zahnarztes, einen hohen Glanz zu erzielen, ohne die frisch modellierte Kaufläche zu beschädigen. Tipps für den Weg dahin: Verwenden Sie hochwertige Poliergummis. Der Plural ist kein Zufall (Abb. 1). Einzelne Polierer sind meiner Meinung nach nicht in der Lage, einen einwandfreien Glanz sicher zu erzielen. Seien Sie geduldig und schonend. Polieren braucht Zeit und Fingerspitzengefühl.
 

Abb. 1

Unmittelbar nach der Polymerisation wird das Komposit mit einer Sauerstoffinhibitionsschicht überzogen (Abb. 2). Diese Schicht muss unbedingt mit einer Bürste und Polierpaste oder einem prophylaktischen Sandstrahlgerät entfernt werden. Im nächsten Schritt wird das überschüssige Komposit mit Schleifscheiben, Bürsten und harten Poliergummis entfernt.



Abb. 2

Beim Polieren ohne Wasserkühlung bröckelt der Gummi vom Komposit ab (Abb. 3). Diese Fragmente können mit einer feinen Nylonbürste auf der Restaurationsoberfläche verteilt werden. Auf diese Weise können alle Risse und Vertiefungen poliert werden (Abb. 4).

 

Abb. 3

 


Abb. 4

Der Schlüssel zu dauerhaftem Glanz liegt in der graduellen Politur. Jetzt ist es an der Zeit, den dunkelblauen TWIST DIA für Komposite zu verwenden (abrasiver als der hellblaue Polierer) (Abb. 5). Nicht vergessen, einen leichten Druck auszuüben und die Drehzahl von 8000 U/min nicht zu überschreiten. Auf diese Weise erhalten Sie feine Partikel ohne Überhitzungsgefahr. Die Partikel werden wieder über die gesamte Oberfläche verteilt. Je feiner die Borsten sind, desto besser ist die Polierwirkung in den Rillen (Abb. 6).

 

Abb. 5

 

Abb. 6

Im nächsten Schritt wird mit dem hellblauen TWIST DIA für Komposite ein spiegelähnlicher Glanz erzielt (Abb. 7). Unter den Partikeln entsteht ein schöner Glanz. Eine Alternative zu dünnen Nylonbürsten sind Bürsten aus natürlichem Ziegenhaar (Abb. 8).

 

Abb. 7

 

Abb. 8

Die Politur ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern vor allem der Funktion. Auf einer polierten Kompositoberfläche haftet der bakterielle Biofilm deutlich weniger als auf einer rauen Oberfläche (Abb. 9). Mein Rezept für eine spiegelähnliche Hochglanzpolitur: hochwertige Diamantgummispitzen mit Abstufung, die über einen längeren Zeitraum sensibel eingesetzt werden (Abb. 10).

 

Abb. 9

 

Abb. 10

 


DR. ALEKSANDRA ŁYŻWIŃSKA
Warsaw, Poland

Łyżwińska ist Zahnärztin für restaurative Zahnheilkunde. Sie schloss ihr Studium 2017 an der Medizinischen Universität Warschau ab, wo sie als Assistenzprofessorin an der Abteilung für konservierende Zahnheilkunde und Endodontie tätig war. Ihr Schwerpunkt liegt auf modernen Klebetechniken, Kompositen und Biomaterialien.

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Verklebung von Abutments auf Ti-Basis

Mit PANAVIA™ SA Cement Universal

Die Anwendung von PANAVIA™ SA Cement Universal mit seiner innovativen Dual-Monomer-Technologie ermöglicht eine vereinfachte Verklebung sämtlicher Restaurationen auf Implantat-Abutments, ganz ohne separate Primer oder Silane. Unabhängige Studien belegen, dass diese Dual-Monomer-Technologie weder die Haftung noch die Haltbarkeit auf glasbasierten Keramiken oder Zirkonoxid beeinträchtigt. In dieser Fallstudie wird die Technik speziell für Ti-Base-Implantate eingesetzt. Die grundlegenden Verfahren zur Behandlung von Abutment und Restauration können jedoch universell auf jede Kombination von Implantatversorgungen angewendet werden.

Behandlung von Titanaufbauten

Abb. 1: Nach dem Befestigen des Abutments auf dem Implantatanalog

Abb. 2: Die Basis des Abutments sollte mit ausblockbarem Kunststoff geschützt werden.

Abb. 3: Abstrahlen des Titanabutments mit Aluminiumoxidpulver (30 - 50 μm) bei einem Druck von 2,2 bar.

Abb. 4: Reinigung der Klebefläche mit KATANA™ Cleaner (10 Sekunden einreiben, anschließend abspülen und trocknen).

 

KATANA™ Cleaner ist ein vielseitiger Universalreiniger, der sich ideal zur Reinigung von Metall-, Zirkoniumdioxid- und Glasrestaurationen eignet. Zudem fungiert er als intraoraler Reiniger und kann auf Dentin und Schmelz angewendet werden.

Referenz-Indexierung zur Sicherstellung der Exakten Passung 

Abb. 1: Markierung der Indexposition auf dem Implantatanalog.

Abb. 2: Markieren der Indexposition (Kerbe) auf der Krone.

 

Vorbereitung der Restauration und Verkleben mit dem Abutment

Abb. 1: Bei Lithiumdisilikat sollten die Innenflächen der Krone 20 Sekunden lang mit 5 %iger HF-Ätzung behandelt, anschließend abgespült und getrocknet werden. Bei Zirkonoxid erfolgt das Abstrahlen mit Luft bei einem Druck von 1 bis 4 bar.

Abb. 2: PANAVIA™ SA Cement Universal (White Shade) auf das vorbereitete und gereinigte Abutment injizieren.

Abb. 3: Indexpunkte ausrichten und die Krone auf das Abutment setzen.

Abb. 4: Krone und Abutment zusammenführen und leicht anziehen.

Abb. 5: Tack-Cure Clean-Up: Überschüssiges Befestigungsmaterial 2 bis 5 Sekunden lang mit Licht aushärten (die genaue Zeit hängt von der Lichtleistung und dem Abstand ab).

Abb. 6: Entfernen von überschüssigem Befestigungsmaterial. PANAVIA™ SA Cement Universal ist leicht zu entfernen.

Abb. 7: Restliches Komposite mit Gaze abwischen.

Abb. 8: Indexmarkierung mit Alkohol und Gaze entfernen.

Abb. 9: Reinigung und Politur der Restauration vor dem Einsetzen. Oberflächen, die mit Weichgewebe in Kontakt kommen, sollten poliert werden.

 

Zahnarzt

Zahnarzt Greg Campbell DDS, Long Beach, CA USA

Dr. Greg Campbell, DDS, ist international anerkannt für seine Expertise in der Integration von CAD/CAM-Zahnmedizin in Zahnarztpraxen und wird regelmäßig von Branchenführern eingeladen, um über digitale Zahnmedizin zu referieren. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse in digitaler Technologie und bildet andere Zahnärzte im Umgang damit aus; zudem ist er zertifizierter Advanced CEREC Trainer. Als ehemaliger Beta-Tester für Sirona Dental hat Dr. Campbell zwei Bücher über CAD/CAM-Zahnmedizin veröffentlicht und mehrere Poliersets für Keramik entwickelt. Seine Schulungen und klinischen Anwendungen im Bereich fortschrittlicher Haftmaterialien erstrecken sich über mehr als acht Jahre. Zudem war er Alpha- und Beta-Tester für KATANA™ STML.

Dr. Campbell hat die University of Southern California School of Dentistry absolviert und eine Weiterbildung in kosmetischer Zahnmedizin an der UCLA abgeschlossen. Er betreibt eine Privatpraxis in Long Beach, Kalifornien.

Universalbonding

Universalbonding im Rahmen verschiedener Reparaturverfahren

Bei der Arbeit mit Komposit ist es einer der wichtigsten Aspekte, die Mechanismen der Haftung zu verstehen. Die Wahl des richtigen Komposits ist eine Sache, aber die Wahl eines geeigneten Haftsystems und dessen korrekte Anwendung ist ein ebenso wichtiger Aspekt, der die langfristige Leistung einer direkten Restauration beeinflusst.

