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Ghaith Alousi | Dental Technician

Ghaith Alousi

Dental Technician

Ghaith Alousi, born in 1994, successfully completed his training as a master dental technician in 2013 in Damascus, Syria, where he gained initial experience in a dental laboratory. From 2014 to 2016, he worked independently in Damascus, using his craftsmanship to produce ceramic work such as frameworks, veneers, crowns and bridges, and implant-based restorations. He also engaged in shade determination, photography, and CAD/CAM technology.

 

He came to Germany in 2016 and quickly felt at home. Through further education, he has continuously expanded his knowledge and skills and is currently working as a dental technician in Wiesbaden. To achieve the best possible results, Ghaith Alousi places great value on collaboration with dentists and personal contact with patients.

TEILVERBLENDUNG AUF ZIRKONOXID: MINIMALE SCHICHTEN, MAXIMALE ÄSTHETIK

von ZT Ghaith Alousi

 

Verwendete Materialien

KATANA Zirconia YML

ZIRCONIA BLANK

Hochästhetischer Multilayer-Zirkonoxid-Rohling mit natürlichem Farbverlauf von zervikal nach inzisal. Kombiniert hohe Biegefestigkeit mit exzellenter Transluzenz. Ideal für Teilverblendungen geeignet.

 

CERABIEN MiLai

VERBLENDKERAMIK

Eine speziell für Zirkonoxid-Restaurationen entwickelte Verblendkeramik der neuen Generation. Hervorragende Haftung auf Zirkonoxid, natürliche Lichtoptik, große Auswahl an Massen für detaillierte Schichttechniken.

 

CERABIEN MiLai Internal Stains

STAIN COLORS

Incisal Blue 1, Mamelon Orange 2, A+, Tissue Pink, Salmon Pink, White – alle mit Bright angemischt, für optimale Konsistenz und präzise Applikation.

 

CERABIEN MiLai Massen

KERAMIKASSEN

Tx, Creamy Enamel, LTx, CCV-2, ELT1 für den Zahnbereich. Tissue 1, 4, 6 für die Gingiva.

 

 

EINLEITUNG

Die Technik steht für einen modernen, effizienten Ansatz in der zahntechnischen Ästhetik: Statt voluminöser keramischer Aufbauten werden minimale, jedoch präzise aufgetragene Schichten verwendet, die in Kombination mit der intrinsischen Ästhetik des Zirkonoxidgerüsts ein außergewöhnliches Ergebnis erzielen.

In diesem Fallbericht dokumentiert Zahntechniker Ghaith Alousi Schritt für Schritt die Herstellung einer vestibulär verblendeten Zirkonoxidrestauration im Oberkiefer-Frontzahnbereich auf Basis von KATANA™ Zirconia YML und der neuartigen Verblendkeramik CERABIEN™ MiLai. Das Besondere: Die Palatinalfläche bleibt monolithisches Zirkonoxid, während ausschließlich die vestibuläre/labiale Fläche mit  CERABIEN™ MiLai verblendet wird. So wird die Stabilität von Zirkonoxid mit der unvergleichlichen Ästhetik einer handgeschichteten Keramik kombiniert.

 

 

SCHRITT 1: ZIRKONOXIDGERÜST VOR DEM SINTERN

CAD/CAM-Fräsen · KATANA™ Zirconia YML · Weißlingzustand

Das Gerüst wurde bewusst für eine labiale Teilverblendung konstruiert: Die vestibuläre/labiale Fläche bietet ausreichend Raum für die CERABIEN™ MiLai Keramik. Während die Palatinalflächen vollständig monolithisch bleiben, liegen die okklusalen Kontaktpunkte weiterhin auf dem mechanisch überlegenen Zirkonoxid.

 

Abb. 1. Gerüst vor dem Sintern.

 

MATERIAL:

KATANA Zirconia YML
KURARAY NORITAKE · ZIRCONIA BLANK

 

SCHRITT 2: NACH DEM SINTERN

Sintern · Multilayer-Ästhetik · Sandstrahlen

Nach dem Sinterzyklus bei 1550 °C zeigt das KATANA™ Zirconia YML Gerüst seinen vollständigen Multilayer-Charakter. Der eindrucksvolle Farbverlauf – von einem warmen, gelblich-cremefarbenen Ton zervikal bis hin zur kühlen, transluzenten Inzisalkante – ist das direkte Ergebnis der in den Rohling integrierten Pigmentschichtung.

 

Das Gerüst wurde direkt nach dem Sintern ausschließlich durch Sandstrahlen gereinigt (110 μm, 1,5 bar), ohne weitere Bearbeitung.

 

Abb. 2. Gesintertes Gerüst, vestibuläre/labiale Ansicht – Multilayer-Farbverlauf nach dem Sintern.

 

Abb. 3. Gesintertes Gerüst – palatinale Ansicht – monolithische Zirkonoxidstruktur.