Es gibt viele Bonding-Produkte auf dem Markt – Zwei-Flaschen-Systeme (Primer und Bond), aber auch Ein-Flaschen-Systeme. Für jeden, der versucht, das ideale Adhäsiv für einen bestimmten klinischen Fall auszuwählen, kann die schiere Anzahl der verfügbaren Produkte eine Herausforderung darstellen. Die Versuchung, sie alle auf leicht unterschiedliche Weise zu verwenden, birgt das Potenzial, Fehler zu verursachen. In meiner Zahnarztpraxis setze ich mich für eine Vereinfachung der Verfahren ein.

Ich habe mich auf die Suche nach einem Bondingsystem gemacht, das ein Gefühl der Sicherheit in Bezug auf die Haftung, aber auch eine einfache Anwendung in verschiedenen klinischen Situationen bietet. Ich habe mich für einen Haftvermittler der 8. Generation mit den gewünschten Merkmalen entschieden – CLEARFIL™ Universal Bond Quick (Kuraray Noritake Dental Inc.). Das Universaladhäsiv aus einer einzigen Flasche ist ideal für eine Vielzahl von Bondings in der Zahnarztpraxis.

 

BEEINDRUCKENDE MERKMALE

CLEARFIL™ Universal Bond Quick kann sowohl in der Total-Etch- als auch in der selektiven Schmelzätztechnik in Kombination mit einem Ätzgel wie K-ETCHANT Syringe (Kuraray Noritake Dental Inc.) verwendet werden. Es ist ein selbstätzendes Adhäsiv. In Kombination mit dem dualhärtenden Aufbaumaterial CLEARFIL™ DC CORE PLUS oder dem dualhärtenden Universalkunststoff PANAVIA™ SA Cement Universal (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) ist es auch eine ideale Wahl für die Anwendung im Wurzelkanal und für das Befestigen von Inlays oder Kronen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Restaurationsmaterialien – von Metall bis Zirkonoxid oder Lithiumdisilikat. Effiziente klinische Abläufe werden durch die integrierte Rapid-Bond -Technologie unterstützt, die ein aufwendiges Einreiben oder Warten auf das Eindringen des Adhäsivs in das Substrat und das Verdampfen des Lösungsmittels überflüssig macht. Zu den Schlüsselkomponenten dieser Technologie gehören hydrophile Amidmonomere, die es der Adhäsivlösung ermöglichen, schnell in feuchtes Dentin einzudringen und gleichzeitig eine hohe Aushärtungsfähigkeit zu haben. Darüber hinaus ist das ursprüngliche MDP-Monomer in der Formulierung enthalten, das zusammen mit den Amidmonomeren für eine hohe Haftfestigkeit an Schmelz und Dentin sorgt – erreichbar in einem einfachen Verfahren aus Applikation, Lufttrocknung und Lichthärtung.

Die beschriebenen Eigenschaften machen CLEARFIL™ Universal Bond Quick zu einer der vielseitigsten und am einfachsten anzuwendenden adhäsiven Bonding-Lösungen in der Zahnarztpraxis. Die Sensibilität der Technik ist gering, da das Dreischritt-Verfahren immer gleich ist. Die folgenden Fallbeispiele veranschaulichen die Anwendung im Rahmen verschiedener Reparaturverfahren.

REPARATUR VON KOMPOSIT-RESTAURATIONEN
Einer der größten Vorteile der Verwendung von Komposit als Restaurationsmaterial liegt in der Tatsache, dass es jederzeit modifiziert und repariert werden kann. Egal, ob eine Luftblase an der Oberfläche entdeckt wird, die Farbe angepasst werden muss, eine Fraktur auftritt oder Materialien aufgrund von Abnutzung ergänzt werden müssen – eine Änderung oder Reparatur ist leicht möglich, ohne dass zusätzlich gesunde Zahnsubstanz geopfert werden muss. Wenn ein Silikonindex für die Erstbehandlung hergestellt wurde, dieser noch verfügbar ist und der Anwender weiß, welches Komposit für die ursprüngliche Restauration verwendet wurde, kann die fließfähige Injektionstechnik als einfache und effiziente Methode zur Reparatur einer Restauration gewählt werden. Das empfohlene Protokoll ist jedoch je nach Zustand der Restaurationsoberfläche leicht unterschiedlich.

 

FALLBEISPIEL 1: SOFORTREPARATUR

Wenn eine Restauration beschädigt wurde oder bei der Injektion eines fließfähigen Komposits eine Luftblase entstanden ist, ist das Verfahren etwas anders. In diesem Fall ist die Sauerstoffinhibitionsschicht in der Regel noch auf der Oberfläche der Restauration vorhanden. Daher ist es möglich, einfach eine zusätzliche Portion Komposit aufzutragen (Abb. 1a bis 1d). Auch nach einer Kontamination der Kompositoberfläche mit Wasser, Speichel oder Blut ist diese Maßnahme möglich. Die Oberfläche muss lediglich gründlich abgespült und getrocknet werden, bevor die neue Portion Komposit aufgetragen wird. Für maximale Sicherheit kann auch ein Universaladhäsiv verwendet werden.

Abbildung 1a: Reparatur für Defekte innerhalb einer Kompositrestauration, wenn die Sauerstoffinhibitionsschicht noch nicht entfernt wurde: Luftblase im interproximalen Bereich entdeckt.

Abbildung 1b: Aufbringen einer neuen Portion Komposit nach Spülung und Trocknung. Die angrenzende Oberfläche ist mit PTFE-Band geschützt.

Abbildung 1c: Repositionierter Silikonindex, um der Restauration die ursprünglich geplante Form zu geben.

Abbildung 1d: Endgültige Restauration.

 

FALLBEISPIEL 2: REPARATURVERFAHREN NACH DEM POLIEREN

Wird ein ähnlicher Defekt beim Ausarbeiten und Polieren festgestellt, d. h. wenn die Sauerstoffinhibitionsschicht bereits entfernt wurde (Abb. 2), ist ein Aufrauen der Oberfläche unbedingt erforderlich. Mit einer abgeschrägten Präparation des Bereichs mit der Luftblase werden optimale Voraussetzungen für eine weitere Kompositschicht geschaffen, die sich gut an das umgebende Material anpasst (Abb. 3). Nach dem Abschrägen muss die Oberfläche abgestrahlt und entweder mit KATANA™ Cleaner (Kuraray Noritake Dental Inc.) (Abb. 4a) oder mit 37%iger Orthophosphorsäure (Abb. 4b) gereinigt werden. Nach gründlichem Abspülen und Trocknen kann eine zusätzliche Portion Komposit auf die Oberfläche aufgetragen werden (Abb. 5a bis 5c). Da es sich um einen kleinen Defekt handelt, kann das Komposit anstelle der Injektion aufgetragen und der Silikonindex anschließend neu positioniert werden.

Abbildung 2: Defekt auf der Oberfläche, die bei der Endbearbeitung entdeckt wurde.

Abbildung 3: Entfernter Hohlraum und abgeschrägter Bereich um den Defekt.

Abbildung 4a: Option 1: Reinigung der Oberfläche mit KATANA™ Cleaner.

Abbildung 4b: Option 2: Ätzen mit K-ETCHANT-Spritze.

Abbildung 5a: Anwendung des Komposits (CLEARFIL MAJESTY™ ES Flow Low).

Abbildung 5b: Neupositionierung des ursprünglichen Silikonindexes, um die gewünschte Form zu erhalten.

Abbildung 5c: Endgültige Restauration mit einem schönen Blend-in der verschiedenen Schichten des Komposits.

 

FALLBEISPIEL 3: REPARATURVERFAHREN NACH ZWEI ODER MEHR WOCHEN

Bei beschädigten Restaurationen, die länger als zwei Wochen in situ war, muss eine ideale Komposit-Komposit-Grenzfläche durch Aufrauen der Oberfläche geschaffen werden. Ein Beispiel ist in Abbildung 6 dargestellt. Der wichtigste Schritt, der den Erfolg des Verfahrens beeinflusst, ist die richtige Vorbereitung der Kompositoberfläche. Um die Grundlage für einen starken Verbund zwischen dem neuen und dem alten Komposit sowie für ein ästhetisches Ergebnis zu schaffen, muss eine Abschrägung vorgenommen werden (Abb. 7a und 7b), die einen reibungslosen Übergang zwischen den beiden Schichten ermöglicht. Ist die Abschrägung fertiggestellt, sollte die Oberfläche mit Aluminiumoxidpartikeln der Größe 27 μm abgestrahlt werden (Abb. 8). Die folgenden empfohlenen Schritte sind das Ätzen des Komposits mit 37 %iger Orthophosphorsäure (Abb. 9) und schließlich das Auftragen von CLEARFIL™ Universal Bond Quick (Abb. 10). Da das Universaladhäsiv einen Silan-Haftvermittler enthält, ist ein separater Silanauftrag nicht notwendig. Stattdessen kann die neue Kompositschicht sofort appliziert werden, z. B. mit der fließfähigen Injektionstechnik mit einer bestehenden Matrix (Abb. 11).

Abbildung 6: Frakturierte Frontzahn-Kompositrestauration mit umfangreicher Reparatur – das verbleibende Komposit ist hinsichtlich Farbe und Form in einem hervorragenden Zustand.

Abbildung 7a: Vorbereitung mit speziellen Instrumenten.

Abbildung 7b: Ideale Fase, die für eine starke Verbindung und eine großartige optische Einbindung sorgt.

Abbildung 8: Sandstrahlen der Oberfläche.

Abbildung 9: Ätzen mit Phosphorsäure.

Abbildung 10: Auftragen des Universal-Haftvermittlers.

Abbildung 11: Mit der fließfähigen Injektionstechnik aufgebrachter Verbundstoff.

Abbildung 12: Behandlungsergebnis.

 

SCHLUSSFOLGERUNG

Die drei beschriebenen Reparaturprotokolle sind einfach und funktionieren gut  – vorausgesetzt, es wird eine starke Verbindung an der Verbundwerkstoff-Grenzfläche hergestellt. Die Art und Weise, wie sie hergestellt wird, kann leicht unterschiedlich sein, je nachdem, ob die Sauerstoffinhibitionsschicht noch vorhanden ist oder bereits entfernt wurde. Bei der Verwendung eines Universalbondings wie CLEARFIL™ Universal Bond Quick wird das Verfahren durch den Wegfall von Schritten wie dem separaten Auftragen von Silan vereinfacht.

 

Dr. Michał Jaczewski

Michał Jaczewski schloss 2006 sein Studium an der Medizinischen Universität Breslau ab und betreibt heute eine Privatpraxis in der polnischen Stadt Legnica. Er ist auf minimalinvasive Zahnmedizin und digitale Zahnheilkunde spezialisiert und ist der Gründer der Biofunctional School of Occlusion. Hier hält er Vorträge und veranstaltet Workshops mit Schwerpunkt auf umfassende Patientenbehandlungen.

Universal Dark

Universal Dark: Für natürliche Ergebnisse bei dunkleren Zähnen

Abrasion und Formkorrektur waren auch für diese 58-jährige Patientin der Hauptgrund, eine kosmetische Zahnbehandlung anzufordern. Sie war mit dem Aussehen der Frontzähne im Oberkiefer unzufrieden, die Anzeichen von Zahnverschleiß und Verfärbungen zeigten. Der gewählte Behandlungsansatz war eine Kompositrestauration mit CLEARFIL MAJESTY™ ES-2 Universal in der Farbe UD. Die Farbe wurde basierend auf der Indikation und der etwas dunkleren Farbe der natürlichen Zähne der Patientin ausgewählt.

 


Abb. 1 Klinische Ausgangssituation.

 

Abb. 2 Behandlungsergebnis.

Gründe für die Wahl von Universal Dark:

  • Für ältere Patienten (Zahnfarben A3 und dunkler)
  • Situationen, in denen Licht leicht durch das Komposit dringt (z. B. Klasse III, Klasse IV)

Eigenschaften von Universal Dark:

  • Hohe Lichtstreuwirkung
  • Ausgewogene Transluzenz

 

Über den Autor

Dr. Jusuf Lukarcanin ist ein zertifizierter Zahntechniker (DCT) und Doktor der Zahnmedizin (DDS). Er studierte Zahnmedizin an der Ege-Universität, Fakultät für Zahnmedizin, in Izmir, Türkei, wo er 2011 einen Master-Abschluss erwarb. 2017 promovierte er im Fachbereich Restaurative Zahnheilkunde an derselben Universität. Zwischen 2012 und 2019 war Dr. Lukarcanin leitender Arzt und Geschäftsführer einer privaten Klinik in Izmir.

Von 2019 bis 2020 arbeitete er als Spezialist für Restaurative Zahnheilkunde am Tinaztepe GALEN Krankenhaus, und von 2020 bis 2022 war er am MEDICANA International Hospital Izmir als Spezialist für Restaurative Zahnheilkunde tätig. Derzeit ist er Inhaber einer privaten Klinik für Ästhetik und Kosmetik in Izmir.

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Die Kunst, das Lächeln wiederherzustellen

Herausforderung beim einzelnen Frontzahn

Ein Fallbericht von Vasilis Vasiliou

 

Die Wiederherstellung eines einzelnen mittleren Frontzahnes ist möglicherweise die größte Herausforderung, der sich ein Zahntechniker in seiner täglichen Arbeit stellen kann. Vor allem bei jungen Patienten ist es wichtig, ihr Lächeln in seiner ursprünglichen Schönheit wiederherzustellen. Eine Restauration, die als solche wahrgenommen wird, kann sich auch langfristig negativ auf das Selbstvertrauen des Patienten und die Lebensqualität auswirken.

Eine Geschichte von Freude und Verzweiflung

So wie Ioanna, ein 14-jähriges Mädchen, das verzweifelt in der Zahnarztpraxis erschien. In den Stunden zuvor schwebte sie noch auf Wolke sieben: Ihre Lieblingsband trat zum ersten Mal in Zypern auf und sie hatte es geschafft, für sich und ihre beste Freundin Karten zu kaufen. Aufgeregt waren sie zum Konzert gekommen, die Band begann zu spielen und die Menge tanzte zur Musik. Sie hatte das Gefühl, dass dies der beste Tag ihres Lebens werden würde. Als die Band ihr Lieblingslied spielte, waren die Leute außer sich und sprangen vor Begeisterung auf und ab. Zwischen all dem ausgelassenen Tanzen und Lachen wurde Ioanna plötzlich von einem starken Stoß getroffen. Sie stürzte und schlug mit dem Gesicht auf etwas Hartes auf – eine Sitzfläche vor ihr. Der Schmerz ließ die Zeit stillstehen und es dauerte einige Sekunden, bis sie begriff, was geschehen war: Als sie Blut in ihrem Mund schmeckte, untersuchte sie ihre Zähne mit der Zunge und stellte fest, dass einer ihrer mittleren Schneidezähne abgebrochen war.

Beeinträchtigung der Lebensqualität

Dies ist eine der vielen rührenden Geschichten, die wir jeden Tag hören. Ein Sturz bei einem Konzert, ein Schubser bei einer Geburtstagsfeier, ein Autounfall: Es gibt viele Vorfälle, die ein Lächeln zerstören können. Wenn man den betroffenen Patienten und ihren Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, wird einem klar, wie stark einige von ihnen davon betroffen sind: Sie halten sich den Mund zu, wenn sie lachen, oder halten ihr Lächeln zurück.

Jeder Zahntechniker, der sich für die bestmögliche Wiederherstellung des verlorenen Lächelns einsetzt, ist sich wahrscheinlich bewusst, welche Auswirkungen seine Arbeit haben kann und welche Verantwortung sie mit sich bringt: Ein schönes Ergebnis stellt nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen wieder her, lässt sie wieder fröhlich lachen, sich bequem ausdrücken und einfach die soziale Interaktion wieder genießen (Abb. 1 bis 5). Sich dieser Rolle bewusst zu sein, sollte die Motivation eines jeden Technikers sein, von Tag zu Tag besser zu werden. Entwickeln Sie sich für diese Momente, in denen unsere Arbeit unseren Patienten Freude bereitet.