 

VERARBEITUNG:

  • Sintern (1550 °C)
  • Sandstrahlen

 

SCHRITT 3: ERSTE MALFARBENSCHICHT

CERABIEN™ MiLai Internal Stains · Farbliche Grundlage · Interne Charakterisierung

Vor dem keramischen Schichten wird eine differenzierte Malfarbenschicht direkt auf das gesinterte Zirkonoxidgerüst aufgetragen. Diese Schicht dient als farbliche Grundlage und interne Charakterisierung – sie definiert Tiefenwirkung und Individualität.

 

Farbverteilung nach Zonen:

Inzisal: Incisal Blue 1 + Bright 20 % – zur Simulation des natürlichen Opaleszenzeffekts.
Mittlerer Inzisalbereich: Mamelon Orange 2 + Bright 20 % – zur Nachbildung der charakteristischen Mamelonstruktur.
Zervikalbereich & approximal: A+ + Bright 20 % – für erhöhte Chroma- und Sättigungswirkung im zervikalen Drittel.
Gingivabereich: Tissue Pink + Salmon Pink – für eine natürliche Gingivacharakterisierung.

 

Abb. 4. Aufgetragene CERABIEN™ MiLai Internal Stains – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAINS:

  • Incisal Blue 1 + Bright 20 % (Inzisalbereich)
  • Mamelon Orange 2 + Bright 20 % (Mamelons)
  • A+ + Bright 20 % (zervikale & approximale Bereiche)
  • Tissue Pink (Gingiva)
  • Salmon Pink (Gingiva)

 

SCHRITT 4: ERSTE KERAMIKSCHICHT & WASHBRAND

TX + Tissue 1 · Bonding-Brand · Verbundoptimierung

Nach dem Brennen der Malfarben wird die erste Keramikschicht aufgetragen: CERABIEN™ MiLai Tx für die Zahnanteile und Tissue 1 für die Gingiva. Ziel ist es, einen optimalen Verbund zwischen Keramik und Zirkonoxid herzustellen.

 

Es wird ein gezielter Washbrand durchgeführt: Die Brenntemperatur wird über den normalen Referenzwert angehoben, damit die keramische Masse besser fließt und sich optimal mit der Zirkonoxidoberfläche verbindet. Auf einen Liner- bzw. separaten Washbrand wird dabei bewusst verzichtet.

 

Abb. 5. Erste Keramikschicht – ungebrannt, Frontansicht.

 

Abb. 6. Frontansicht – rohe erste Schicht.

 

CERABIEN MiLai MASSEN:

  • Tx (Translucent) – Zahnanteile
  • Tissue 1 – Gingivabereich
  • Brennmodus: Washbrand (erhöhte Temperatur)

 

SCHRITT 5: ERGEBNIS NACH DEM WASHBRAND

Verbundprüfung · Vorbereitung auf die zweite Malfarbenschicht

Das Ergebnis nach dem Washbrand zeigt eine fest mit dem Zirkonoxid verbundene Keramikschicht. Die Oberfläche wirkt glatt und gleichmäßig glänzend. Die Tx-Schicht verstärkt die intrinsische Transluzenz von KATANA™ Zirconia YML und lässt den Multilayer-Farbverlauf harmonisch durchscheinen.

 

Abb. 7. Nach dem Washbrand – Tx und Tissue 1 perfekt mit dem Zirkonoxid verbunden.

 

SCHRITT 6: ZWEITE MALFARBENSCHICHT – DETAILCHARAKTERISIERUNG

Schmelzrisse/Craquelé-Strukturen · White · Oberflächenindividualisierung

Bei der zweiten Malfarbenschicht liegt der Fokus auf maximaler Präzision und Detailgenauigkeit. Mit CERABIEN™ MiLai Internal Stain White werden feine, natürlich wirkende Schmelzrisse bzw. Craquelé-Strukturen (Natural Cracks) auf die Zahnoberfläche aufgetragen.

 

Diese dezenten weißlichen Schmelzrisse entstehen bei natürlichen Zähnen durch Spannungen im Zahnschmelz und verleihen ihnen ihren unverwechselbaren, vitalen Charakter. Sie verlaufen anatomisch korrekt vertikal und variieren in Intensität und Länge – genau wie in der Natur

 

Abb. 8. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

Abb. 9. Nahaufnahme – feine Schmelzrisse mit White Stain.

 

CERABIEN MiLai INTERNAL STAIN:

  • White – Natural Cracks / Craquelé-Strukturen

 

SCHRITT 7: ZWEITE KERAMIKSCHICHT – HAUPTSCHICHTUNG

Morphologie · Schmelzmassen · Gingivadesign

Die zweite Keramikschicht erfordert gleichzeitig höchste Konzentration auf Farbe, Morphologie und Oberflächentextur. Dies ist die Hauptschichtung, bei der die endgültige Form der Restauration festgelegt wird.

 

Zahnmassen – Zonenkonzept:

Creamy Enamel legt den warmen Body-/Dentin-Grundton fest. LTx (Luster Translucent) verleiht opaleszente Vitalität. CCV-2 (Clear Cervical 2) sorgt zervikal für transparente Chroma-Wirkung. ELT1 (Enamel Luster 1) vervollständigt die Inzisalzone mit einem feinen Schmelzglanz.