 


Abb. 1: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht eins.

 


Abb. 2: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht zwei.

 


Abb. 3: Schema der Schichtung für die Restauration des frakturierten zentralen Schneidezahns in drei Schichten: Schicht drei. Nach dem ersten Brand wurden kleine Details eingearbeitet, dann folgte ein zweiter Brand. Schließlich wurde die Restauration mit CERABIEN™ ZR FC Paste Stain and Glaze fertiggestellt.

 


Abb. 4: Das Ergebnis der Behandlung, die nicht nur das Lächeln, sondern auch das Selbstvertrauen des jungen Mädchens wiederherstellen konnte.

 


Abb. 5: Unmittelbar nach dem Einsetzen der Restauration ist diese kaum noch zu erkennen, lediglich das Weichgewebe benötigt einige Zeit zur Erholung.

 

Zu berücksichtigende Aspekte

Aber wie kann man einzelne zentrale Schneidezähne am besten restaurieren? Der Erfolg dieser Art von Restauration liegt in der Form verborgen, die der schwierigste Teil ist. Die Schaffung einer natürlichen Morphologie ist mehr als die halbe Miete, der andere wichtige Teil ist die Farbe. Der Schlüssel zur Reproduktion der Farbe liegt im Verständnis der Funktionsweise der verwendeten Keramik: Lichtreflexion, Absorption, Transluzenz und Opaleszenz, Wert und charakteristische Details. Je mehr Erfahrung Zahntechniker sammeln und die optischen Eigenschaften von Zähnen und Keramiken verstehen, desto besser werden die Ergebnisse. Gute Unterstützung bietet die Kamera, ein Makroobjektiv und ein Doppelblitz, mit denen die intraorale Situation erfasst und analysiert werden kann. Für eine erste Analyse und ein erstes Verständnis von Form und Farbe sehe ich die Patienten gerne in meinem Dentallabor. Das „Erfühlen“ der Farbe hilft dabei, ein möglichst realistisches Bild von dem zu entwickeln, was geschaffen werden soll. Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des entwickelten Plans ist die Verwendung von zuverlässigen, leicht zu handhabenden Materialien – in meinem Fall KATANA™ Zirkonoxid und CERABIEN™ ZR Keramik (beide Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Mögliche Schritte

Bei der Herstellung einer Frontzahnrestauration - wie in den Abbildungen 6 bis 14 dargestellt - muss man sich zunächst auf den richtigen Farbwert des Zahnes konzentrieren. Sobald das Gerüst oder die Basis im richtigen Wert hergestellt ist, muss das Gesehene klassifiziert werden. Zeigt der Nachbarzahn Mamelons, Spuren von Blau oder Orange? Diese Merkmale müssen einfach beobachtet und kopiert werden.

Es ist nicht nötig, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Die Kunst besteht darin, den vorhandenen Platz sinnvoll zu nutzen. Wenn viel Platz für Porzellan vorhanden ist, kann es schwierig sein, den Wert des Gerüsts zu erhalten und ein graues Aussehen zu vermeiden. Abhängig von der Stumpffarbe, dem Alter des Patienten, der natürlichen Oberflächenbeschaffenheit und dem zur Verfügung stehenden Platz kann ein geeigneter Schichtaufbau und eine geeignete Verblendtechnik gewählt werden.

 


Abb. 6: Ersatz einer Frontzahnkrone: Präparierter Zahn mit starker Verfärbung. Der benachbarte Schneidezahn hat eine besondere Form und eine lebhafte innere Farbstruktur.

 


Abb. 7: Gerüst aus KATANA™ Zirconia YML in der Farbe A3. Da die Zielfarbe A3,5 war, wurde ein opakes Material in einer etwas helleren Farbe gewählt, um den gewünschten Maskierungseffekt zu erzielen.

 


Abb. 8: Schichtverfahren bei einem Brand: Auftrag von CERABIEN™ZR Opacious Body, ...

 


Abb. 9: ... Cervical Body, ...

 


Abb. 10: ... Body und Transitional Body.

 


Abb. 11: Inzisales Cut-back ...

 


Abb. 12: ... und Erstellung der Mamelonstruktur.

 


Abb. 13: Anwendung von Aqua Blue 1 ...

 


Abb. 14: ... gefolgt von T Blue ...

 


Abb. 15: ... und Lustermassen.

 


Abb. 16: Mit Body erzeugter Halo-Effekt.

 


Abb. 17: Ergebnis der Behandlung. (Nach einem ersten Brand, gefolgt von kleineren Korrekturen, einem zweiten Brand, einer Oberflächenstrukturierung und einer Glasur mit Cerabien™ ZR FC Paste Stain Clear Glaze).

 

Schlussfolgerung

Die Herstellung eines einzelnen Frontzahns bringt uns aus unserer Komfortzone heraus. Wenn wir aufmerksam sind, die Nachbarzähne betrachten und Materialien verwenden, die wir wirklich verstehen, können wir die Erwartungen unserer Patienten erfüllen oder sogar übertreffen. Spezielle Hilfsmittel wie Kameras und Erfahrung mit den verwendeten Materialien helfen uns zwar, vorhersagbare Ergebnisse zu erzielen, aber mein wichtigstes Credo lautet: "Wenn du willst, dass sich die Dinge um dich herum ändern, musst du zuerst dich selbst ändern.“ Für eine kontinuierliche Verbesserung ist es daher notwendig, sich auf das berufliche Wachstum und den Fortschritt zu konzentrieren. Mit den richtigen Mentoren, die uns in die Geheimnisse der Schichttechnik einweihen und uns inspirieren sowie motivieren, wird es einfacher, das Lächeln und das Selbstvertrauen unserer Patienten wiederherzustellen, wenn sie uns brauchen.

 

Über den Autor

Vasilis Vasiliou wurde in Nikosia, Zypern, geboren und machte 2004 seinen Abschluss an der Fachschule für Zahntechniker in Athen. Er bildete sich weiter, indem er mehrere Fortbildungsseminare unter der Leitung von Mentoren und Experten auf diesem Gebiet wie Ilias Psarris und Nondas Vlachopoulos besuchte.

Im Laufe seiner Karriere hat Vasilis bedeutende Beiträge für die zahnmedizinische Gemeinschaft geleistet, darunter Vorträge auf verschiedenen Konferenzen in Griechenland und die Veröffentlichung von Artikeln in griechischen Dentalmagazinen.

Seit 2020 ist er ein wichtiger Meinungsbildner für die MPF Brush Company und seit 2022 ein HASS-Botschafter. Seit 2019 ist Vasilis ein aktives Mitglied des Internationalen Teams für Implantologie (ITI). Zusammen mit seinem Vater betreibt Vasilis ein erfolgreiches Dentallabor in Nikosia, das auf Vollkeramik- und Implantatversorgungen spezialisiert ist. Seine umfassende Erfahrung und sein Engagement für hervorragende Leistungen haben ihn zu einem angesehenen Fachmann auf seinem Gebiet gemacht.

 

 

Danksagung

Besonderer Dank gilt den Zahnärzten, die die oben vorgestellten Patienten behandelt haben – Andreas Skyllouriotis DDS, MSD, chirurgisch ausgebildeter Prothetiker, und Theo Odysseos, DDS, Diplomate, American Board of Oral Implantology / Implant Dentistry.

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

Frontzahnkronen auf natürlichen Zähnen und einem Implantat

von Martin Laurik, MDT 

Es gibt so viele verschiedene Restaurationsmaterialien und so viele Design- und Finishing-Konzepte, dass es oft schwierig erscheint, die beste Option für einen bestimmten Fall auszuwählen. Die Verwendung eines Allrounders wie KATANA™ Zirconia YML (Kuraray Noritake) kann die Entscheidungsfindung erleichtern: Das Zirkonoxid eignet sich für ein- bis mehrgliedrige Restaurationen, funktioniert auf Zähnen und Implantaten gleichermaßen und lässt sich durch die Wahl eines geeigneten Designkonzepts und einer adäquaten Verarbeitungstechnik an individuelle Bedürfnisse anpassen. Auf diese Weise können auch ästhetisch anspruchsvolle Fälle wie der unten abgebildete gelöst werden.

Ausgangssituation und provisorische Versorgung 

Die Patientin sollte nach dem Verlust ihres rechten mittleren Frontzahnes und der Insertion eines Implantats prothetisch versorgt werden. Die bestehenden Restaurationen an den drei Nachbarzähnen waren ebenfalls zu ersetzen. Daher fiel die Entscheidung, alle vier Kronen aus dem gleichen Material – KATANA™ Zirconia YML – herzustellen. Zur ästhetischen Beurteilung von Länge, Angulation und Form der Restaurationen im Mund und zur funktionellen Erprobung wurden die Kronen monolithisch digital konstruiert und aus PMMA in der definierten Zahnfarbe A2 gefräst (Abb. 1).

Abb. 1    Vollkonturierte PMMA-Kronen auf dem Meistermodell

Herstellen der Zirkonoxidkronen 

Nachdem die Ästhetik und die funktionellen Aspekte der provisorischen Versorgung von der Patientin und dem prothetischen Arbeitsteam bestätigt worden waren, wurden die definitiven Kronen hergestellt. Die Konstruktion basierte auf dem vollanatomischen Design der Provisorien, jedoch wurde eine faziale Reduktion von 0,6 mm durch die Software vorgenommen, um Platz für die Individualisierung mit einer kleinen Schicht Verblendkeramik zu schaffen. Die Kronen wurden aus einer KATANA™ Zirconia YML-Scheibe in der Farbe A1 gefräst – etwa eine Nuance heller als die ermittelte Zahnfarbe. Um die ungleichmäßige Farbe der Zahnstümpfe und des Implantataufbaus zu maskieren, wurde die Implantatkrone von innen – vor dem Sintern – mit Effektflüssigkeiten (Esthetic Colorant) in der Farbe Opaque behandelt. Auch einige individuelle und intensivierte Farbeffekte auf der vestibulären Oberfläche wurden mit Esthetic Colorant erzeugt.

Ästhetische Finalisierung 

Um das Chroma und den Helligkeitswert leicht anzupassen, wurde eine erste Schicht CERABIEN™ ZR Internal Stains auf die Kronen aufgetragen und ein Wash-Brand durchgeführt. Nach dem Auftrag der CERABIEN™ ZR-Massen (Body, Enamel und Translucent) und dem ersten Brand (Abb. 2) folgte die Internal Stains-Technik. Die mittleren Schneidezähne erhielten eine Schicht A1B für die interne Bemalung, die lateralen Schneidezähne eine Mischung aus A1B und A2B (etwas dunkler, um eine bessere Übereinstimmung mit den Eckzähnen zu erzielen) mit LT1, LT Natural zur Vervollständigung des Bildes (Abb. 3). Die abschließende Schicht CERABIEN™ ZR-Glaze (LT1, ELT2 auf den konvexen Linienwinkeln, um eine externe Reflexion zu erzielen) wurde in einem weiteren Brand fixiert (Abb. 4).

Nach der Korrektur und Grobpolitur ist ein Glanzbrand gewählt worden (Brenntemperatur 915 °C, Haltezeit 5 Sekunden). Auf die hochglanzpolierten inzisalen und palatinalen Anteile der Kronen sowie zur Anpassung der Kontaktpunkte wurde CERABIEN™ ZR FC Paste Stain-Glaze aufgetragen und im gleichen Brand fixiert. Die fertigen Kronen auf dem Modell sind in Abbildung 5 zu sehen, während Abbildung 6 das endgültige Behandlungsergebnis zeigt.

 


Abb. 2    Aus KATANA™ Zirconia YML gefräste Kronen mit einem Cut-Back von 0,6 mm nach der Individualisierung mit Esthetic Colorant, dem Sintern, der internen Bemalung und dem Auftragen einer ersten Schicht aus Keramik

 


Abb. 3    Dieses Bild zeigt die subtile interne Farbenanpassung im inzisalen Bereich

 


Abb. 4    Kronen vor der endgültigen Anpassung der Form und dem Polieren

 


Abb. 5    Fertige Kronen auf dem Modell

 


Abb. 6    Behandlungsergebnis

Einfacher Zugang zu ästhetischen Restaurationen 

Der vorgestellte Ansatz stellt eine relativ einfache Möglichkeit dar, hochästhetische Frontzahnrestaurationen herzustellen. Mit dem Allrounder Zirkonoxid in Kombination mit wenigen ausgewählten Effektliquids, internen Malfarben und dem Glanzbrand kann auch bei Zahn- und Implantatrestaurationen eine hohe optische Integration erreicht werden. Die natürliche Form und Oberflächenbeschaffenheit der Restaurationen spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle wie das Basismaterial – ein natürlich eingefärbtes, hochtransluzentes Zirkonoxid.

 

 

Martin Laurik begann 2014 als Zahntechniker zu arbeiten. Seitdem hat er sich ständig weitergebildet und von renommierten Kollegen gelernt. Die Fortbildungen konzentrierten sich auf die Themen Dentalkeramik und Okklusion im Funktionskonzept Slavicek. Fasziniert von der Schönheit der natürlichen Zähne, war es für ihn immer das oberste Ziel, deren Komplexität zu verstehen und zu lernen, das Design der Natur so gut wie möglich zu imitieren. Dabei ist er sich bewusst, dass es auf dem Weg zur Exzellenz noch viel zu lernen und zu erforschen gibt.

Komposit im Frontzahnbereich

Überlegungen zur Verwendung eines universellen Komposits im Frontzahnbereich

Dr. Jusuf Lukarcanin

Komposite mit einem universellen Farbkonzept, d.h. einer reduzierten Anzahl von Farben, die ohne Farbschlüssel ausgewählt werden können, sind ein klarer Trend in der restaurativen Zahnmedizin. Mit ihren spezifischen lichtoptischen Eigenschaften können diese Materialien dazu beitragen, restaurative Verfahren zu rationalisieren, Behandlungszeiten zu verkürzen, den Zahnarzt bzw. die Zahnärztin zu entlasten und potenziell gute Ergebnisse zu erzielen. Einige Anwender stehen einem breiten Einsatz dieser Materialien jedoch skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um die Restauration von Zähnen im Frontzahnbereich geht. Gründe dafür können die relativ hohe Transluzenz sein, die in bestimmten Situationen das separate Auftragen eines Blockers (oder einer opaken Farbe) erfordert, oder eine zu begrenzte Farbpalette.

Persönliche Erfahrungen haben gezeigt, dass CLEARFIL MAJESTY™ ES-2 Universal perfekt für eine Vielzahl von einfarbigen Restaurationen im Frontzahnbereich geeignet ist. Es bietet eine hervorragende Polierbarkeit und langfristige Glanzbeständigkeit und ist in nur vier Farben erhältlich: Eine Universalfarbe (U), die ursprünglich für Restaurationen im Seitenzahnbereich entwickelt wurde, Universal Light (UL) und Universal Dark (UD) als die beiden wichtigsten Optionen für den Frontzahnbereich und schließlich Universal White (UW) zur Imitation jeder Bleachfarbe. Grundsätzlich können alle vier Optionen im Front- und Seitenzahnbereich eingesetzt werden. Da die Farbgebung durch eine spezielle Lichtstreutechnologie und nicht durch eine Erhöhung der Transluzenz erreicht wird, ist die Verwendung eines Blockers in der Regel nicht notwendig und auch größere Bereiche können unauffällig restauriert werden.