 

Gingivalmassen:

Tissue 1, 4, and 6 erzeugen ein differenziertes Gingivabild mit hellen, mittleren und tiefen Farbtönen.

 

Abb. 10.Hauptschichtung – ungebrannter Zustand.

 

CERABIEN MiLai MASSEN – FÜR DEN ZAHNBEREICH:

  • Creamy Enamel – Body-/Dentinbereich
  • LTx (Luster Translucent) – opaleszente Vitalität
  • CCV-2 (Clear Cervical 2) – zervikale Chroma-Wirkung
  • ELT1 (Enamel Luster 1) – inzisaler Schmelzglanz

 

Abb. 11. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

Abb. 12. Hauptschichtung – Nahaufnahme – Oberflächentextur.

 

CERABIEN™ MiLai MASSEN – GINGIVA:

  • Tissue 1 – helle, zarte Gingivabereiche
  • Tissue 4 – mittlerer Gingivaton
  • Tissue 6 – Tiefe, Schatten, Interdentalpapillen

 

SCHRITT 8: ERGEBNIS NACH DEM ZWEITEN KERAMIKBRAND

Noch nicht finalisiert · Zustand direkt nach dem Brand

Das Ergebnis nach dem zweiten Keramikbrand überzeugt bereits in seiner Rohform. Die gebrannten Mamelonstrukturen, die feinen Schmelzrisse und das differenzierte Gingivadesign sind deutlich sichtbar. Die
endgültige Oberflächentextur und Form werden im nächsten Schritt durch mechanische Ausarbeitung verfeinert.

 

Abb. 13. Nach dem zweiten Brand – noch nicht finalisiert.

 

SCHRITT 9: MECHANISCHE AUSARBEITUNG

Morphologieverfeinerung · Vor dem Self-Glaze-Brand

Die mechanische Ausarbeitung erfordert handwerkliche Expertise und ein geschultes ästhetisches Auge. Mit Diamantinstrumenten werden Form, Proportionen und Oberflächentextur auf ihr finales Niveau gebracht.

 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Oberflächentextur: Perikymata, vertikale Lobenstrukturen und der zervikogingivale Übergang werden individuell eingearbeitet. Die Palatinalseite bleibt vollständig unberührt.

 

Abb. 14. Nach der Ausarbeitung.

 

Abb. 15. Ausarbeitung, Perikymata und Oberflächentextur.

 

SCHRITT 10: FINALES ERGEBNIS

Self-Glaze-Brand & mechanische Politur

Der Self-Glaze-Brand unterscheidet sich grundlegend von einem konventionellen Glanzbrand: Es wird keine Glasurmasse aufgetragen. Die Restauration wird knapp unter die Erweichungstemperatur der Keramik erhitzt – die Oberfläche beginnt von selbst zu fließen und erzeugt einen äußerst natürlichen, vitalen Glanz, während die eingearbeitete Textur vollständig erhalten bleibt.

 

 

Abb. 16 & 17. Finales Ergebnis.

 

Eine aufgetragene Glasurmasse würde die feinen Perikymata und Schmelzrisse teilweise einebnen. Der Self-Glaze-Brand bewahrt hingegen genau jene Individualität, die bei der Ausarbeitung so präzise eingearbeitet wurde. Die abschließende mechanische Politur vollendet den Hochglanz und betont die Transluzenz der Gingiva.

 

Abb. 18. Zervikogingivaler Übergang.

 

Fig. 19. Finales Ergebnis – Nahaufnahme.

 

AUSARBEITUNGSSCHRITTE:

  • Self-Glaze-Brand (keine aufgetragene Glasurmasse)
  • Mechanische Politur der keramischen Oberflächen

 

FAZIT

KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai von Kuraray Noritake Dental Inc. eröffnen neue Dimensionen in der ästhetischen Zahntechnik. Die Kombination eines intrinsisch hochästhetischen Multilayer-Zirkonoxid-Rohlings mit CERABIEN™ MiLai, einem Verblendkeramiksystem für Micro-Layering auf Zirkonoxid- sowie Lithiumdisilikat-Restaurationen, ermöglicht hochgradig natürliche ästhetische Ergebnisse bei minimalem Materialeinsatz. Der bewusste Verzicht auf einen Linerbrand, der gezielte Einsatz des Washbrands für optimalen Verbund und die Entscheidung für den Self-Glaze-Brand anstelle konventionellem Glaze verdeutlichen eine durchdachte, materialorientierte Philosophie. Die dokumentierten Schritte machen deutlich, dass ästhetische Exzellenz nicht das Ergebnis von Komplexität ist. Sie ist das Ergebnis von Präzision, Materialverständnis und einem sicheren Blick für Details.

 

Die
Backlight-Aufnahme macht es eindrucksvoll sichtbar: Licht durchströmt die Restauration wie einen natürlichen Zahn – ein Beleg für das harmonische Zusammenspiel von KATANA™ Zirconia YML und CERABIEN™ MiLai.

 

 

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