Für diejenigen, die sich fragen, wann welche Farbe im Frontzahnbereich zu wählen ist, können die folgenden klinischen Fallbeispiele und Kommentare eine nützliche Orientierungshilfe sein. Die Empfehlungen und praktischen Hinweise beruhen auf eigenen Erfahrungen. Alle Patienten wurden wegen eines Diastemaschlusses oder einer Formkorrektur behandelt, aber die Auswahlkriterien gelten auch für andere Arten von Frontzahnrestaurationen.

Universal Light (UL): Für natürliche Ergebnisse und hellere Zähne

Der 35-jährige Patient kam mit dem Wunsch nach schöneren Zähnen in die Praxis. Seine Zähne waren nahezu kariesfrei. Es zeigten sich jedoch Mängel in der Mundhygiene und Anzeichen von Zahnfleischentzündungen. Außerdem war ein tiefer Biss sichtbar. Nach einer professionellen Zahnreinigung und einer Mundhygieneberatung wurden die Zähne mit CLEARFIL MAJESTY™ ES-2 Universal in der Farbe UL behandelt.

Abbildung 1: Ausgangssituation.

 

Abbildung 2: Ausgangssituation: Tiefer Biss.

 


Abbildung 3: Mit Komposit restaurierte Zähne in der Einfarbentechnik.

 


Abbildung 4: Unmittelbares Behandlungsergebnis.


Gründe für die Wahl von „universal light“:

  • Für jüngere Patienten (Zahnfarben A2 und heller)
  • Situationen, in denen das Licht leicht durch das Komposit dringt (z. B. Klasse III, Klasse IV)

Universelle Lichteigenschaften:

  • Hohe Lichtstreuung
  • Ausgewogene Transluzenz

 

Fazit

Ein universelles Komposit, vier Farben: Im Falle von CLEARFIL MAJESTY™ ES-2 Universal ist dieses Portfolio für einfarbige Restaurationen auch im ästhetisch anspruchsvollen Frontzahnbereich absolut ausreichend. Eigenschaften wie eine schöne Farbwirkung, gute Polierbarkeit und Glanzerhalt über die Zeit unterstützen im klinischen Alltag bei der Gestaltung natürlich wirkender Restaurationen. Da die Farbbestimmung anhand weniger Kriterien und nicht anhand eines komplexen Farbschlüssels erfolgen kann, wird der gesamte Restaurationsprozess stressfreier und effizienter. Da nur vier Farben vorrätig sind und in der Regel kein Blocker benötigt wird, reduziert sich auch die Anzahl der vorrätigen Materialien, was die Lagerhaltung erleichtert.


Über den Autor

Dr. Jusuf Lukarcanin ist Zahntechniker (DCT) und Doktor der Zahnmedizin (DDS). Er studierte Zahnmedizin an der zahnmedizinischen Fakultät der Ege Universität in Izmir, Türkei, wo er 2011 seinen Master machte. Im Jahr 2017 promovierte er an der Abteilung für restaurative Zahnheilkunde derselben Universität. Von 2012 bis 2019 war Dr. Lukarcanin Chefarzt und Geschäftsführer einer Privatklinik in Izmir. Von 2019 bis 2020 arbeitete er im GALEN Krankenhaus als Spezialist für restaurative Zahnheilkunde. Von 2020 bis 2022 arbeitete er im MEDICANA International Hospital Izmir als Spezialist für restaurative Zahnheilkunde. Seit 2022 ist er Inhaber einer Privatklinik für Ästhetik und Kosmetik in Izmir.

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

Restauration eines einzelnen Frontzahnes und die Kunst des Beobachtens

von Andreas Chatzimpatzakis

 

Beobachten und imitieren: Das ist der Schlüssel zu naturgetreuen prothetischen Restaurationen. Es gibt viele feine optische Effekte, Farbübergänge und morphologische Details an natürlichen Zähnen, die es zu erfassen und zu verstehen gilt - und die nur derjenige reproduzieren kann, der genau weiß, wie die eigenen Werkstoffe funktionieren. Ist dieses Wissen erst einmal vorhanden, kann der Zahntechniker Restaurationen als fast identische Kopien des natürlich schönen Zahnes herstellen. Selbst bei der Restauration eines einzelnen oberen mittleren Schneidezahns kann diese Technik zu hervorragenden Ergebnissen führen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Mit hochwertigen, transluzenten und farblich abgestuften Zirkonoxidgerüsten und Keramikmassen muss das Schichten von Keramik nicht hochkompliziert sein. Zwei Brände und eine Reihe ausgewählter Effektliquids, Malfarben und Keramikmassen reichen in der Regel aus, um ein Ergebnis zu erzielen, das die Erwartungen erfüllt und oftmals sogar übertrifft.

Patientenfall

Im vorliegenden Fall musste bei einem jungen Patienten eine sehr opak-wirkende Krone auf dem rechten oberen mittleren Schneidezahn ersetzt werden. Bei der Farbnahme im zahntechnischen Labor (Abb. 1) wurde festgestellt, dass das zervikale Drittel des benachbarten Zahnes heller war als der Rest. Seine Farbe in den übrigen Bereichen entsprach der Farbe B4 des VITA classical A1-D4® Farbschlüssels. Die konkrete Planung sah vor, ein Käppchen aus KATANA™ Zirconia STML (Kuraray Noritake) in der Farbe A3 zu fräsen, mit Esthetic Colorant (beide Kuraray Noritake Dental Inc.) zu charakterisieren und zu sintern (Abb. 2 bis 4). Im anschließenden Schichtverfahren mit nur zwei Bränden wurde eine Kombination aus internen Malfarben und ausgewählten Keramiken (CERABIEN® ZR, Kuraray Noritake) aufgetragen, wie in den Abbildungen 5 bis 12 dargestellt. Die Abbildungen 13 bis 17 zeigen das Ergebnis auf dem Modell, kleinere Anpassungen während der Einprobe und das endgültige Behandlungsergebnis.

Fotos


Abbildung 1: Farbwahl. Das zervikale Drittel des benachbarten zentralen Schneidezahns ist im Vergleich zu den mittleren und inzisalen Bereichen heller.

 

Abbildung 2: Kappe aus KATANA™ Zirconia STML in der Farbe A3.

 

Abbildung 3: Intensivierung einiger Farbmerkmale mit Esthetic Colorant in den Farben Grey (Mitte) und Blue und Grey (Inzisalbereich).

 

Bild 4: Kappe nach dem Sintern.

 

Abbildung 5: Farbkarte für die Internal Stain-Technik mit CERABIEN™ ZR InternalStains.

 

Abbildung 6: Ergebnis nach dem Aufbrennen von Shade Base StainModifier Fluoro zur Steigerung der Fluoreszenz und Farbgebung.

 

Abbildung 7: Anwendung von Opacious Body OBA2, ...

 

Abbildung 8: ... Translucent Tx ...

 

Abbildung 9: ... und Luster CCV-2.

 

Abbildung 10: Krone nach dem ersten Brand.

 

Abbildung 11: Krone nach der Anwendung von CERABIEN™ZR Internal Stains: A+, Aqua Blue 2, Weiß gemischt mit Cervical 2 (Verhältnis: 30/70) für die Fissuren und Cervical 2.

 

Abbildung 12: Auftragen von Luster LT1 zur Fertigstellung der Form.

 

Abbildung 13: Fertige Krone nach dem zweiten Brand auf dem Modell.

 

Abbildung 14: Beurteilung der Oberflächentextur: Das Beobachten und Kopieren von Oberflächendetails ist ebenso wichtig wie das Imitieren von Farbtonmerkmalen

 

Abbildung 15: Geringfügige Texturanpassungen während der Einprobe.

 

Abbildung 16: Endgültige Restauration nach der Befestigung der Krone mit PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.).

 

Abbildung 17: Behandlungsergebnis.

 

Fazit

Der Schlüssel zu naturgetreuen Restaurationen ist die Beherrschung der Kunst, natürliche Zähne zu beobachten. Sie ermöglicht es dem Zahntechniker, ein tiefes Verständnis für Farbe und Morphologie zu entwickeln, was neben einer sehr guten Kenntnis der gewählten Materialien das einzige Talent ist, das erforderlich ist, um ein hohes Maß an Exzellenz zu erreichen. Wer aufmerksam ist und jedes Detail mit den Augen wahrnimmt, kann sicher sein, dass der Geist versteht und die Hände automatisch folgen.

 

 

Andreas Chatzimpatzakis schloss 1999 sein Studium am Institut für Zahntechnik (TEI) in Athen ab. Während seines Studiums absolvierte er ein Programm am Helsinki Polytechnic Department of Dental Technique, wo er in Implantat-Suprastrukturen und vollkeramischen prothetischen Versorgungen ausgebildet wurde. Seit 2000 leitet er das ACHDental-Labor in Athen, Griechenland, das sich auf Veneers auf feuerfesten Stümpfen, Zirkonoxid und komplexe Implantatrestaurationen spezialisiert hat. 2017 reiste Andreas nach Japan, wo er unter der Leitung von Hitoshi Aoshima, Naoto Yuasa und Kazunabu Yamanda trainierte und internationaler Trainer für Kuraray Noritake Dental Inc. wurde.

 

Die Kunst der Zahntechnik: Nature Style und die Kunst der Imitation

Die Kunst der Zahntechnik: Nature Style und die Kunst der Imitation

Zahntechnik ist mehr als nur die Nachahmung natürlicher Zähne – sie ist für viele Zahntechniker eine Kunst. Die Komplexität und Schönheit natürlicher Zähne in Vollkeramik umzusetzen, steht im Mittelpunkt des Konzepts „Nature Style" von Ghaith Alousi. In einem Artikel in der ZWL (2/24, OEMUS MEDIA AG) stellt er die Frage: „Ist Zahntechnik Kunst oder nur die Kopie natürlicher Perfektion?“ Im Mittelpunkt stehen drei Aspekte im Fokus, die über den Erfolg vollkeramischer Restaurationen entscheiden: Licht, Morphologie und Oberflächenstruktur.

1. Schlüssel: Licht

Licht ist einer der wichtigsten Faktoren für die Natürlichkeit einer Restauration. Es geht darum, wie das Licht von der Oberfläche reflektiert und absorbiert wird. Moderne Materialien wie die Gerüst- und Verblendkeramiken von Kuraray Noritake (z. B. KATANA™ Zirconia oder CERABIEN™ ZR FC Paste Stain) bieten hier großartige Möglichkeiten. Diese Materialien spiegeln die japanische Präzision und das Streben nach Perfektion wider, die für eine überzeugende Ästhetik unerlässlich sind.

2. Schlüssel: Morphologie

Das Verständnis der Zahnform, jeder Nuance und jedes Details ist entscheidend für die naturgetreue Reproduktion natürlich schöner Zähne. Zahntechniker reisen häufig zu internationalen Experten, um ihre „Formenbibliothek" zu erweitern. Dieses Wissen und ständiges Üben sind die Basis für die Fähigkeit, natürliche Zahnformen exakt nachzubilden.

3. Schlüssel: Oberflächenstruktur

Die Oberflächenstruktur, ein Zusammenspiel von Mikro- und Makrotexturen, beeinflusst maßgeblich die Lichtreflexion und die Textur einer Restauration. Feinste Details wie Wachstumsrillen und Perikymatien müssen exakt nachgeahmt werden, um eine perfekte Kopie der Nachbarzähne zu erhalten.

Fazit

Das Konzept „Nature Style" basiert auf kontinuierlichem Training, hochwertigen keramischen Werkstoffen und der richtigen Einstellung. Diese drei Säulen – stetes Üben, optimales Material und persönliche Einstellung – ermöglichen es, die natürliche Ästhetik schöner Zähne meisterhaft zu imitieren. 

 

Laden Sie den vollständigen Artikel aus der ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor (2/24, OEMUS MEDIA AG) herunter, um mehr zu erfahren und einen tieferen Einblick in die Arbeit von Ghaith Alousi zu erhalten.

Optimierung der funktionellen und ästhetischen Parameter bei der Befestigung von Veneers

Optimierung der funktionellen und ästhetischen Parameter bei der Befestigung von Veneers

Von Dr. Clarence Tam, HBSC, DDS, AAACD, FIADFE

In der ästhetischen Zahnmedizin ist die Verwendung von Keramikverblendschalen zur Verbesserung und Wiederherstellung von Form, Farbe und Stellung der Frontzähne eine weit verbreitete Technik. Das biomimetische Ziel der Zahnrestauration ist nicht nur kosmetisch, sondern auch funktionell. Im Frontzahnbereich ist eine intakte Schmelzschicht für die Biegefestigkeit von entscheidender Bedeutung. Wurde die Zahnstruktur durch Endodontie, Karies und/oder Trauma geschädigt, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die Reststruktur zu erhalten und die ursprünglichen Zahnsituation wiederherzustellen oder zu übertreffen.

Hintergrund

Eine 55-jährige Frau mit anamnestisch nur eingestellter Hypertonie stellte sich in der Praxis zur Zahnaufhellung vor. Es wurde davon ausgegangen, dass die Zahnaufhellung keinen Einfluss auf die Farbe der vorhandenen Keramikverblendung an Zahn 12 haben würde und dass diese nach dem Eingriff erneuert werden müsste, insbesondere wenn die Farbveränderung signifikant wäre. Die Grundfarbe nach VITA* war 1M1:2M1; Verhältnis 50:50 im oberen Frontzahnbereich und 1M1 im unteren Frontzahnbereich. Nach einem Nachtbleaching mit 10 % Carbamidperoxid über 3-4 Wochen konnte sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer eine 0M3-Farbe erreicht werden. Es zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem verblendeten Zahn 12 und den Nachbarzähnen. Zahn 22 zeigte ebenfalls ein erhöhtes Chroma aufgrund einer fazialen Kompositrestauration der Klasse III. Dieser Zahn stimmte auch in seinen Dimensionen nicht mit dem kontralateralen Zahn überein. Daher wurde entschieden, beide seitlichen Schneidezähne mit Lithium-Disilikat-Veneers zu versorgen. Der benachbarte Zahn 23 wies eine leichte bis mäßige Abnutzung der Höckerspitze auf, die die Patientin jedoch erst nach dem Einsetzen der beiden Veneers korrigieren lassen wollte. Ziel der Restauration in diesem Stadium war es, eine bilaterale Harmonie herzustellen, um in naher Zukunft eine zusätzliche indirekte Restauration zur Wiederherstellung des Volumens von Zahn 23 einsetzen zu können.

Vorgehen

Ein digitales Smile-Design-Protokoll war nicht erforderlich, da bei diesem Zahntyp leichte Abweichungen zulässig sind. Vor der Anästhesie wurde der Zielfarbton anhand von Fotos ausgewählt, die sowohl polarisierte als auch unpolarisierte Farben enthielten. Die Fotos wurden für die digitale Farbkalibrierung vorbereitet, indem Referenzansichten mit einer 18% neutralgrauen Weißabgleichskarte aufgenommen wurden (Abb. 1).


Abb. 1: Referenzfoto, aufgenommen mit einer 18%igen neutralen Graukarte

Die Grundfarbe des Körpers war VITA* 0M2 mit der Rohlingsfarbe BL2. Die Patientin wurde anästhesiert, bevor ein Kofferdam in Splitdam-Orientierung geklebt wurde. Das alte Veneer an Zahn 12 wurde entfernt und eine minimalinvasive Präparation an Zahn 22 durchgeführt (Abb. 2). Der partielle Ersatz der alten Kompositrestauration an Zahn 12 wurde unter Erhalt des intakten Segments fertiggestellt. Der Haftverbund zum Komposit wurde sowohl durch Beschleifen mit Mikropartikeln als auch mit einem Silan-Haftvermittler (CLEARFIL™ CERAMIC PRIMER PLUS, Kuraray Noritake Dental Inc.) erreicht. Die Ränder wurden ausgearbeitet und die Retraktionsfäden getränkt und eingelegt. Die Stumpffarben nach der Präparation wurden bestimmt. Die endgültigen Abformungen erfolgten mit Polyvinylsiloxan. Die Patientin erhielt provisorische Versorgungen. Die vom Labor angefertigten Modelle bestätigten den minimalinvasiven Charakter des Falles.

Abb. 2: Präparation Zahn 12, 22

Nach Erhalt der Veneers wurden die Provisorien entfernt. Die Präparationen wurden debridiert und für das Verkleben vorbereitet, indem die Oberflächen mit 27 Mikron Aluminiumoxidpulver abgestrahlt wurden. Die Veneers wurden intraoral mit einer klaren Glyzerin-Einprobepaste (PANAVIA™ V5 Try-in Paste Clear, Kuraray Noritake Dental Inc.) intraoral beurteilt. Die Retraktionsfäden wurden eingelegt und die Oberfläche der Restaurationen vor dem Auftragen eines 10-MDP-haltigen Silanhaftvermittlers (CLEARFIL® CERAMIC PRIMER PLUS, Kuraray Noritake Dental Inc.) für 20 Sekunden mit 5%iger Flusssäure behandelt (Abb. 3). Die Zahnoberfläche wurde mit 33%iger Orthophosphorsäure für 20 Sekunden geätzt und anschließend gespült. Ein 10-MDP-haltiger Primer wurde auf den Zahn aufgetragen (PANAVIA™ V5 Tooth Primer, Kuraray Noritake Dental Inc.) (Abb. 4) und nach Herstellerangaben getrocknet. Das Befestigungskomposit (PANAVIA™ Veneer LC Paste Clear, Kuraray Noritake Dental Inc.) (Abb. 5) wurde aufgetragen und die Veneers eingesetzt. Das überschüssige Material war nicht klumpig und hielt das Veneer während aller Funktionskontrollen gut in Position (Abb. 6).


Abb. 3: CLEARFIL™ CERAMIC PRIMER PLUS für das Auftragen auf die Klebenflächen des Veneers


Abb. 4: Anwendung von PANAVIA™ V5 Tooth Primer auf geätzten Zahnoberflächen.


Abb. 5: PANAVIA™ Veneer LC Paste Clear Farbe wird auf den Klebenflächen des Veneers appliziert.


Abb. 6: PANAVIA™ Veneer LC Paste unmittelbar nach dem Einsetzen. Man beachte die viskose, nicht klumpende Konsistenz des Materials, die eine einfache Entfernung sowohl in der Nass- als auch in der Gelphase ermöglicht.

Das Befestigungsmaterial wurde in einen Gelzustand überführt, der die Entfernung von Überschüssen mit minimalem Reinigungsaufwand erleichterte (Abb. 7). Die Ränder wurden vor der endgültigen Aushärtung mit einem Glyzeringel überzogen, um eine Sauerstoffinhibitionsschicht zu vermeiden (Abb. 8).


Abb. 7: Entfernung von überschüssigem Material nach der Aushärtung für 1 Sekunde


Abb.8: Endgültige Aushärtung der Veneers 

Die Ränder wurden ausgearbeitet und hochglanzpoliert, und die Okklusion der Restaurationen wurde als konform bestätigt. Die postoperativen Aufnahmen zeigen eine hervorragende ästhetische Integration (Abb. 9).

Abb. 9: Postoperative ästhetische Integration der Veneers an Zahn 12 und 22

Bei der erneuten fotografischen Auswertung mit Polarisationsfilter fügen sich die Restaurationen ästhetisch und funktionell gut in das intraorale Lächelbild ein (Abb. 10). Der nächste Schritt ist die ästhetische Optimierung des Zahnes 23 zur Anpassung an den kontralateralen Eckzahn.

Ergebnis

Abb. 10: Abschlussbild mit Polarisationsfilter aufgenommen

Begründung Für Die Materialauswahl

Keramiken werden häufig als Material für Veneers verwendet, da sie eine hohe Festigkeit aufweisen, das Licht für eine optimale innere Brechung modifizieren und durchlassen können und durch Adhäsivprotokolle adhäsiv mit dem Zahn verbunden werden können. Diese Dreierkombination ermöglicht eine maximale Erhaltung der Restzahnsubstanz bei gleichzeitiger Verbesserung der mechanischen Biegeeigenschaften [1]. Der Elastizitätsmodul eines Zahnes kann auf 96 % seines ursprünglichen Kontrollwertes wiederhergestellt werden, wenn der Zahnschmelz durch eine adhäsiv befestigte Keramikverblendung ersetzt wird [2]. Der Elastizitätsmodul von Lithiumdisilikat beträgt 94 GPa, der von intaktem Zahnschmelz 84 GPa. Der Elastizitätsmodul von Dentin liegt zwischen 10 und 25 GPa, während der Elastizitätsmodul der Hybridschicht stark schwanken kann, in einer Studie von Pongprueska et al [3] sogar zwischen 7,5 GPa und 13,5 GPa. Dieser niedrige Wert spiegelt den von tiefem Dentin und nicht den von oberflächlichem Dentin wider, was nicht der Idealsituation entspricht. Die maximale Biegefestigkeit der Hybridschicht ist aus biomimetischer Sicht von unschätzbarem Wert. PANAVIA™ V5 (Kuraray Noritake Dental Inc.) verwendet das Original 10-Methacryloyloxydecyldihydrogenphosphat (10-MDP), das ein Muster stabiler Calciumphosphat-Nanolayer erzeugt, das als Superdentin bekannt ist, eine säure- und basenbeständige Zone, die etwa 600-mal unlöslicher ist als das Monomer 4-MET, das in vielen anderen Adhäsiven zu finden ist. PANAVIA™ V5 Tooth Primer wird ausschließlich in Kombination mit Kuraray Noritake Dental Inc. PANAVIA™ V5 und PANAVIA™ Veneer LC verwendet, die beide die Funktion des Primers als Haftvermittler ermöglichen, ohne dass die Schicht vor der Befestigung der indirekten Restauration ausgehärtet werden muss. Als Haftvermittler kann CLEARFIL™ Universal Bond Quick (Kuraray Noritake Dental Inc.) verwendet werden. Dabei handelt es sich um einen multimodalen Bonder, der auch das essentielle Amidmonomer und die 10-MDP-Komponenten von Kuraray Noritake Dental Inc. enthält. Bemerkenswert ist, dass CLEARFIL™ Universal Bond Quick eine aussergewöhnliche Biegefestigkeit von 120 MPa aufweist. Dies ist auf die verstärkte Vernetzung während der Polymerisation durch die Amidmonomere zurückzuführen [4]. PANAVIA™ Veneer LC ist ein Befestigungssystem auf dem neuesten Stand der Technik. Es bietet eine hervorragende Ästhetik und adhäsive Stabilität bei indirekten Restaurationen und ermöglicht gleichzeitig einen stressfreien Arbeitsablauf. Eine Lösung, die das Vertrauen der Patienten und die Festigkeit der Schnittstelle zwischen Zahn und Restauration fördert und das klinische Vertrauen in die biomimetische Exzellenz stärkt.

Zahnärztin


CLARENCE TAM

Referenzen

  1. Magne P, Douglas WH. Rationalisierung der ästhetischen restaurativen Zahnheilkunde auf der Grundlage der Biomimetik. J Esthet Dent. 1999;11(1):5-15. doi: 10.1111/j.1708-8240.1999.tb00371.x. PMID: 10337285.
  2. Magne P, Douglas WH. Porzellanveneers: Optimierung des Dentinverbunds und biomimetische Wiederherstellung der Krone. Int J Prosthodont. 1999 Mar-Apr;12(2):111-21. PMID: 10371912.
  3. Pongprueksa P, Kuphasuk W, Senawongse P. The elastic moduli across various types of resin/dentin interfaces. Dent Mater. 2008 Aug;24(8):1102-6. doi: 10.1016/j.dental.2007.12.008. Epub 2008 Mar 4. PMID: 18304626.
  4. Quelle: Kuraray Noritake Dental Inc. Proben (Balkenform; 25 x 2 x 2 mm): Die Lösungsmittel der einzelnen Materialien wurden vor der Prüfung durch Ausblasen mit milder Luft entfernt.
    AUG 29, 2023